Bioabbaubare Mulchfolien haben gegenüber konventionellen PE-Folien den Vorteil, dass sie nach dem Gebrauch nicht eingesammelt werden müssen. Sie können direkt in den Boden eingebracht werden. Im Idealfall werden die bioabbaubaren Mulchfolien genau wie Pflanzenrückstände im Boden abgebaut und umgesetzt.

Doch wer garantiert, dass diese bioabbaubaren Folien im Boden wirklich vollständig zu CO2 und mikrobieller Biomasse abgebaut werden? Den Bioabbau von Polymeren vollumfänglich nachzuweisen, war bisher nicht möglich. Die Gruppe Umweltchemie der ETH Zürich hat in den vergangenen Jahren dafür neue Ansätze entwickelt. Erfüllt eine Folie beispielsweise die EU-Norm EN 17033, wird der in der Folie enthaltene Kohlenstoff innerhalb von zwei Jahren zu 90 % in COumgewandelt. Dies bestätigen zumindest Versuche im Labor.

Auch im Gewächshaus und im Freiland werden die Forschenden gemeinsam mit Agroscope und Eawag dem biologischen Abbau der Folien nun auf den Grund gehen. Das Projekt wird vom Bundesamt für Landwirtschaft unterstützt. Ziel ist zu zeigen, dass bioabbaubare Polymere dieses Attribut wirklich verdienen und nicht in der Umwelt zurückbleiben.

 

 

StandPunkt von Daniel Bachmann, Fachstelle Gemüse, Strickhof:
Forschung mit direktem Nutzen [IMG 2]

Bioabbaubare Mulchfolien sind im Freilandgemüsebau immer beliebter. Gleichzeitig besteht ein grosser Informationsbedarf über die Prozesse im Feld und die entscheidenden Faktoren beim Abbau.

Es liegt im Eigeninteresse jedes Betriebs, dass sich die Folien nach der Kultur möglichst rasch und vollständig im Boden abbauen. Die Norm EN 17033 war ein erster wichtiger Schritt, um die Qualität der Folien zu vereinheitlichen und die Betriebe vor «Billigprodukten» zu schützen.
Entscheidend ist jedoch der Abbau im Feld bei Trockenheit, Nässe, Hitze und Kälte − nicht unter Laborbedingungen. Die Arbeit von Michael Sander und seinem Team ist daher enorm wichtig. Je besser die Vorgänge im Boden verstanden werden, desto sachgerechter können die Materialien eingesetzt werden.

Das ist keine Forschung für die Galerie, sondern hat 1:1 einen praktischen Nutzen für AnwenderInnen, Berater und die Öffentlichkeit.