Kurz & bündig

  • Thomas Dünki erntete 2020 17 Tonnen Zucker pro Hektare.
  • Eine gute Kulturbeobachtung ist sehr wichtig.
  • Zweimal musste er Blattläuse bekämpfen.
  • Dünki legt viel Wert auf einen guten Blattapparat.
  • Weil Dünki Fahrgassen anlegt, sät er seine Rüben auf 45 cm Reihenabstand.

 

Auf dem Betrieb von Thomas Dünki aus Ossingen ZH haben Zuckerrüben Tradition. Bereits seit 1963 gedeiht die Kultur auf den Feldern, wobei es damals Dünkis Grossvater war, der den Betrieb führte. Thomas Dünki, der heutige Betriebsleiter und ausgebildete Landmaschinen-Mechaniker, hatte letztes Jahr viel Grund zur Freude an seinen Zuckerrüben. Letztendlich konnte er auf rund 6,8 Hektaren durchschnittlich über 100 Tonnen Rüben pro Hektare ernten, und das bei guter Qualität.

Die Basis für den Erfolg erfolgte bereits mit der Saat. Seit Längerem baut Thomas Dünki seine Rüben nach einer Gründüngung an. «Als ich damit anfing, hatte ich grossen Respekt. Ich dachte, der Boden würde nach der Gründüngung mit der vielen Biomasse auf dem Feld im Frühling schlecht abtrocknen», sagt Dünki.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass das kein Problem sei. «Man darf einfach erst am Nachmittag in den Acker fahren, wenn alles leicht angetrocknet ist», so der Rüben-Produzent. Die Gründüngung friere im Winter immer gut ab, wenn sie früh genug gesät und ausreichend gross wurde. Die übrig gebliebenen Stängel seien spröde, vertrocknet und kein Problem für die Bodenbearbeitung. Die Gründüngung hat sich in der Praxis weitgehend durchgesetzt. Viele Landwirte nutzen die Zeit nach der Getreideernte, um vor dem Anbau der Gründüngung die künftigen Rübenparzellen noch zu kalken. Bei Dünki ist das nicht nötig. «Die pH-Werte meiner Böden liegt meistens bei 7,6. Es ist genügend Calcium vorhanden», so der Betriebsleiter.

Im Frühjahr 2020 war es trocken, die Saatbettvorbereitung mit der Kreiselegge und die Saat durch den Lohnunternehmer geschahen bei idealen Bedingungen. «Meine Böden speichern das Wasser ziemlich gut, und ich habe nicht zu lange mit der Saat gewartet. Darum liefen die Bestände schön gleichmässig auf», erinnert sich Dünki.

Die Zuckerrüben im Jugendstadium gut beobachten

Insbesondere im Jugendstadium stellen die Rüben hohe Ansprüche an die Produzenten. Die Kultur muss regelmässig beobachtet werden, Dünki stand praktisch alle zwei Tage im Feld. Es geht darum, den idealen Zeitpunkt für die Herbizid-Behandlungen zu erwischen. Seit das Beizmittel Gaucho verboten ist, muss man zudem ein besonderes Augenmerk auf den Blattlausbefall richten. Beides gelang Dünki gut. Das Herbizid verteilte er auf vier Splits, Blattläuse musste er zweimal behandeln.

Den Pflanzenschutz besorgt Dünki in Eigenregie mit einer 21 m breiten Feldspritze. Er legt in den Rüben Fahrgassen an. Das ist auch der Grund, weshalb er die Rüben auf 45 cm Reihenabstand anstatt der sonst üblichen 50 cm Reihenabstand sät. «Das hat den Vorteil, dass blattstarke Rüben auch in den Fahrgassen den Boden ziemlich gut abdecken und so eine Verunkrautung verhindern.

Generell ist es Dünki wichtig, Rüben mit einem starken Blattapparat anzubauen. Er will damit die Basis für saubere Felder legen. Insbesondere die Sorte Tesla überzeugte ihn letztes Jahr auch durch eine sehr gute Blattgesundheit. Er behandelte nur einen Teil der Fläche mit Fungizid und musste nachher feststellen, dass er diese Behandlung vermutlich hätte einsparen können.

Die Blätter blieben bis zur Ernte ziemlich gesund. «Letztes Jahr war der Cercospora-Druck in der Region generell ziemlich tief. Die meisten Rübenfelder in der Gegend präsentierten sich sehr gut», erzählt Dünki.

Pflanzenschutz ist bei Zuckerrüben anspruchsvoll

Die Rüben sind hinsichtlich Pflanzenschutz eine anspruchsvolle Kultur. Eine mögliche Vereinfachung wäre die Sorte Smart Belamia von KWS, bei welcher nur noch eine bis zwei Herbizidbehandlungen nötig sind. Thomas Dünki hat aber Respekt vor dem Durchwuchs und anschliessend Sulfonylharnstoff-resistenten Unkraut-Rüben. Als Folgekultur der Rüben baut er jeweils Kartoffeln an – mit Erfolg. «Die Rüben durchwurzeln den Boden gut und tief. Die Ernte erfolgt bei mir tendenziell eher früh, ungefähr Mitte Oktober. Da sind die Bedingungen meistens noch ziemlich gut und der Boden leidet nicht unter dem hohen Druck des Roders», sagt Dünki.

Als Dünki die Auswertung seiner Rüben des Jahres 2020 bekam, freute er sich. «Ich habe schon im Feld und anhand der Mieten gesehen, dass das Ergebnis nicht schlecht ausfallen würde. Dass es aber eines der besten Jahre überhaupt wird, hätte ich nicht unbedingt gedacht», so Dünki.

In konkreten Zahlen pro Hektare heisst das für seinen Betrieb:

  • 105 Tonnen Rüben
  • 18,6 Prozent Zuckergehalt
  • 89,9 Prozent Ausbeute
  • 6 Prozent Erdabzug
  • 17 Tonnen bereinigter Zuckerertrag pro Hektare
  • Das Wetter hat im Jahr 2020 den Ernteerfolg begünstigt

Dünki räumt ein, dass auch das Wetter seinen Teil zum Erfolg beigetragen habe. «Im Sommer hatten wir immer wieder genau dann, wenn es nötig war, etwas Niederschlag», sagt Dünki. Von seinen Kulturen bewässert er nur die Kartoffeln mit einer Tröpfchenbewässerung und Wasser ab Hydrant. Bei den Rüben würde sich der Aufwand für eine Bewässerung nicht lohnen.

Thomas Dünki ist nicht der Typ, der einfach immer das Gleiche macht. Erfahrungen sammeln, dazulernen, neues ausprobieren, justieren – das reizt den gelernten Landmaschinenmechaniker. So wird Dünki auch im nächsten Jahr das eine oder andere ändern. «Ich werde mit Novalina KWS wieder eine neue Sorte ausprobieren. Zudem möchte ich auf einem Teil meiner Fläche versuchen, IP-Suisse Rüben anzubauen», sagt Dünki.

Im Ackerbau müsse man aber flexibel bleiben. «Ich weiss noch nicht, wie sich die Böden zum Saatzeitpunkt genau präsentiere und wie hoch der Blattlausdruck wird. Als Ackerbauer ist es zwar gut, Pläne zu haben. Wichtig ist aber auch, diese Pläne über Bord zu werfen, wenn es angezeigt ist. Man muss oft improvisieren», sagt Dünki. Die Rüben gehören zu Dünkis Betrieb dazu. Solange er die Kultur mit gutem Erfolg anbauen kann, möchte er daran festhalten.

 

So baute Thomas Dünki seine Rüben an

Vorkultur:Getreide und Gründüngung.

Folgekultur: Kartoffeln

Bodenbearbeitung:Pflug oder Grubber vor der Saat der Gründüngung. Im Frühjahr Kreiselegge oder Flachgrubber.

Sorten: Tesla und Strauss

Düngung:Mist und Gülle zur Gründüngung. 1 kg Bor-Ammonsalpeter zur Saat und in frühem Stadium 3 kg Mg-Ammonsalpeter. Zudem erhalten alle Parzellen jährlich 100 kg PRP als Bodenverbesserer.

Pflanzenschutz:Herbizid-Splitauf vier Anwendungen verteilt. Zudem ein bis zwei Fungizid-Behandlungen und nach Bedarf Insektizid gegen Blattläuse. Letztes Jahr waren zwei Behandlungen nötig.

Besonderes: Reihenabstand 45 cm und Anlage von Fahrgassen

 

 

Betriebsspiegel der Familie Dünki

Thomas Dünki, Ossingen ZH

LN: 37 ha

Bewirtschaftung: ÖLN

Kulturen: Zuckerrüben, Kartoffeln, Mais, Winterweizen, Wintergerste, Triticale, Gründüngungen

Tierbestand: 120 Mastmuni-Plätze, 3 Pensionspferde

Nebenerwerb: Landmaschinenmechaniker