Kurz & bündig

  • Das Projekt MaisNet will die Stickstoffdüngung im Maisanbau nachhaltig optimieren.
  • Während zwei Jahren werden Feldinformationen gesammelt und ausgewertet.
  • Aktuell ist das Projekt in der Startphase vor der ersten Feldsaison.

Das Projekt MaisNet des Maisnetzwerks will die Stickstoffdüngung im Schweizer Maisanbau nachhaltig optimieren. Von den gewonnenen Erkenntnissen profitiert nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Umwelt. Um das Projekt realisieren zu können, werden auf diversen landwirtschaftlichen Parzellen von Projektpartnern während zwei Jahren Feldinformationen gesammelt.

Felddaten aus der ganzen Schweiz für die Plattform MaisNet

Das Kernstück des Projekts ist die Plattform MaisNet, welche vor der bevorstehenden «Feldkampagne» durch den IT-Partner des Projekts (Vocables) entwickelt und programmiert wurde. In der Plattform sind die üblichen Düngungsempfehlungen anhand der Nmin-Methode hinterlegt.

Diese sollen durch die Einspeisung von Felddaten analog dem Feldkalender ergänzt werden. Also etwa durch Daten wie Gaben eines bestimmten Nährstoffs (N, P, K) am Datum X oder Erfassung der Art der Bodenbearbeitung am Datum Y.

Die bestehenden Normen können somit im Rahmen des Projekts an verschiedenen Standorten und unter diversen Klimabedingungen und Bewirtschaftungsformen verglichen werden. Die Basis bildet die Düngermengen, welche anhand der Nmin-Methode berechnet wurden.

Enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis

«Unter Berücksichtigung der verschiedenen Betriebstypen kann ein allfälliger Handlungsbedarf in der Anpassung der Düngungsnormen oder Optimierungsmöglichkeiten in der Maisdüngung breit abgestützt werden», erklärt Jürg Hiltbrunner von Agroscope.

Die beteiligten Landwirtinnen und Landwirte spielen eine wichtige Rolle. Sie liefern Daten zur Fruchtfolge, den bestehenden Bodenanalysen, der Anzahl gedüngter Nährstoffeinheiten und dem Ertrag. Diese Daten können mit den bestehenden Düngungsempfehlungen verglichen werden.

Durch den Informationsfluss und den Austausch der Landwirte mit den Forschern und Beratern entsteht ein Wissenstransfer in alle Richtungen. Davon können alle beteiligten Akteure profitieren. Die involvierten Landwirtschaftsbetriebe sind somit ein Teil des Lösungsfindungs-Prozesses.

Kommunikation und Datenerfassung als Herausforderung

Herausforderungen im Projekt sind vor allem die Koordination und Kommunikation zwischen den diversen Beteiligten. Einer Gruppe von Landwirtinnen und Landwirten wird eine Ansprechperson zugeteilt, damit der Kommunikationsfluss vereinfacht wird. Zudem müssen sämtliche Feldkalender-Daten von Hand in die Plattform eingegeben werden, da die Schnittstellen zu anderen Erfassungstools von Düngermengen und Bewirtschaftungsdaten aus Kostengründen nicht ins Projekt integriert werden konnten.

Um den Maisertrag zu erfassen, sind bei der Ernte auf dem Betrieb im Idealfall Plattenwaagen vorhanden. Auch wird unterschieden, ob Silomais oder Körnermais angebaut wird. Zudem werden Bodenproben zu unterschiedlichen Zeitpunkten unter dem Jahr genommen, um den Nmin-Wert der Parzellen festzustellen.

Die Landwirtinnen und Landwirte müssen nichts vorbereiten, ausser einer circa zehn Aren grossen Kontroll-Parzelle. Auf dieser ist idealerweise keine Grunddüngung vorhanden und später wird darauf auch kein weiterer Dünger ausgebracht. Dies ist wichtig, um das Mineralisierungspotenzial des Bodens zu erfassen.

Aktuell ist das Projekt MaisNet in der Startphase

Das Projekt befindet sich in der Startphase vor der ersten Feld-Saison. Die Vorarbeit dazu besteht aus der Plattform MaisNet, die im Verlaufe der Saison mit Felddaten gespeist wird. Erste Resultate können erst Anfang nächsten Jahres erwartet werden.

Durch den partizipativen Ansatz des Projektes lernen alle Akteurinnen und Akteure dazu. Sie können Erfahrungen während des Projekts bereits austauschen und auf Veränderungen reagieren. So wird die Frage der Zukunft des Maisanbaus in der Schweiz gemeinsam angepackt und durch diverse Standorte, die sich von Genf bis zur Bündner Herrschaft verteilen, breit abgestützt. Längerfristig wird somit eine standortangepasste Maisproduktion gefördert.

 

MaisNet-Trägerschaft

Das Projekt MaisNet ist breit abgestützt. Neben Landwirtschaftsbetrieben sind unter anderem involviert: Fondation sur la Croix, Bio Suisse, Swiss Beef, Swissseed (und damit verbunden mehrere Saatguthändler), Landor, Meliofeed, Forum Ackerbau (verschiedene Landwirtschaftliche Schulen davon), Proconseil, Landwirtschaftliches Zentrum Salez, Plantahof, SGPV, Delley Samen und Pflanzen AG, Agroscope.