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Saison-Mitarbeitende rundum korrekt versichern

Landwirte brauchen einiges an Wissen über Arbeitsrecht, Versicherungen und Buchhaltung, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Gerade in der Erntesaison brauchen viele Betriebe zusätzliche Unterstützung durch Saison-Mitarbeitenden.


Publiziert: 25.04.2019 / 07:30

Manchmal braucht es bloss ein wenig Pech: Freundlicherweise schneidet der Nachbar kurz die Hecke auf dem Nachbarsbetrieb. Er ist einen Moment unachtsam und stürzt von der Leiter. Dabei bricht er sich das Bein.

Wer haftet nun? Im Grundsatz der Nachbar, da er unentgeltlich arbeitet. Die Aushilfen-Versicherung kann einen solchen Fall aber decken, insbesondere aus moralischen Gründen, wenn der Nachbar schlecht versichert und die Heilungskosten hoch sind. Anders liegt der Fall bei Angestellten: Pflückt ein Saisonarbeiter auf dem Hof Erdbeeren und verunfallt, bezahlt dies klar die Unfallversicherung des Angestellten.

Sonja Ebener von Nebiker Treuhand empfiehlt die sogenannte «Globalversicherung», welche zum Beispiel auch Agrisano im Angebot hat. Die Globalversicherung passt für familienfremde Angestellte. Sie deckt in einer einzigen Police Unfallversicherung, Pensionskasse, Krankentaggeld-Versicherung, Krankenkasse und Privathaftpflicht-Versicherung für ausländische Angestellte ab.

Viele Vorschriften bei Saison-Mitarbeitenden

Bei Saison-Mitarbeitenden aus dem Ausland gilt es einiges zu beachten. Gute Mitarbeitende finden Betriebe entweder im eigenen Bekanntenkreis über Mund-zu-Mund-Propaganda oder über Vermittlungsstellen. Eine Vermittlung über eine Agentur hat den grossen Vorteil, dass in der Regel weniger Aufwand für die Administration anfällt.

Meldepflicht für offene Stellen auch in der Landwirtschaft

Seit dem 1. Juli 2018 gilt, dass alle offenen Stellen in gewissen Berufsarten dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum RAV gemeldet werden müssen. Dazu gehören auch landwirtschaftliche Gehilfen. Ausnahmen gibt es nur für kurze Einsätze bis 14 Tage, für nahe Verwandte oder Anstellungen im Gemüse- und Weinbau.

Entsprechend gilt: Will ein Betriebsleiter jemanden anstellen, fragt er bei einer Vermittlungsstelle oder beim RAV an. Auf der Seite www.arbeit.swiss gibt es einen «Check-up». Damit lässt sich prüfen, ob die Stelle meldepflichtig ist, sprich ob eine Landwirt sich beim RAV melden muss.

Auf dieser (und weiteren) Plattformen können die Landwirte Stellen ausschreiben und erhalten dann eine Bestätigung vom RAV über die Meldepflicht. Das RAV leitet den Landwirten drei passende Dossiers weiter, welche der Betriebsleiter prüfen muss. Seine Entscheidung muss er dem RAV mitteilen. Während fünf Arbeitstagen darf die Stelle nirgends sonst ausgeschrieben werden – deshalb ist eine gute Planung der Arbeitseinsätze zwingend.

Ausländische Mitarbeitende bei der kantonalen Behörde melden

Hat man Saison-Mitarbeitende aus dem Ausland gefunden, gilt es, weitere Gesetze und Verordnungen zu beachten. Arbeiterinnen und Arbeiter aus den EU-28- und EFTA-Staaten dürfen pro Kalenderjahr höchsten 90 Tage in der Schweiz arbeiten. Für ihre Arbeitsbewilligung braucht es spätestens acht Tage vor Arbeitsbeginn eine Meldung an die kantonale Arbeitsmarkt-Behörde. Wer Arbeiterinnen und Arbeiter für mehr als 90 Tage beschäftigen möchte, braucht vorgängig eine Bewilligung.

Sind die Arbeiterinnen und Arbeiter auf dem Hof, stellt sich die Frage von Kost und Logis. Um unnötige Diskussionen zu vermeiden, ist ein detaillierter Arbeitsvertrag sinnvoll. Darin sind der Bar-Lohn und der Natural-Lohn (Kost und Logis) und die ­genauen Tätigkeiten festgehalten.

Musterverträge gibt es auf den Websites der kantonalen Bauernverbände. Lohnrichtlinien geben der Schweizer Bauernverband SBV, der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband SBLV sowie die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Berufsverbände landwirtschaftlicher Angestellter ABLA jährlich heraus.

Den Lohn korrekt auf verschiedenen Posten verbuchen

Für die Buchhaltung des Betriebs wird das monatlich bezahlte Gehalt als Lohnaufwand verbucht. Der Natural-Lohn wird separat ausgewiesen. Gebühren und Bewilligungskosten gehören zum Posten «Personalaufwand». Gewisse Kosten können den Saison-Mitarbeitenden vom Lohn abgezogen werden, etwa Krankenkasse und Quellensteuer. Die Sozialversicherungsabzüge werden auf einem separaten Konto verbucht.

Geregelt ist auch der Anspruch auf Ferien und Arbeitszeit (siehe Normal-Arbeitsvertrag Landwirtschaft). Es gelten die 5,5-Tage-Woche und eine wöchentliche Arbeitszeit von 55 Stunden im Jahresdurchschnitt. Das entspricht einem Arbeitstag von maximal 10 Stunden. Mindestens einmal monatlich muss ein freier Tag auf einen Sonntag fallen.

Klare Anweisungen und deutliche Gespräche sind nötig

Neben all den gesetzlichen Regelungen sollten sich Betriebsleiter auch die «weichen» Faktoren überlegen: Sprachbarrieren und Leistungsunterschiede. Sprachprobleme lassen sich mit Online-Übersetzungshilfen und klaren, am besten bildlich dargestellten Anleitungen, lösen. Bei Leistungsunterschieden muss der Betriebsleiter das Gespräch mit dem Angestellten suchen und nach den Gründen suchen. Oft hilft es, Ziele zu setzen und diese zu überprüfen. Bringt dies nichts, folgen eine Abmahnung und im Extremfall die Entlassung.

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