Das Erdmandelgras ist ein invasiver Neophyt, der sich immer weiter auf Schweizer Feldern ausbreitet. Dieses Problemunkraut vermehrt sich hauptsächlich über Knöllchen im Boden, die mit Geräten und Maschinen leicht von einem Feld zum anderen verschleppt werden. Es werden aber auch keimfähige Samen gebildet.

Das Erdmandelgras verursacht massive Ertragsverluste. In Kartoffeln und Zuckerrüben wurden bei starker Erdmandelgras-Verseuchung Verluste von 30 % – 70 % beobachtet. In diesen Kulturen ist die Verschleppungsgefahr, bedingt durch die Erntetechnik, hoch.

Eine intensive und jahrelange Bekämpfung

Agroscope hat in den letzten Jahren Bekämpfungsstrategien gegen das Erdmandelgras erarbeitet. Wirksam kann dieses Problemunkraut im Mais und über die Anpassung der Fruchtfolge bekämpft werden. Dies erfordert jedoch eine intensive, jahrelange und auf das Erdmandelgras ausgerichtete chemische sowie mechanische Unkrautbekämpfung.

Auf stark verseuchten Flächen konnte mit einer dreijährigen Schwarzbrache die Verseuchung im Mittel um 75 % reduziert werden. Dabei wurde das Erdmandelgras regelmässig mechanisch bekämpft und im August eine konkurrenzstarke Gründüngung ausgesät.

Zurzeit wird diese Methode durch den Vergleich verschiedener Bodenbearbeitungsgeräte und Gründüngungsmischungen weiter optimiert.

Kommentar von Martina Keller, Agroscope: Wirksame Strategien [IMG 2]
In einer Vielzahl von Projekten haben wir Komponenten für wirksame Erdmandelgras-Bekämpfungsstrategien erarbeitet, in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen.

Eine Gesamtstrategie beinhaltet die Verhinderung der Verschleppung, die Früherkennung, die Tilgung von kleinen Befallsstellen sowie die Sanierung flächig verseuchter Felder. Dazu kommen weitere Forschungsarbeiten, etwa zur Erdmandelgras-Erkennung mit Hilfe von Drohnen.

Die wichtigsten Grundlagen und Massnahmen zur Erdmandelgras-Bekämpfung in der Schweiz sind erarbeitet. Agroscope und die Kantone haben Sensibilisierungs- und Informationsarbeit geleistet.

Wichtig ist, dass diese Massnahmen nun konsequent von allen umgesetzt werden. Das bringt Mehrkosten. Wer diese Kosten tragen soll, ist nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine politische und gesellschaftliche Frage. Die Landwirtschafts- und Gemüsebaubetriebe sollten bei der Erdmandelgras-Bekämpfung nach Möglichkeit unterstützt werden, damit nicht noch mehr wertvolle Ackerflächen zu Sanierungsfällen werden.