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Maissaat ohne Körnlipicker

Für das Anbaujahr 2020 ist nur noch teilweise Mesurol-gebeiztes Mais-Saatgut verfügbar. Mesurol schützt vor den Körnlipickern aus der Familie der Rabenvögel. Wir zeigen andere Methoden, damit der Mais einen guten Start hat.


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Kurz & bündig

  • Das Beizmittel Mesurol ist 2020 nur noch beschränkt verfügbar und fällt 2021 ganz weg
  • Eine gleichwertige Alternative ist aber nicht in Sicht.
  • Deshalb muss alles für eine gute Jugendentwicklung unternommen werden.
  • Wegen spätreiferen Mais-Sorten könnten sich die Saat-Termine leicht nach hinten verschieben.

Das Mais-Jahr 2019 war geprägt durch das kühle Wetter im Mai. Die Bise sorgte dafür, dass der Mais an vielen Orten stehen blieb und das Wachstum erst ab Juni richtig einsetzte.

Entsprechend verschob sich die Maisernte nach hinten, die letzten Maisfelder wurden erst Ende Oktober abgeerntet. «Im Hitzejahr 2018 waren dagegen schon im September praktisch alle Maisfelder abgeerntet», erinnert sich Stefan Lüthy von UFA-Samen.

2019 haben die Landwirteden Mais später geerntet

Lüthy berät seit 14 Jahren Landwirte beim Maisanbau: «Nach dem Hitzejahr 2018 haben mehr Landwirte auf spätreifere Sorten mit höherem Ertragspotenzial gesetzt.» Für diese Bauern war der kalte Mai ein zusätzliches Problem, da sich die Abreife der spätreifen Sorten zusätzlich verzögerte und solche Parzellen erst Ende Oktober geerntet werden konnten.

Einer, der jährlich Besuch von Stefan Lüthy bekommt und mit ihm die Wahl der neuen Maissorten bespricht, ist Meisterlandwirt Manuel Koch aus Berikon AG, südlich der Mutschellen-Passhöhe an der Grenze zum Kanton Zürich. Für ihn ist beim Silomais die rechtzeitige Abreife besonders wichtig.

Koch lagert seinen Silomais in einem Harvestore-Silo. «Mein Ziel ist ein TS-Gehalt von mindestens 43 Prozent», erklärt Manuel Koch. Ansonsten hat er Probleme mit dem Silosaft, der bei der Unten-Entnahme im Harvestore-System nicht entweichen kann. Entsprechend präsentiert Stefan Lüthy nur die Maissorten vom Typ Frühreif.

Verdaulichkeit und Frühreifeals zentrales Kriterium

Manuel Koch baut auf 15,55 Hektaren Silomais an, wovon er 5 Hektaren von einem Nachbarn abkauft. Weitere 2,5 Hektaren Anbaufläche sucht er noch.

Total benötigt der Meister-Landwirt 18 Hektaren Mais, damit er sein Vieh ein Jahr lang füttern kann. Der Fütterungsanteil von Mais in der Ration beträgt bei Koch 50 bis 55 Prozent. Entsprechend zentral ist für den Betriebsleiter, dass die Ganzpflanze eine gute Verdaulichkeit aufweist.

Um das Risiko zu verteilen, baut er jeweils zwei unterschiedliche Sorten an – eine «altbewährte» aus dem Vorjahr als Absicherung und eine neue, vielversprechende Sorte aus Lüthys Katalog.

Dazu Stefan Lüthy: «Beim Mais ist der züchterische Fortschritt enorm. Als Landwirt sollte man unbedingt versuchen, diesen auch zu nutzen.» Jährlich spricht man beim Mais von einem züchterischen Fortschritt von rund 1 Prozent beim Ertrag.

Insbesondere beim Silomais ist das auf den eigenen Flächen nicht so gut ersichtlich, da der Ertrag – anders als beim Weizen – weniger genau ermittelt werden kann. Dennoch ist es wichtig, immer wieder die neuesten Sorten auf den eigenen Flächen auszuprobieren und so den züchterischen Fortschritt für sich zu nutzen.

Manuel Koch entscheidet sich für die beiden Sorten LG 31205 – eine altbekannte aus dem Vorjahr – und die Sorte LG 31207. Seinen Mais sät Koch üblicherweise nach einem Schnitt Gras Mitte Mai.

Beide Sorten sind noch mit der Mesurol-Beizung verfügbar, worauf Koch gerne zurückgreift: «Vor Mesurol hatten wir Probleme mit Krähen. Seit Einführung der Beizung hatten wir die Sache im Griff.» Dass er noch mesurolgebeiztes Saatgut bekommt, ist nicht selbstverständlich.

Der Wegfall von Mesurol wird eine Herausforderung im Maisanbau

«Es war klar, dass Mesurol mit dem Wirkstoff Methiocarb nur noch bis Ende Juni 2020 zugelassen wird. Darum hat Bayer als Hersteller des Wirkstoffes die Produktion eingestellt, und Mesurol ist nur noch beschränkt verfügbar», erklärt Stefan Lüthy. Das dürfte dazu beigetragen haben, dass die Maissamen-Bestellungen noch nie so früh wie im Jahr 2020 getätigt worden sind.

Als Alternative zur Mesurol-Beizung ist eine Saatgutbehandlung mit Korit verfügbar. Da Korit in der EU aber bereits verboten ist, dürfte dies keine langfristige Lösung für die Schweizer Landwirte sein. «Aktuell wissen wir nicht, was im Jahr 2021 Sache sein wird. Eine ähnlich wirkungsvolle Alternative zu Mesurol ist aber leider nicht in Sicht», erklärt Stefan Lüthy.

Sollte 2021 keine mit Mesurol vergleichbare Beizmöglichkeit auf dem Markt sein – und davon ist auszugehen – werden andere Massnahmen vermehrt in den Fokus rücken. Diese gilt es bereits 2020 zu beachten, insbesondere dann, wenn man ungebeiztes Saatgut gekauft hat.

Gute Jugendentwicklung beim Mais ist besonders wichtig

«Eine spezielle Bedeutung erhält künftig die gute Jugendentwicklung», glaubt UFA-Berater Stefan Lüthy. Ohne wirksame Beizmittel müsse alles unternommen werden, damit der Mais möglichst rasch und gleichmässig aufläuft und aus dem kritischen Stadium hinauswächst. Damit das gelingt, werden sich die Saattermine leicht nach hinten verschieben, prognostiziert Lüthy.

«Die Bedingungen zur Saat müssen stimmen. Die Böden müssen genügend warm und abgetrocknet sein, ­damit der Mais einen guten Start erwischt.» Konkret muss die Boden­temperatur bei der Saat mindestens 8 Grad betragen. Anschliessend an die Saat sollte auch keine Kaltwetterperiode anstehen.

Unterfuss-Düngung ist ein wichtiges Puzzle-Teil im Maisanbau

Wer ein gleichmässiges Saatbett vorbereitet und die Körner mit guter Saattechnik exakt ablegen kann, schafft gute Voraussetzungen für ein gleichmässiges Auflaufen des Mais. Das ist wichtig, weil sich sonst immer ein Teil der jungen Pflanzen im empfindlichen Stadium befindet und das «Buffet» für Krähen über Tage oder gar Wochen üppig gedeckt ist.

Auch die Unterfuss-Düngung wird an Bedeutung zunehmen. Sie ist ein wichtiges Puzzle-Teil, das zu einem guten Start der Maispflanzen beiträgt. Genauso wie die Rückverfestigung des Saatbetts.

«Nach der Maissaat sollte gewalzt werden. Das sorgt für guten Bodenschluss und erschwert es den Krähen, die Maisreihen genau zu erkennen», so Lüthy.

In den letzten Jahren hat der pfluglose Maisanbau leicht zugenommen. Auch Landwirt Manuel Koch lässt in trockenen Jahren manchmal einen Teil seines Maises im Streifenfräs-Saatverfahren anbauen. Stefan Lüthy vermutet, dass beim Wegfall von Mesurol wieder vermehrt der Pflug zum Zug kommt.

«Gepflügte Böden erwärmen sich besser und mineralisieren rascher. Das kann für eine gute Jugendentwicklung ein Vorteil sein», meint Lüthy. Die grössten Auswirkungen hat der Wegfall von Mesurol auf schweren, zu Nässe neigenden Böden. «Auf diesen Böden hat der Mais generell Startschwierigkeiten und bleibt länger im empfindlichen Stadium», weiss Lüthy aus Erfahrung.

Die Wirkung von Mikro-Nährstoffen für die Jugendentwicklung von Mais ist umstritten

Wichtig für eine gute Jugendentwicklung im Mais ist die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen und Spurenelementen. Produkte wie «Initio Bird Protect» von der KWS Schweiz oder «Starcover» von Limagrain setzen auf eine alternative Saatgut-Behandlung mit:

Beide Produkte helfen, den Pflanzen einen guten Start in die Vegetation zu ermöglichen und somit den Ertrag abzusichern.

Noch liegen keine wissenschaftlichen Daten aus Versuchen in der Schweiz zu solchen Produkten oder Mikrogranulaten vor. Agroscope arbeitet aber daran, eine Datengrundlage zu schaffen. 2019 war das erste Versuchsjahr, mit aussagekräftigen Ergebnissen ist Ende 2021 zu rechnen.

Seit 50 Jahren Mais auf Mais – und Spitzenerträge

Eine vielfältige Fruchtfolge ist die Basis eines erfolgreichen Ackerbauern, so die Lehrmeinung. Mais ist zwar eine verhältnismässig gut selbstverträgliche Kultur, es gelten aber auch hier Restriktionen bei der Fruchtfolge.

Als «Exot» hat Muni-Mäster Oliver Engeli aus Engishofen TG direkt bei seinem Betrieb eine Parzelle, auf der er mit einer Sondergenehmigung seit über 50 Jahren alljährlich Mais als Monokultur anbaut.

Engishofen liegt in der Anbauzone 2 und hat damit günstige Voraussetzungen für den Maisanbau. Nach der Maisernte sät der Thurgauer Oliver Engeli jeweils eine Gründüngung aus. Diese wird dann mit der Spatenmaschine bearbeitet, bevor ab Mitte April der Mais als Mulchsaat in den Boden kommt.

Das Erstaunliche: Seit Jahren erzielt Oliver Engeli auf dieser Parzelle überdurchschnittliche Erträge. Im Jahr 2019 konnte er 210 dt Silomais pro Hektare ernten, womit er besser als fast alle vergleichbaren Standorte abgeschnitten hat.

«Ich würde jetzt dennoch nicht grundsätzlich empfehlen, Mais auf Mais anzubauen», lacht Stefan Lüthy. Wichtig sei auch eine gute Nährstoffversorgung der Parzelle.

Besonders wegen dem stärkeren Auftreten des Maiswurzelbohrers ist vom Anbau von Mais auf Mais abzuraten.

Im Kanton Luzern beispielsweise ist der Anbau von Mais auf Mais nur erlaubt, wenn anschliessend eine Anbaupause von mindestens zwei Jahren eingehalten wird. Das Einhalten einer Fruchtfolge ist die wirksamste Massnahme, um den Schädling einzudämmen, der im Ausland Schäden in Millionenhöhe verursacht.

Koch & Koch KLG

Manuel Koch, Berikon AG

LN: 58 ha

Kulturen: Winterweizen (IPS), Raps, Silomais, Urdinkel, Kunstwiese, Buntbrache

Tierbestand: 110 Milchkühe (Red Holstein und Braunvieh), 40 Stück Jungvieh, 45 Mast- und Aufzuchtkälber

Arbeitskräfte: Andrea und Manuel Koch, Mitarbeiter (60 Prozent), Lehrling

 

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