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Raps-Untersaat ist reif für die Praxis

Die Raps-Untersaat ermöglicht auf geeigneten Parzellen einen herbizidlosen Rapsanbau. Die Untersaat wäre eine gute Alternative für Raps-Herbizide, die unter Beschuss sind. Das Verfahren ist vor allem in der Westschweiz verbreitet.


Seit Jahren ist sie von Genf bis an den Bodensee an Flurbegehungen zu sehen: Die Untersaat im Raps. Richtig angewandt ist das Prinzip bestechend: Die Untersaat wird gleichzeitig mit dem Raps gesät.

Rasches Auflaufen dieser speziell ausgewählten Pflanzen der Untersaat-Mischung sorgt dafür, dass Unkräuter am Keimen gehindert werden oder das Wachstum gebremst wird.

Im Idealfall ist also mit der Saat bereits auch die Unkrautbekämpfung erledigt. Damit das aber gelingt, dürfen keine Fehler gemacht werden.

Dunkle Wolken über den Raps-Herbiziden

Die Untersaat im Raps ist seit Jahren ein Thema, und brandneue Erkenntnisse dazu gibt es kaum. Weshalb es dennoch wichtig und richtig ist, das Thema in den Fokus zu rücken, erklärt Hans Ramseier.

Für den Professor für Pflanzenschutz und ökologischen Ausgleich an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL in Zollikofen ist die Herbizid-Behandlung im Raps aus zwei Gründen umstritten:

Erstens erfolgt die Herbizid-Behandlung im Raps fast immer im Vorauflauf, weshalb nicht von einer «der Situation angepassten Behandlung» gesprochen werden kann.

Zweitens ist der in der Herbizid-Behandlung für Raps häufig enthaltene Wirkstoff Metazachlor umstritten aufgrund seiner Gewässerbelastung

Würde Metazachlor wegfallen, blieben kaum noch genug Herbizide übrig, um dem Unkraut wie bisher gewohnt Herr zu werden. Und genau hier könnte die Untersaat in die Bresche springen.

Untersaat im Raps ist nur bei tiefem Unkrautdruck empfehlenswert

«Der herbizidlose Rapsanbau mit Untersaat funktioniert und ist reif für die Praxis», sagt Ramseier. Der Professor für Pflanzenschutz und ökologischen Ausgleich hat sich über Jahre mit der Raps-Untersaat beschäftigt.

Die Erfahrung hat gezeigt: Richtig angewandt bringt die Raps-Untersaat Erfolg.

Erfolg heisst: Auf eine Herbizidbehandlung kann verzichtet werden, und es lassen sich zusätzliche Bundesbeiträge bei vergleichbaren Erträgen erzielen. Und die richtige Anwendung?

Vorneweg mahnt Ramseier: «Die Untersaat ist nur auf Parzellen mit mittlerem bis tiefem Unkrautdruck zu empfehlen. Zudem sollten keine Problemunkräuter wie Quecken, Disteln oder Klebern vorhanden sein.»

Wichtig sei auch, dass vor der Rapssaat eine oder mehrere Stoppelbearbeitungen durchgeführt werden, um das Ausfallgetreide zu vernichten.

«Auch wenn so einige der schweizweit angebauten 23'000 Hektaren Rapsfläche nicht mehr in Betracht für eine Untersaat kommen, ist das Potenzial für dieses Verfahren dennoch sehr gross», so Ramseier.

Wer sich für eine Untersaat entschieden hat, darf nicht zu spät säen. «Der Saattermin mit Untersaat ist gegenüber der konventionellen Saat um ein paar Tage vorzuziehen», empfiehlt Hans Ramseier.

Dies, damit sich die Untersaat im Raps – insbesondere die darin enthaltenen wärmebedürftigen Leguminosen – bis zum Winter ausreichend stark entwickeln kann. Und: Die Jugendentwicklung des Raps ist aufgrund der Konkurrenz zur Untersaat leicht verzögert.

Untersaat im Raps: All-in-One oder abgesetztes Verfahren möglich

Die Untersaat kann entweder mittels Drillsaat gleichzeitig und in demselben Arbeitsgang wie der Raps gesät werden. In der Praxis verbreitet ist aber auch die vorgängige Saat der Untersaat zum Beispiel mit Krummenacher, gefolgt von der Rapssaat im Einzelkornverfahren.

Besonders geeignet wäre auch die kombinierte Saat mit einer Maschine mit zwei Sätanks, damit immer auf eine Reihe mit Raps eine Reihe mit der Untersaat folgt. So wird der Standraum optimal ausgenutzt.

Raps-Untersaat ist vor allem in Westschweiz verbreitet

Die Ufa Samen, Samen Steffen, OHS und die Eric Schweizer AG bieten individuelle Untersaatmischungen für den Rapsanbau an. Alle Firmen stellen einen Anstieg der Nachfrage auf bescheidenem Niveau fest.

In der Westschweiz ist die Raps-Untersaat stärker verbreitet als in der Deutschschweiz. Das Verfahren ist auch aus Frankreich in die Schweiz gekommen, und die Untersaat wurde in der Romandie politisch gefördert.

Die Saatguthändler empfehlen, die Kultur nach der Saat genau zu begleiten und den Erfolg der Untersaat im Feld zu beobachten. Bis im Frühling könnte noch die Notbremse mit einem Herbizid gezogen werden.

Die Raps-Untersaat hat positive Nebeneffekte

Primäres Ziel der Untersaat im Raps ist das Unterdrücken von Unkräutern. Die Kosten für die Untersaat sind mit jenen für das Herbizid vergleichbar.

Die Untersaat kann aber weitere positive Nebeneffekte zur Folge haben. «Die Untersaat hat einen Ablenkeffekt auf die Raps-Erdflöhe», berichtet Hans Ramseier. In Flächen mit Untersaat wurden im Frühling weniger Erdfloh-Larven gezählt. Als Grund vermutet Ramseier, dass der Schädling die Rapspflanzen im Gemisch mit der Untersaat weniger gut ausfindig machen kann.

Bei hohem Befall muss der Erdfloh aber auch beim Verfahren mit Untersaat bekämpft werden. Sollten jedoch Pyrethroide verboten werden, kann die Untersaat helfen, den Rapsanbau weiterhin zu ermöglichen.

Raps-Untersaat ist seltener im Bio-Landbau

Im Bio-Landbau wird schon lange herbizidlos Raps angebaut. Biologisch produzierende Landwirte setzen allerdings selten auf die Untersaat.

«Der Unkrautdruck auf Bio-Parzellen ist oft zu hoch», erklärt Hans Ramseier von der HAFL in Zollikofen. Die Unkrautbekämpfung im Bio-Raps erfolgt daher meist mechanisch mit Hacken und Striegeln.

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