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Die Marke «Porco Sano» propagiert «Schweinefleisch ohne Antibiotika»

Die Marke «Porco Sano» vermarktet seit April 2019 Fleisch von Schweinen, die nie mit Antibiotika behandelt worden sind. Heute produzieren acht Schweizer Landwirte jährlich rund 10'000 Mast-Schweine für Porco Sano. Das Schweinefleisch wird vor allem in Deutschland abgesetzt.


Publiziert: 18.06.2019 / 07:30

Die Marke «Porco Sano» vermarktet seit April 2019 Fleisch von Schweinen aus antibiotikafreier Schweizer Aufzucht und Mast. Hinter «Porco Sano» steht der Futtermittel-Hersteller Utro Fikovit AG in Rotkreuz ZG und Emmenbrücke LU. «Porco Sano» ist kein Label, sondern eine Marke.

Die Schweinehaltung in der Schweiz ist allen anderen Ländern weit voraus

«Die Schweizer Schweinehaltung hat neben Norwegen den höchsten Gesundheitsstatus der Welt», erklärt Michael Knoch, der als Leiter Agrarforschung und Entwicklung bei der Futtermühle Utro Fikovit in Rotkreuz ZG die Marke «Porco Sano» aufbaut.

Der Betriebsgrösse von Schweinemast-Betriebe werden durch die Höchstbestandes-Verordnung sowie durch das Raumplanungs- und Gewässerschutzgesetz Grenzen gesetzt. Das macht den Keimdruck im Schweinebestand beherrschbar.

Und weil praktisch alle Schweizer Betriebsleiter auch Eigentümer sind, gehen sie mit ihren Schweinen, ihrer Stalleinrichtung und dem Futter bewusster um, als eine Fremdarbeitskraft. Zudem gibt es in der Schweiz keine Schweineseuchen.

Porco Sano bekämpft Krankheiten in der Schweinehaltung mit speziellem Futter und Management

«In der Schweizer Schweinehaltung haben aufkommende Krankheiten ihre Ursachen in Fütterungs- und Managementfehlern», erklärt Michael Knoch. Für «Porco Sano» hat Knoch deshalb mit einer Handvoll Betriebsleitern seit 2011 ein eigenes Fütterungs- und Management-System entwickelt.

Die Futtermühle Utro Fikovit entwickelte ein spezielles Futter, das die Betriebsleiter in einem eigenen Management einsetzen. «Im Unterschied zu den meisten handelsüblichen Futtermitteln besteht das Utro Fikovit-Schweinefutter hauptsächlich aus natürlichen Vitalstoffen und hochwertigem Getreide», betont Michael Knoch. Es enthalte keine künstlichen oder synthetischen Mineralstoffe und Vitamine und zeichne sich durch eine hohe Energieverfügbarkeit aus. 

Jedes Ferkel, jede Muttersau und jedes Mastschwein erhält dabei in seinem jeweiligen Produktions-Abschnitt das optimale Futter. Damit werde die Krankheitsbildung grösstenteils unterbunden: «Wir versuchen mit unseren Betriebsleitern alles, um die Tiere nicht krank werden zu lassen.»

Mit dieser Fütterung ferkeln die Sauen gemäss Knoch termingerecht. Der Vorteil dabei sind die hohen Geburtsgewichte, die im Durchschnitt bei 1,5 Kilogramm liegen. Die Würfe seien ausgeglichener und die Ferkel vitaler, erklärt Knoch. Das Anfüttern der Ferkel erfolgt in den Porco Sano-Betrieben um den 8. bis 10. Tag herum. Die Ferkel sollen bis zum Absetzen von der Muttersau am 28. Säuge-Tag die Gesamtmenge von 800 bis 1000 Gramm Futter gefressen haben um ihr Verdauungs- und Immunsystem auf die schwierige Phase des Absetzens von der Muttersau bestmöglich vorzubereiten.

Michael Knoch betont, dass Durchfall-Probleme in den Porco Sano-Betrieben bereits seit 2015 kein Thema mehr sind. Durch die richtige und angepasste Fütterung in jedem Produktions-Abschnitt sowie das Management gebe es so gut wie keine Durchfallerkrankungen.

Für Porco Sano produzieren acht Schweizer Landwirte jährlich 10'000 Mast-Schweine

Porco Sano gibt keine Zahlen heraus zu den beteiligten Landwirten und der Anzahl Schweine, die unter der Marke Porco Sano produziert werden. Insider schätzen aber, dass im Sommer 2019 acht Schweizer Landwirte in der Ostschweiz jährlich 10'000 Mast-Schweine für Porco Sano produzieren.

Das Schweinefleisch wird gemäss Michael Knoch vor allem in Deutschland abgesetzt. Weitere Absatzkanäle von Mitteleuropa bis Asien sollen aufgebaut werden.

«Wenn die Betriebsleiter ihre Tiere gut beobachten und die Bedürfnisse der Schweine verstehen ist es zusammen mit unserem Fütterungsregime möglich, antibiotikafreie und frohwüchsige Tiere zu produzieren», glaubt Michael Knoch.

Auch in den «Porco Sano»-Betrieben erkranken einzelne Tiere, die dann mit Antibiotika behandelt werden müssen. Pro Betrieb dürfe es aber «anteilmässig nur eine geringe Anzahl an behandelten Tieren geben», erklärt Michael Knoch. Behandelte Tiere werden mit einer Ohrmarke markiert und ihr Fleisch wird nicht als «Porco Sano»-Fleisch verkauft.

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