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SGD – PDNS verursacht ähnliche Hautblutungen wie die Schweinepest

Porcine Dermatitis und Nephropathie Syndrom PDNS verursacht Symptome wie punktförmige Einblutungen in der Haut und Fressunlust. Die Symptome treten auch bei Schweinepest auf. Deshalb ist eine Ausschluss-Untersuchung nötig.


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Kurz & bündig

  • Bei Symptomen, die auf das Porcine Dermatitis und Nephropathie Syndrom PDNS hindeuten, braucht es eine Ausschluss-Untersuchung.
  • Tierhalter sollten bei folgenden Symptomen den (SGD-)Tierarzt benachrichtigen:
  • punktförmige Blutungen (in Haut und/oder Schleimhäuten)
  • rote Augen (Bindehautentzündung)
  • erschwerte Atmung
  • Durchfall oder Verstopfung
  • plötzliche Todesfälle
  • Aborte
  • Allgemeinsymptome (z.B. Fieber, Fressunlust, Teilnahmslosigkeit)
  • Es ist wichtig, den Schweine-bestand durch Biosicherheits-Massnahmen vor Schweinepest zu schützen.

 

Anfang 2020 wurde auf einem Betrieb ein 45 kg schweres Mastschwein mit Fressunlust und punktförmigen Blutungen in der Haut beobachtet. Die Einblutungen waren über den ganzen Körper verteilt, besonders betroffen waren Hintergliedmassen, Rüssel und Hals. Der Betrieb mit 220 Mastschweinen stallt diese kontinuierlich von einem Züchter ein. Andere Tiere dieser Alterskategorie waren nicht betroffen.

Die beschriebenen Symptome sind typisch für das Porcine Dermatitis und Nephropathie Syndrom PDNS. Da solche Veränderungen aber auch bei Tieren beobachtet werden, die an Schweinepest erkrankt sind, wurde der SGD informiert, um Proben für eine Ausschluss-Untersuchung zu gewinnen.

Diese ist in solchen Fällen zwingend, da es sich um meldepflichtige Tierseuchen handelt. In diesem Zusammenhang gilt der Grundsatz «Lieber einmal zu viel als zu wenig untersuchen». Eine Ausschlussuntersuchung ist möglich, wenn trotz Schweinepest-ähnlicher Symptome kein dringender Verdacht besteht. Das Verfahren ist unkompliziert, da der Betrieb dafür nicht gesperrt wird. Die anfallenden Kosten werden vom Bund getragen.

Wenige Tage nach der Probennahme ist das betroffene Tier verendet. Es wurde eine Hofsektion durchgeführt, wobei mehrere pathologische Veränderungen ersichtlich waren:

  • Die äusserlich sichtbaren Blutungen in der Haut waren auch in der Unterhaut zu erkennen.
  • Die Lymphknoten waren vergrössert und dunkelrot verfärbt.
  • Die Schleimhaut der Harnblase war ebenfalls von massiven Einblutungen betroffen.
  • In den Nieren zeigten sich punktförmige Blutungen.
  • Zudem konnte eine Lungenentzündung diagnostiziert werden.

Was ist das Porcine Dermatitis und Nephropathie Syndrom?

Das Porcine Dermatitis und Nephropathie Syndrom wird durch eine Infektion mit porcinen Circoviren Typ 2 (PCV2) hervorgerufen. In der Folge kommt es zur Ablagerung von Antigen-Antikörper-Komplexen an den Wänden der Blutgefässe. Diese werden dadurch so stark geschädigt, dass es zu sichtbaren Blutungen in der Haut kommt.

Neben der Haut sind vor allem die Nieren betroffen. Diese werden derart geschädigt, dass sich Harnstoff im Blut anreichert (Urämie), da er nicht mehr vollständig herausgefiltert werden kann.

Klinisch macht sich dies in Form von Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Fieber bemerkbar. Auch Störungen in der Bewegungskoordination (Ataxie), Lähmungen und Muskelzittern (Tremor) können auftreten.

Die Hautveränderungen sind zunächst punktförmig, werden dann grösser und verlaufen zu flächenhaften Blutungsarealen. Hauptsächlich betroffen sind meist die Flanken und Hintergliedmassen, aber auch an Hals, Ohren und weiteren Körperstellen können die Einblutungen beobachtet werden.

Die Symptome treten vor allem bei Tieren mit einem Gewicht von 30 bis 50 kg auf. Die Erkrankungshäufigkeit innerhalb eines betroffenen Bestandes ist sehr gering und liegt bei etwa 1 Prozent. Betroffene Tiere sterben meist innerhalb von drei Tagen. In seltenen Fällen kann es zu einer Spontanheilung kommen.

Schweinepest unbedingt ausschliessen

Die Ausschluss-Diagnostik auf Afrikanische Schweinepest ASP und Klassische Schweinepest KSP verlief im beschriebenen Fallbeispiel negativ; folglich handelte es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um PDNS.

Insbesondere aufgrund der aktuellen Seuchenlage und der Ähnlichkeit der klinischen Symptome ist Schweinepest als Differenzial-Diagnose unbedingt auszuschliessen.

Im April 2020 gab es in Polen einen weiteren ASP-Fall bei Hausschweinen, der besonders besorgniserregend ist, da der betroffene Betrieb in einer Region mit einer hohen Dichte an Schweine-Betrieben liegt. Auch in anderen osteuropäischen Ländern breitet sich das ASP-Virus vor allem in der Wildschwein-Population weiter aus. Gemäss Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen sind heute Osteuropa und Russland von ASP betroffen. Die Krankheit breitet sich bis zur polnischen Grenze unweit der deutschen Grenze aus.

Besonders problematisch dabei ist, dass das ASP-Virus in der Umwelt sehr lange überlebensfähig ist und dass im Gegensatz zur Klassischen Schweinepest nur einzelne Tiere Symptome aufweisen können und eine Infektion im Bestand so eventuell nicht sofort erkannt wird.

Mögliche klinische Symptome der ASP und KSP können Fieber, Teilnahmslosigkeit, Fressunlust, Hautblutungen, punktförmige Blutungen auf den Schleimhäuten, Bindehautentzündung (rote Augen), plötzliche Todesfälle, Aborte, erschwerte Atmung und Durchfall oder Verstopfung sein.

Ein Einzelfall, wohl als Folge eines Fehlers beim Impfmanagement

Bis heute gab es keinen weiteren vergleichbaren Fall auf dem betroffenen Betrieb. Da heutzutage fast alle Zuchtbetriebe ihre Ferkel gegen PCV2 impfen, kommen solche Fälle nur noch sehr selten vor. PDNS kann infolge eines Fehlers im Impfmanagement auftreten: Zum Beispiel, wenn ein Tier übersehen, der Impfstoff nicht kühl gelagert oder eine bereits angebrochene Flasche verwendet wird. Bei erkrankten Tieren kann eine Behandlung mit Kortikosteroiden versucht werden, die Erfolgschancen sind jedoch gering.

Schweinepest: So schützen Sie die Schweizer Schweinebestände

  • Keine Speisereste verfüttern; diese sollten grundsätzlich nur in geschlossenen Müllbehältern entsorgt werden.
  • Doppelte Umzäunung der Ausläufe (mit 1 m Abstand und 1,5 m Höhe; idealerweise auch die Lufteinlässe so sichern) zur Kontaktvermeidung zwischen Haus- und Wildschweinen.
  • Systematische Schadnager-Bekämpfung durchführen (lassen).
  • Zugang zum Schweinestall nur restriktiv gewähren (für Chauffeure usw.) und Betreten des Stalles ausschliesslich mit betriebseigener Kleidung und Stiefeln zulassen.
  • Kadaver und Abortmaterial fachgerecht in einer Kadaversammelstelle entsorgen und Kontakt mit anderen Tieren vermeiden.
  • Futtermittel und Einstreu nicht aus ASP-betroffenen Gebieten zukaufen (siehe Links zu entsprechenden Karten unter www.blv.admin.ch) und vor Wildschweinen geschützt lagern.
  • Seien Sie aufmerksam: Bei vermehrter Sterblichkeit, therapieresistenten und/oder fieberhaften Allgemeinerkrankungen den Bestandestierarzt oder SGD hinzuziehen!
  • Schweineproduzenten (und ihren Mitarbeitenden) wird empfohlen, nicht selbst auf die Wildschwein-Jagd zu gehen. Andernfalls müssen die Jagdutensilien (inkl. Stiefel) strikte von den Hausschweinen getrennt werden. Falls im Ausland Wildschweine erlegt wurden, sollen diese keinesfalls auf das Hofareal gebracht werden.
  • Nur Schweine aus unverdächtigen Beständen zukaufen (bei SGD-Betrieben gemäss SGD-Richtlinie). 

Was ist PDNS?

Das Porcine Dermatitis und Nephropathie Syndrom PDNS wird durch eine Infektion mit porcinen Circoviren Typ 2 (PCV2) hervorgerufen.

Ursache: PCV2-Infektion und unbekannte Einflussfaktoren

Symptome: Einblutungen in die Haut (und verschiedene innere Organe wie z.B. Niere oder Harn-blase), Abgeschlagenheit, Fressunlust, Fieber, Koordinationsstörungen, Lähmungen, Muskel-zittern

Therapieversuch: Kortikosteroide hochdosiert (gemäss Anweisung des Bestandestierarztes)

Prophylaxe: Impfung gegen PCV2 (allfälliges Impfregime überprüfen Zeitpunkt, korrekte Lagerung des Impfstoffes usw.)

 

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