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Umwelt- und Tierschutz-Organisationen gegen die Landwirtschaft – Editorial von Chefredaktor Jürg Vollmer

Die grösste und bestfinanzierte Lobby in der Schweizer Landwirtschaft sind Umwelt- und Tierschutz-Organisationen, Denkfabriken und Denkwerkstätten. Kommentar von «die grüne»-Chefredaktor Jürg Vollmer.


Die Schweizer Umwelt- und Tierschutz-Organisationen haben viel Geld. So richtig viel Geld. Dagegen sind die Budgets der viel zitierten «Bauern-Lobby» nur Kleingeld.

Die Revision des Jagdgesetzes (Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel) haben die Umwelt- und Tierschutz-Organisationen zum Beispiel mit einer Werbepräsenz «versenkt», die gemäss dem Marktforschungsintitut Media Focus 6,35 Mio. Schweizer Franken hoch war. Damit wurden unter anderem 540 Inserate gegen das Jagdgesetz finanziert. Dazu kommen geschätzte 3 bis 4 Mio. Franken unter anderem für Flyers an Schweizer Haushalte, Werbung auf Facebook, Inserate in Special Interest-Magazinen wie der «Tierwelt» – und die professionelle Kampagnenorganisation. Alles zusammen Handgelenk mal Pi rund 10 Mio. Franken.

Die Kampagne der Befürworter hatte ein Budget von nur 1,3 bis 2 Mio. Franken. Das reichte nur für 110 Inserate – also fünf Mal weniger Inserate – und prompt wurde das Jagdgesetz in der Volksabstimmung vom 27. September 2020 mit einer knappen Mehrheit von 51,9 Prozent versenkt.

Über Sinn und Unsinn dieser Revision des Jagdgesetzes kann man diskutieren. Tatsache ist aber, dass spendenfinanzierte Organisationen wie Greenpeace, WWF, Pro Natura und der Schweizer Tierschutz STS zusammen eine finanzstarke Lobby bilden, die für die Schweizer Landwirtschaft zum grossen Problem wird.

Die Umwelt- und Tierschutz-Vereine – aber auch Organisationen wie Avenir Suisse und Vision Landwirtschaft – können zum Beispiel teure Studien in Auftrag geben, deren Resultate vom Geldgeber bestimmt werden. So wie die aktuellen Studien zu den externen Kosten der Schweizer Landwirtschaft (lesen Sie dazu auch den «StandPunkt» von Ökonom Mathias Binswanger).

In diesen Studien sind die externen Kosten der Schweizer Landwirtschaft viel höher als in der Realität. Bei Avenir Suisse rund 20 Mal höher. Das Sprachrohr der Schweizer Konzerne und Grossunternehmen rundet da sehr grosszügig auf.

Bei ihrer Studie zu den externen Kosten der Schweizer Landwirtschaft rundet auch Vision Landwirtschaft grosszügig auf. Nach eigener Darstellung ist diese Organisation eine Denkwerkstatt unabhängiger Agrarfachleute. Wenn man genau hinschaut, ist es das Schaulaufen eines radikal ökologischen Agronomen, eine Einmann-Economiesuisse für Bauern-Bashing.

Pikanterweise wird Vision Landwirtschaft und deren Geschäftsführer Andreas Bosshard von der Basler Chemie mitfinanziert: Die Mava Foundation ist die Stiftung von Luc Hoffmann, einem Enkel des Hoffmann-La Roche-Gründers.

Die Mava Foundation lobt Bosshard ganz unbescheiden als «Helden, der eine unabhängige Denkfabrik-Kampagnen-NGO im Kampf für eine nachhaltige Landwirtschaft in der Schweiz anführt». (Mava Foundation-Heroes: Andreas Bosshard). Mit Geld des Hoffmann-La Roche-Erben lässt sich natürlich gut als «Held» gegen die Schweizer Bauern stänkern.

Die grösste und bestfinanzierte Lobby in der Schweizer Landwirtschaft sind also die Umwelt- und Tierschutz-Organisationen, die Denkfabriken und Denkwerkstätten. Da haben sich die Schweizer Bauern einen (finanz-)starken Gegner eingehandelt.

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