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Mikrogranulat-Dünger im Mais : Klein, aber wirksam

Mikrogranulat-Dünger im Mais können die Jugendentwicklung positiv beeinflussen. Roman Aregger aus Amlikon-Bissegg TG setzt dies seit zehn Jahren ein. Auch in den Versuchen der Feldtage 2020 in Kölliken AG waren diese Dünger ein Thema.


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Kurz & bündig

  • Die Versorgung mit Mikrogranulaten kann sich positiv auf den Ertrag im Mais auswirken.
  • Besonders bei schwierigen Bedingungen sind ertragssteigernde Effekte spürbar.
  • Mikrogranulate wirken positiv auf die Wurzelentwicklung.
  • Bei den Versuchen der Feldtage 2020 konnten höhere Erträge erzielt werden.
  • KWS bietet mit «Corn Seed Service» eine Möglichkeit, die Maissaat abzusichern.

Guter Mais ist wichtig für Roman Aregger. Der Landwirt vom Neuhof in Amlikon-Bissegg TG hält auf seinem Betrieb 235 Mastmuni. Will er gute Zunahmen, braucht er guten Mais. Aregger baut auf rund 12 Hektaren Silo- und Körnermais an.

«Die Hälfte brauche ich als Silage, die andere Hälfte wird gedroschen», erklärt Roman Aregger. Sein Betrieb ist auf rund 520 m ü. M. gelegen, und er setzt beim Mais bereits seit den 1980er-Jahren auf Mulchsaat – auch dann, wenn der Anbau nach Zwischenfutter erfolgt.

«Nach dem Silage-Schnitt wird das Gras mit Glyphosat abgespritzt. Dann mache ich einen Durchgang mit dem Zinkenrotor und säe nach einem kurzen Abtrocknen den Mais», erklärt Aregger. Wenn die Bedingungen eher feucht sind, reisst er den Boden manchmal auch mit einem Grubber auf, damit er besser abtrocknen und der Zinkenrotor anschliessend exaktere Arbeit verrichten kann.

Acht-reihige Mais-Sämaschine mit Granulatstreuer

Roman Aregger hat seit dem Jahr 1993 eine acht-reihige Mais-Sämaschine. Lange Zeit hat er diese mit einem 70-PS Traktor gezogen, heute braucht er für die Saat rund 100 PS Leistung vor der Maschine. Seit zehn Jahren setzt der Landwirt Mikrogranulat-Dünger im Mais ein. Pro Hektare platziert Aregger 25 kg des Düngers «Physiostart» von Timac. Der Dünger auf Meeralgenbasis enthält Ammoniak, Phosphor, Schwefel, Calcium, Zink und Spurenelemente. Die reinen Materialkosten für das Mikrogranulat belaufen sich bei Aregger auf rund 80 Franken pro Hektare.

Vor dem Fräsen streut Aregger mit Top-Phos bereits einen NP-Dünger (8 % Stickstoff, 30 % Phosphor). Nach der Saat wird sein Mais mit Rindergülle versorgt. Und den Stickstoff teilt der Thurgauer in zwei Gaben auf. Eine eher aufwändige Strategie, aber Aregger ist vom Nutzen überzeugt. Er hat die Wirkung auf seinem Hof getestet.

«Zu Beginn habe ich nur in den mittleren vier Maisreihen Granulat gestreut und bei den äusseren beiden Reihen nicht.» Aregger ging mit der Schaufel aufs Feld und hat die Pflanzen dann ausgegraben.

«Dort habe ich gesehen, dass die Wurzelentwicklung im 4-6-Blatt Stadium beim Verfahren mit Mikrogranulat besser war.» Die Pflanzen, welche mit Mikrogranulat und Top-Phos versorgt waren, hätten einen grösseren Wurzelbusch gehabt. Aber Aregger räumt ein: «Oberirdisch habe ich keinen deutlichen Unterschied feststellen können.»

Eine exakte Ernteauswertung hat Aregger nicht gemacht, daher will er sich nicht auf die Äste wagen, was den Mehrertrag betrifft. Weil er als Lohnunternehmer selber Mais häckselt, hat er aber auch beim Zeitpunkt der Ernte einige Beobachtungen machen können.

Mikrogranulat unterstützt den Mais beim frühen Saatzeitpunkt

«Bei gut versorgten Böden ist der Unterschied mit oder ohne Granulat und Top-Phos deutlich weniger sichtbar», findet Aregger. Insbesondere an Stellen, an denen der Boden nicht top sei, bringe die Düngung mit Mikrogranulat und Top-Phos jedoch einen deutlichen Mehrertrag von rund 10 %, schätzt Aregger.

Und er räumt ein: «Ich säe den ersten Mais bereits am 15. April. Wenn es danach noch kühl und etwas nass ist, hilft die Versorgung mit Mikrogranulat für einen guten Start», sagt der Landwirt und Lohnunternehmer.

Betriebsspiegel Neuhof

Roman und Claudia Aregger, Amlikon-Bissegg TG

LN: 33,6 ha

Kulturen: Mais, Weizen, Gerste, Raps, Zwischenfutter

Tierbestand: 235 Mastmuni

Weitere Betriebszweige: Lohnunternehmen (Dreschen, Häckseln, Güllen, Saat, Pflanzenschutz, Winterdienst)

Personal: 1 Mitarbeiter im Lohnbetrieb und Ackerbau

Mit «Corn Seed Service» die Maissaat gratis absichern

Der Wegfall des Beizmittels Mesurol birgt ein gewisses Risiko für Maisproduzenten. Die vorhandenen Alternativen haben auch eine Wirkung gegen Vogelfrass, allerdings nicht in gleichem Ausmass wie Mesurol. Um das Schadrisiko abzufedern, hat KWS Schweiz mit dem «Corn Seed Service» eine Möglichkeit geschaffen, damit Landwirte Ihre Maissaat absichern können.

Flächen bis fünf Tage nach der Saat im «Corn Seed Service» eintragen

«Im Falle eines Umbruchs einer Maisparzelle und einer nötigen Neuansaat erhalten die betroffenen Landwirte 50 % der Saatgutkosten für die Neuansaat mit einer KWS Mais-sorte erstattet. Berechtigt sind alle KWS-Maissorten, sofern die Fläche bis fünf Tage nach der Saat in das System des ‹Corn Seed Service›eingetragen wurde», erklärt Simona Schwarzenbach, Marketingmanagerin bei KWS Schweiz.

Dabei spiele es keine Rolle, was genau der Grund für die nötige Neuansaat ist. Es kann also auch sein, dass der Mais einer Parzelle nach einem Starkniederschlag ersäuft und in so einem Fall KWS die Hälfte der Saatgutkosten für die Neuansaat direkt übernimmt. Alle Arten von Schäden sind abgesichert.

Simona Schwarzenbach erhofft sich eine rege Teilnahme der Landwirte am Projekt. «Letztes Jahr wurde ‹Corn Seed Service› in Deutschland erfolgreich lanciert. Es wäre schön, wenn wir in der Schweiz gegen 2000 Landwirte mit diesem Service erreichen könnten», so Schwarzenbach. Wichtig dabei ist: Die Anmeldung muss innert fünf Tage nach der Saat erfolgen. Man kann sich also nicht erst nach einem Schadenfall rückwirkend registrieren.

Versuche zu neuen Beizmitteln laufen

Korit, das Ersatzprodukt für Mesurol, dürfte in der Schweiz nur für eine beschränkte Zeitdauer zugelassen sein. Aus diesem Grund ist KWS intensiv dabei, neue Beizmittel mit Repellentwirkung gegen Vogelfrass zu testen. «Vielversprechende Produkte sind in der Testphase», gibt Simona Schwarzenbach Auskunft. Sie rechnet damit, dass Korit noch bis und mit der Anbausaison 2022 eingesetzt werden darf.

Phosphor so nahe wie möglich beim Saatkorn platzieren

Mikrogranulate im Mais waren auch ein Thema bei den Landi-Wintervorträgen. Der Landor-Berater Hans Hirschi hat die theoretischen Hintergründe erläutert: «Phosphor fördert die Zellteilung und -streckung sowie die Energieversorgung der Pflanzenzellen. Dieser Nährstoff ist im Boden aber nur sehr beschränkt mobil, weshalb es wichtig ist, den Phosphor so nahe wie möglich beim Saatkorn zu platzieren», so Düngeberater Hans Hirschi. So kann der junge Mais bereits sehr früh Phosphor aufnehmen.

Im Unterschied zur Unterfussdüngung werden Mikrogranulate direkt beim Saatkorn platziert. Bei der Unterfussdüngung erfolgt die Ablage üblicherweise 5 bis 7 cm vom Saatkorn entfernt.

Im Rahmen der Feldtage 2020 in Kölliken wurden im Mais verschiedene Dünge-Varianten getestet. Es zeigte sich, dass sich mit Mikrogranulat – in diesem Fall der Landor-Dünger Microstar PZ+TPP in Kombination mit dem No-Till Unterfussdünger – gegenüber dem Verfahren mit DAP eine Ertragssteigerung von 7,7 kg pro Are erzielen liess. «So resultierte bei identischen Nährstoffmengen in der Variante mit 30 kg/ha Microstar PZ+TPP trotz Fr. 113.–/ha höheren Düngerkosten ein um Fr. 243.–/ha höherer Frankenertrag als beim Verfahren mit DAP», fasst Hans Hirschi zusammen.

Einen weiteren Vorteil sieht Hirschi bei der ausgeprägteren Wurzelbildung. Diese dürfte sich insbesondere bei Trockenheit positiv auswirken. Der Düngerberater kommt zum Schluss, dass eine Kombination aus Mikrogranulat-Dünger und allenfalls auch Unterfussdüngung mit ganzflächig eingearbeitetem Dünger Sinn mache. «Auch in der Fläche zwischen den Reihen sollte die Versorgung mit Nährstoffen nicht ausser Acht gelassen werden», mahnt Hans Hirschi.

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