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Gras vor Mais bringt Zusatzfutter

Jan Deppeler aus Tegerfelden AG befasst sich an der Betriebsleiterschule in seiner Betriebsstudie mit dem Kosten-Nutzen- Verhältnis von Zwischenfutter vor der Maissaat. Interessant ist der Anbau, wenn er sich gut in der Fruchtfolge integrieren lässt.


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Kurz & bündig

  • Zwischenfutter lässt sich vor der Maissaat gut silieren.
  • Die Futterproduktion zwischen zwei Hauptkulturen lohnt sich, wenn das Futter auf dem eigenen Betrieb genutzt wird.
  • Der Anbau eignet sich dann, wenn er sich gut in die Frucht-folge integrieren lässt.
  • Zwischenfutter bringt im Winter einen guten Erosionsschutz und kann Hofdünger gut verwerten.

Anstelle einer Gründüngung nach Getreide baut Jan Deppeler aus Tegerfelden AG ein Zwischenfutter an. «Eines von beidem ist nötig, um den ÖLN zu erfüllen. Andernfalls müsste die Fruchtfolge geändert und eine Winterkultur angebaut werden.»

Deshalb hat sich der Betrieb schon vor Jahren für ein Zwischenfutter entschieden. «Wir können das Futter der Zwischenkultur gut in der eigenen Munimast einsetzen. Nebst unseren Naturwiesen produzieren wir unsere ganze restliche Grassilage mit Zwischenfutter. So brauchen wir keine Kunstwiese in unserer Fruchtfolge und haben mehr Fläche für den Ackerbau zur Verfügung. Nebenbei wird unsere Vollgülle im Herbst sinnvoll eingesetzt. Die Grasnarbe minimiert die Nährstoff-Auswaschung gegenüber anderen Herbstkulturen besser. Zusätzlich geht der Boden gut begrünt über den Winter und bietet dabei einen wirkungsvollen Erosionsschutz.»

Somit ist der Anbau eines Zwischenfutters für Jan Deppeler sinnvoll. Zusammen mit seinem Vater Hansruedi praktiziert Jan Deppeler die Futterproduktion als Zwischennutzung in der Fruchtfolge schon lange. «Wenn das Wetter mitspielt und im Sommer bei genügend Feuchtigkeit eine frühe Saat möglich ist, sind, nebst dem Säuberungsschnitt, im Herbst noch ein oder zwei Schnitte möglich. In den vergangenen Jahren hatten wir jedoch vermehrt mit Trockenheit im Herbst zu kämpfen. Dann war vor dem Wintereinbruch nur der Säuberungsschnitt möglich. Somit ist der Grasertrag stark von der Witterung abhängig und schwankt massiv.»

Genaue Ertragserfassungen liegen nicht vor. Jan Deppeler schätzt die Bandbreite jedoch zwischen 30 und 60 dt TS/ha.

Auch Gründüngung braucht gute Startbedingungen

Die Alternative zur Zwischenkultur nach Getreide wäre beispielsweise eine Gründüngung. Der Pflanzenertrag steht dabei ausschliesslich dem Boden zur Verfügung, was die Bodenaktivität steigert und auch die Humusbilanz verbessert.

Das Saatbeet kann rationeller gestaltet und braucht weniger ausgeebnet zu werden wegen der Futterverschmutzung, da keine Erntearbeiten erfolgen. Die Ansaat wird günstiger. «Allerdings sollte auch eine Gründüngung auf jeden Fall gute Startbedingungen vorfinden. Nur dann kann sie möglichst viel organisches Material bilden und somit den grösstmögliche Nutzen generieren. Ansonsten ist es schade um die Saatkosten.»

Im Weiteren stellt sich nach den vergangenen Jahren mit vielen trockenen Wetterphasen die Frage, ob durch den Grasbestand im Frühling später dem Mais nicht Wasser fehlt. «Die Witterung ist ein wichtiges Thema. Man muss die zum Teil extremen Wetterereignisse, sei es zu trocken oder zu nass, stärker denn je berücksichtigen», ist Jan Deppeler überzeugt.

Damit trifft er einen Punkt, dem sich die Landwirtschaft in der Schweiz nicht verschliessen kann. Anbautechnische Gewohnheiten gilt es allenfalls zu überdenken und den möglicherweise geänderten Standortbedingungen anzupassen.

Die tief gründenden Böden speichern das Wasser gut

Betreffend der extremen Witterungsbedingungen sind Vater und Sohn Deppeler froh um ihre tief gründenden Böden mit einem guten Wasserspeichervermögen. «Wir sind auf 415 Meter über Meer und haben 800 bis 900 Millimeter Regen jährlich. Das ist nicht schlecht für den Futterbau. Aber oftmals hapert es an einer optimalen Verteilung, wenn es im Frühling oder Sommer lange trocken bleibt.»

Braucht das Zwischenfutter in einem trockenen Frühling sehr viel Wasser, fehlt dieses später dem Mais. «In solchen Jahren sollte eine frühere Maissaat geplant werden, damit der Mais weniger leidet. Es gilt, einen Kompromiss zwischen dem Zwischenfutter und dem Maisanbau zu finden. Als Munimäster lege ich meine Priorität jedoch auf den Maisanbau und nehme lieber eine geringere Grasernte in Kauf.»

Um die Wirtschaftlichkeit des Zwischenfutter-Anbaus als Folge der vermehrten Trockenperioden zu erhalten, beachten Deppelers folgende Punkte:

Die Futterbaumischung wird nicht immer direkt nach der Getreideernte gesät. «Wir warten auf genügend Niederschlag, was manchmal bis Ende August dauert. Bei zu wenig Regen nach der Saat läuft die Mischung ungleichmässig und mit viel Unkraut auf. Im dümmsten Fall vertrocknet die Mischung und man hat die doppelten Ansaatkosten.»

Die Erfahrung hat gezeigt, dass nach Gerste die Zwischenfutter-Ansaat früher riskiert werden kann als nach Weizen. Weizen reift später ab und verbraucht somit noch viel Wasser, welches für den Zwischenfutteranbau nachher fehlt.

Um eine zusätzliche Sicherung einzubauen, setzen Deppelers eine gewisse Menge Luzerne in der Zwischenfutter-Mischung ein und haben gute Erfahrungen gemacht. Die Trockenheitsresistenz ist deutlich besser und ergibt im Herbst einen ordentlichen Ertrag. Jedoch reagiert Luzerne empfindlich auf Gülle, was deren Einsatz anspruchsvoller macht. «In Zukunft wird uns die Sortenwahl an den jeweiligen Standorten noch mehr beschäftigen, um die Qualität und den Ertrag zu halten.»

Das Zwischenfutter wird nach Wintergerste und Winterweizen angebaut. Das Saatbett wird mit dem Grubber oder bei einer vorherigen Mistgabe mit dem Pflug bearbeitet. Anschliessend wird mit einem Zinkenrotor das Saatbeet verfeinert und angesät. Nach der Saat werden die Felder intensiv gewalzt.

Vorsicht nach dem ersten Schnitt wegen der Luzerne

Einige Wochen später erfolgt der Säuberungsschnitt. Bei geringer Verunkrautung wird das Futter in Siloballen konserviert. Bei hohem Unkrautdruck wird das Futter auf eine Brache abgeführt, damit die Rückstände nicht den nächsten Schnitt verun-reinigen.

«Beim Schneiden achten wir auf einen hohen Schnitt von 8 bis 10 Zentimeter, damit das Futter beim Bearbeiten nicht verschmutzt und die Luzerne nicht verdrängt wird.»

Nach dem Schnitt muss man vorsichtig sein, damit man mit der Gülle die Luzerne nicht schädigt. «Wir warten damit einige Tag zu, bis die Pflanzen wieder nachgeschossen sind und die Gülle nicht in die offenen Pflanzenteile eindringt.»

Der Frühlingsschnitt erfolgt etwa Mitte Mai. «In der Munimast dürfen wir nicht zu junge Grassilage ein-setzen, da es sonst Strukturprobleme in der Fütterung geben würde.»

Nach der Grasernte geht es schnell. Mist kommt auf das Feld, dann wird gepflügt und das Saatbett mit dem Zinkenrotor vorbereitet.

An der Bodenoberfläche bleiben Wurzelrückstände vom Gras zurück, was als Erosionsschutz dient. Für einen guten Bodenschluss der Saatkörner wird das Saatgut auf 5 bis 6 Zentimeter Tiefe gesät und anschliessend angewalzt.

«Wir säen spätreife Maissorten, da wir diese Maisflächen zum Nachsilieren benötigen und der zuerst ein-silierte Maissilo möglichst lange gären kann. Dabei haben wir bis anhin den nötigen Reifegrad des Maises immer erreicht.»

Betriebsspiegel Schüracherhof

Jan und Hansruedi Deppeler, Tegerfelden AG

  • LN: 20 ha
  • Tierhaltung: Munimast 160 Plätze
  • Ackerbau: Wintergerste, Winterweizen, Zuckerrüben, Silomais
  • Futterbau: Naturwiesen, Zwischenfutteranbau
  • Weiterer Betriebszweig:0,5 ha Rebbau
  • Arbeitskräfte: Hansruedi Deppeler und Jan Deppeler

Keine halben Sachen bei der Zwischenfutter-Saat

Wie bei jeder anständigen Saat, muss der Boden auch für die Zwischenfutter-Ansaat eben und abgesetzt sein. Die feinen Samen sollen gute Keimbedingungen vorfinden: Deshalb müssen sie mit der Sämaschine an den Boden gebracht und in einen ZentimeterTiefe in Feinerde eingebettet werden.

Wird bei der Aussaat gespart und bloss oberflächig gestreut, bleiben die Körner auf der Bodenoberflächeliegen. Die Keimung erfolgt verspätet und lückig oder wird gar zu einem Reinfall. Dann ist auch ein reduzierter Maschinenaufwand noch zu teuer und die Investition in das Saatgut verloren.

Selber produzieren ist günstiger als zukaufen

     

Arbeit, Maschine

Zwischen-futter Fr./ha

Grün-düngung Fr./ha

Grubber mit Nachläufer, Kreiselegge, Säwalze alle 3 m inkl. Traktor und Bedienung

208.–

208.–

Saatgut

250.–

170.–

Güllen 6 m3 Vakuumfass inkl. Traktor und Bedienung

120.–

Mähen, Schwaden inkl. Traktor und Bedienung

92.–

Pressen, Wickeln durch Lohnunternehmer

375.–

Kosten Total

1145.–

378.–

Geschätzter Ertrag in dt TS/ha (ein Schnitt Herbst)

30 dt

Siloballen Fr./dt TS

34.80

Siloballen Fr./dt TS Richtpreis ab Hof

54.–

Eine Gründüngung ist günstiger als ein Zwischenfutteranbau. Allerdings kann beim Zwischenfutter Gülle gut verwertet werden und das Futter ist mit Fr. 34.80/dt TS günstiger als ein Zukauf Fr. 54.–/dt TS.(Quelle: Strickhof)

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