Steine vom Acker entfernen, das war einmal eine Angelegenheit für die ganze Familie. Was lange Zeit mühsame Handarbeit war, geht längst auch mechanisch mit einem Steinsammler. Damit diese Maschine saubere Arbeit verrichten kann, muss der Landwirt seinen Acker aber gut vorbereiten.

«Wichtig ist, dass der Ackerboden fein, ausgeebnet und trocken ist», weiss Lohnunternehmer Hansjörg Brütsch aus Ramsen SH. Seit 10 Jahren gehört ein Steinsammler zum Fuhrpark des Lohnbetriebes, eingesetzt wird das Gerät im Umkreis von rund 50 Kilometern.

Steinsammler-Maschinen sind besonders bei Kartoffel- und Gemüsebauern beliebt

Am häufigsten sammelt Brütsch Steine bei Kartoffel- und Gemüsebauern. «Insbesondere nach der Kartoffelernte macht die Maschine gute Arbeit, da hier die Steine bereits an der Oberfläche liegen», weiss Brütsch.

Es gehören aber auch Ackerlandwirte ohne Kartoffeln oder Gemüse in der Fruchtfolge zu seinen Kunden. «Wenn es sehr viele Steine im Boden hat, kann sich das Sammeln auch ohne diese Kulturen lohnen», sagt Brütsch.

Die Vorteile: Die Bodenbearbeitungsgeräte werden weniger stark beansprucht, der Verschleiss ist kleiner. Bei Kulturen wie Karotten oder Kartoffeln leistet das Steinesammeln zudem einen Beitrag zur Qualität der Ernte, da so weniger Schlagschäden entstehen.

Wer auf einer steinigen Parzelle den Steinsammler kommen lässt, ist nicht einfach auf einen Schlag alle Steine los. «Ein Steinsammler nimmt nie alle Steine weg. Er heisst auch Steinsammler und nicht etwa Stein-Ausgraber, und zwar aus gutem Grund: Was oberflächlich liegt, kann eingesammelt werden, was im Boden vergraben ist aber nicht», stellt Lohnunternehmer Brütsch klar.

Das heisst, der Landwirt muss den Boden so vorbereiten, dass die Steine oberflächlich zu liegen kommen. «Am besten eignet sich hierfür eine Federzahnegge», weiss Dominic Müller von der Müller Siblingen GmbH, die seit 2020  Steinsammler der finnischen Marke Kivi Pekka in der Schweiz vertreibt.

Für den Steinsammler darf die Erde nicht zu grobschollig sein

Entwickelt wurden Steinsammler in Skandinavien. Dort wurde Dauergrünland in Ackerfläche umgewandelt. Damit das gelang, mussten nach dem Umbruch zunächst die vielen Steine entfernt werden. Dominic Müller erklärt das Funktionsprinzip der Maschine:

«Rotoren fördern die Steine hin zur Mitte, wo ein grosser Rotor – ähnlich wie beim Ladewagen, nur deutlich massiver gebaut – die Steine aufnimmt und zu einem Rechen fördert, wo die Erde abgesiebt wird. Die Steine werden nun hoch in den Bunker gefördert.»

Für ein gutes Ergebnis darf die Erde nicht zu grobschollig sein, damit kein Humus-Abtrag stattfindet und die Erde ausgesiebt werden kann.

Die Kreiselegge sollte vor dem Steinsammeln aber keinesfalls eingesetzt werden. »Mit der Kreiselegge werden die Steine im Boden nach unten gebracht», weiss Hansjörg Brütsch. Auf schweren Böden ist das Steinesammeln somit am besten im Frühjahr nach einer Frostgare möglich.

Steinsammler sind trotz hartem Einsatz sehr langlebige Maschinen

Bereits seit 20 Jahren vertreibt die Meier Maschinen AG aus Marthalen Steinsammler der Marke Kongskilde. Martin Nussbaum, verantwortlich für die Bodenbearbeitungsgeräte, weiss aus Erfahrung:

«Steinsammler sind sehr langlebige Maschinen. Jährlich werden in der Schweiz schätzungsweise rund 5 Maschinen verkauft.»

Nussbaum hat festgestellt, dass die Maschinen in trockenen Jahren vermehrt zum Einsatz kommen, und zwar nicht nur in der Landwirtschaft. «Steinsammler werden auch für Golf- oder Poloplätze oder von Bauunternehmungen für Rekultivierungsflächen eingesetzt», sagt Nussbaum.

Die Tarife für das Steinesammeln bewegen sich um rund 200 Franken pro Arbeitsstunde für Mann, Traktor und Maschine. Hinzu kommt eine allfällige Anfahrtspauschale.

Die Flächenleistung ist sehr unterschiedlich und abhängig von der Bodenvorbereitung des Landwirtes, der Parzellenform und davon, wie grosse Steine eingesammelt werden sollen beziehungsweise welches Sieb eingesetzt wird.

Lohnunternehmer Brütsch rechnet mit drei bis sechs Stunden pro Hektare. Entscheidend für die Arbeitszeit sei auch die Frage, wo genau die Steine abgeladen werden müssen.

Ideal für ein rasches und effizientes Arbeiten ist, wenn die Steine direkt beim Feld auf einen Haufen gekippt oder in ein geeignetes Fahrzeug übergeladen werden können.

 

 

Wohin mit den Steinen?

Je nach Grösse und Beschaffenheit der Steine können diese an ein Kieswerk verkauft werden. Oder das Kieswerk übernimmt die Steine gratis und erledigt dafür den Abtransport. In manchen Fällen muss auch die Entsorgung der Steine bezahlt werden, was im Vorfeld abgeklärt werden sollte.

Elegant gelöst ist das Problem, wenn man die Steine selber verwenden kann: Steinhaufen als Öko-Element, Steine für den Bau von Drainagen oder zum Hinterfüllen von Bauten.

Steinsammler werden meist überbetrieblich von Lohnunternehmern eingesetzt. Der Zugkraftbedarf ist verhältnismässig gering, da nur sehr oberflächlich gearbeitet wird. Wichtig ist, dass der Traktor das Gewicht der Maschine im Griff hat – mit vollem Bunker je nach Modell bis zu 8 Tonnen, davon 4,5 Tonnen Steine.

Auf ebenen Parzellen können bereits 70 PS ausreichen, ist das Gelände aber steiler, sollten mindestens 100 PS Leistung zur Verfügung stehen.