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Der Kälbergesundheitsdienst schaut genau hin: Alles klar beim Wasser im Kälberstall?

Ist die Wasserqualität ungenügend, kann es beispielsweise zu Blähungen kommen. Wasserproben bringen Klarheit, wenn sie richtig interpretiert werden. Oft lösen Bakterien Verunreinigungen aus und schaden den Kälbern. Der Kälbergesundheitsdienst schaut genau hin.


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Kurz & bündig

  • Tränken und Leitungssysteme sollten regelmässig überprüft und gereinigt werden.
  • Eigene Quellen sollten regelmässig mittels Wasserprobe überprüft werden.
  • In der Probe sind die Gesamtkeimzahl und der Gehalt an den spezifischen Keimen zu überprüfen.
  • Die physiko-chemische Untersuchung von Wasser gibt Hinweise auf problematische Inhaltsstoffe, die zu einer verminderten Wasseraufnahme und im Extremfall zu Krankheitserscheinungen führen können.

Auf einem Munimast-Betrieb, der einmal im Monat Tränker im Rein-Raus-Verfahren einstallt, kommt es seit etwa zwei Jahren in den ersten vier Wochen nach der Aufstallung bei etwa 20 Prozent der Kälber zu Pansen-Tympanien (Blähungen). Für den Landwirt ist die Situation höchst unbefriedigend. Ihm ist es ein grosses Anliegen, die Gesundheit seiner Kälber längerfristig zu verbessern.

Bei dem Besuch der Tierärztin des KGD wurden zunächst die Betriebsroutinen erfragt: Die Kälber bekommen ab der Einstallung 8 Liter eines hochwertigen Milch-Austauschers pro Tag, der mit Wasser angemischt wird (130 g/L). Das Wasser für die Tränke und für den Automaten stammt von der eigenen Quelle. Der Tränkeautomat wurde im Sommer 2019 ausgewechselt, was aber ohne Effekt auf das Problem blieb. Das Festfutter besteht aus Heu und einer Müesli-Mischung zur freien Verfügung.

Die Tympanie tritt in den ersten vier Mastwochen und somit in der Zeit auf, in welcher die Kälber sich vor allem von der Milchtränke ernähren. In der Fallaufarbeitung wurden die Futtermittel zunächst analysiert. Dabei wurde auf die Inhaltsstoffe, die Zusammensetzung der Gesamtration und die Strukturversorgung eingegangen. So kann etwa eine Protein-Überversorgung in Kombination mit einer Struktur-Unterversorgung zu geblähten Kälbern führen.

Als Nächstes wurde der Tränkeautomat näher betrachtet. Eine Biofilmbildung kann sich negativ auf die Tiergesundheit auswirken. Die regelmässige Reinigung des Automaten (inklusive Kreislaufreinigung und Mischbecher) sowie das Auswechseln der Nuggis und die Kalibrierung des Automaten sind dabei entscheidend.

Die Menge des Milch-Austauschers und des zudosierten Wassers wurden separat mittels Küchenwaage überprüft.

Es zeigte sich, dass aufgrund eines zu geringen Wasserdruckes in der Leitung weniger Wasser zudosiert wurde als angenommen. Ein Druckabfall in der Leitung kann bedeuten, dass der Wasserpegel in der Quellfassung abgesunken ist. Anschliessend wurde das Wasser aus der Quellfassung, dem Verteilnetz und dem Tränkeautomaten beprobt.

Und tatsächlich: Es konnte eine deutlich zu hohe Gesamtkeimzahl und ein Nachweis von E. coli und Enterokokken in der Quellfassung festgestellt werden. Zudem gab es eine Anreicherung der Keime von der Quelle bis zum Tränkeautomaten.

Schlechte Wasserqualität im Kälberstall, weil Oberflächenwasser eindringt

Bei einer Überprüfung der Quelle wurde erkennbar, dass sich ein Riss in der Ummantelung befand. Durch die Leckage konnte Oberflächenwasser eindringen und das Wasser verunreinigen. Zudem war der Wasserstand tief. Im Leitungssystem ergab sich so ein geringer Wasserdruck.

Auffällig waren zudem viele tote Leitungsenden und zum Teil schlechte Leitungsisolierungen. All diese Faktoren erhöhen das Risiko einer Keimvermehrung.

Die Sanierung der Wasserleitung und die Anpassung des Reinigungskonzepts – unter anderem an die Wasserhärte – waren höchst erfolgreich. In den folgenden Wochen erkrankte kein weiteres Kalb mehr an einer Tympanie.

Gute Wasserqualität: Was bedeutet das eigentlich genau?

Dieses Fallbeispiel zeigt, wie wichtig gute Wasserqualität ist. Obwohl dies jeder weiss, gibt es um das kühle Nass als Tränke wenig verfügbare greifbare Informationen und wenig gesetzliche Grundlagen.

Klar ist sicherlich, dass Kälbern stets und Rindern mindestens zweimal pro Tag schmackhaftes und verträgliches Wasser zur freien Aufnahme zur Verfügung gestellt werden soll.

Nur was bedeutet das im Detail? Was genau ist eigentlich schmackhaftes und verträgliches Wasser? Und wie merke ich als Landwirt, dass das Tränkwasser nicht gut verträglich ist für meine Tiere?

Die Krankheitserscheinungen von Kälbern aufgrund einer mangelhaften Wasserqualität können sehr vielfältig sein. Zeigen die Tiere chronische oder immer wiederkehrende Krankheiten, die nicht mit einer anderen Ursache begründet werden können, sollte stets auch an die Wasserversorgung gedacht werden. Im Zweifelsfall lohnt es sich, eine Wasserprobe zu ziehen, welche in einem sterilen Gefäss und gekühlt so rasch als möglich in das Labor gelangt.

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