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SGD – Absetzen ohne vorbeugende Antibiotika

Ferkel absetzen ohne vorbeugenden Antibiotika-Einsatz: Das ist eines der Ziele des SuisSano-Gesundheitsprogrammes für Schweine. Der SGD unterstützt Betriebe mit Abklärungen und Tipps für Anpassungen im Management.


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Kurz & bündig

  • Der SGD will den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz verringern, um Resistenzen vorzubeugen.
  • Mit dem Gesundheitsprogramm SuisSano unterstützt der SGD die Landwirte.
  • Beim Absetzen helfen Wühlerde, ein angepasstes Management und die Trennung nach Grösse statt nach Wurf.
  • Tritt dennoch Durchfall auf, helfen bewährte Hausmittel wie Cola, Essig oder Holzkohle.

Seit Jahren setzt sich der Schweinegesundheitsdienst (SGD) für die Gesundheit der Schweine ein und verfolgt das Ziel, den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz zu minimieren. Mit der Einführung des SuisSano-Gesundheitsprogrammes für Schweine kommt diesem Ziel eine weitere Wichtigkeit zu. Der Antibiotikaeinsatz soll auf eine sinnvolle therapeutische Verwendung beschränkt werden.

Ferkel absetzen ohne den vorbeugenden Antibiotika-Einsatz

Dem Absetzen kommt dadurch eine besondere Bedeutung zu. Es handelt sich um eine sehr kritische und infektanfällige Zeit im Schweineleben. Deshalb wird dieser Moment von einzelnen Betrieben immer noch mit Hilfe von Antibiotika durchgestanden.

Da jeder Einsatz von Antibiotika das Auftreten von Antibiotika-Resistenzen fördert, unterstützt der SGD die Betriebe durch gründliche Ursachenabklärungen und Anpassungen im Management, um gesunde Ferkel ohne vorbeugende Medizinierung abzusetzen.

Im Folgenden wird anhand eines Praxisbeispiels gezeigt, welche bereits vielfach bewährten Möglichkeiten es gibt. Im konkreten Fall behandelte ein Betrieb seit Jahrzehnten wegen Problemen mit Coli-Durchfall alle Ferkel routinemässig beim Absetzen für zehn Tage mit Colistin. Mit dem Anschluss an das SuisSano Programm ist dies nicht mehr gestattet. Nun galt es, das Absetzmanagement so anzupassen, dass die abgesetzten Ferkel auch ohne Colistin nicht an Durchfall erkrankten.

Gründliche Abklärungen und Anpassungen im Management

Vor dem ersten Versuch, Colistin wegzulassen, verschaffte sich die SGD-Beraterin vor Ort ein Bild der Gegebenheiten. Zudem wurden Kotproben zwecks Ausschluss anderer Durchfallerreger eingeschickt. Massnahmen, die den Stress für die Ferkel und den Keimdruck der Umgebung senken sollen, wurden diskutiert.

Als erste Massnahme bekamen die Ferkel von Anfang an zusätzlich zum Ferkelstarterfutter Wühlerde neben dem Trog der Sau angeboten. Wühlerde hemmt durch darin enthaltende Säuren die Vermehrung unerwünschter Keime schon bei den ganz Kleinen. Das darin enthaltende Eisen unterstützt eine gesunde Entwicklung.

Im nächsten Schritt wurde beim Absetzen zuerst nur die Sau aus der Abferkelbucht genommen. Die Ferkel durften noch ein paar Tage in der gewohnten Umgebung bleiben. So konnten sie mit weniger Stress lernen, ohne Mutter nur pflanzliches Festfutter zu fressen und sich schrittweise an das Absetzerfutter gewöhnen.

Der Ferkelstarter wurde langsam verschnitten. Etwas Milchpulver während der ersten Tage ohne Muttermilch machte den Ferkeln die Umstellung auf ausschliesslich Festfutter ebenfalls leichter. Wühlerde wurde weiterhin angeboten.

Während dieser Zeit konnten die für die Absetzer vorgesehenen Buchten im Jagerstall nach der Reinigung und Desinfektion ein paar Tage länger trocknen. Diese Massnahme hilft, den Keimdruck zu reduzieren.

Beim Umzug in den Jagerstall wurden die Ferkel nun nach Grösse statt wurfweise sortiert. Vor allem ein Zusammenlegen der kleinsten Ferkel in eine sogenannte «Abräumgruppe» ist eine sehr hilfreiche Massnahme, um den unter ihrem Grössennachteil meist deutlich leidenden Ferkeln das Leben zu erleichtern.

Die kleinsten Ferkel sind oft auch empfindlicher für Keime oder bereits erkrankt. Kranke Tiere stecken ihre gesunden Buchtengenossen permanent an. Deshalb ist es doppelt sinnvoll, solche Ferkel von ihren gut entwickelten Wurfgeschwistern fernzuhalten.

Im oben erwähnten Betrieb haben die empfohlenen Änderungen zum Erstaunen und auch zur Freude des Landwirtes den gewünschten Erfolg gebracht. Das Absetzen hat in den ersten Umtrieben gut und ohne Colistin funktioniert – ganz ohne Durchfall. Was aber soll ein Betriebsleiter tun, wenn es aus logistischen oder Platzgründen nicht möglich ist, die Ferkel länger in der Abferkelbucht zu be-lassen oder eine Abräumgruppe einzurichten? Oder wenn trotz aller Sorgfalt doch Durchfall nach dem Absetzen auftritt?

Coli-Bakterien sind noch immer die häufigsten Durchfall-Erreger beim Jager. Trotzdem sollten bei wiederkehrenden Problemen andere Ursachen ausgeschlossen werden. Der typische Absetzerdurchfall durch Colibakterien hat oft eine normale Kotfarbe und ist dünnbreiig bis wässrig. Die Tiere zeigen je nach Schweregrad der Erkrankung eine starke Austrocknung durch den Flüssigkeitsverlust und eingefallene Flanken. Verschiedene vorbeugende Massnahmen übers Futter, um schwere Verlaufsformen und damit einen Antibiotika-Einsatz zu vermeiden, sind möglich.

Das Fazit: Ohne Antibiotika absetzen ist möglich und oft erstaunlich einfach. Ein möglichst stressarmes Absetzen, eine einwandfreie Futter- und Stallhygiene und eine breite Palette an bewährten Hausmitteln sollten es jedem Betrieb erlauben, ein stimmiges, antibiotikafreies Absetzen mit gesunden Ferkeln zu etablieren.

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