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Feiffer Consult erklärt die Mähdrescher-Einstellung bei grünen Getreide-Beständen

Andrea Feiffer von Feiffer Consult erklärt, wie man den Mähdrescher einstellen muss, wenn untere Triebe bei Raps und Getreide vor der Ernte ergrünen. Trotz modernster Sensoren an John Deere-, New Holland-, Fendt- oder Claas-Mähdreschern, ist der Fahrer bei solchen Erntebedingungen besonders gefordert.


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Der beste John Deere-, Claas-, New Holland- oder Fendt-Mähdrescher ist gefordert, wenn grüne Halme im Erntegut das Dreschen erschweren. Andrea Feiffer von Feiffer Consult erklärt, wie dann der Mähdrescher eingestellt werden muss.

Wenn verspätet neue Halme gebildet werden, handelt es sich um Zwiewuchs. Gefördert wird dies durch Niederschlag nach Trockenheit. Im Ausland löst man das Problem mit Glyphosat vor der Ernte, damit der Bestand ganzheitlich abreift. In der Schweiz ist dies verboten. Es braucht Können und Fingerspitzengefühl des Fahrers, um den Mähdrescher auf die Situation einzustellen.

Im Mähdrescher wird das Korn im Dreschwerk wieder feucht

Der Grünanteil im Erntegut bringt viel Feuchte ins Dreschwerk. Während des Drusches wird Zellsaft aus den Grünanteilen gequetscht, der zu einer Wiederbefeuchtung des Korns im Bunker führt. Das kann bis zu vier Prozent betragen. Mähdrescher mögen es trocken und jedes Prozent an Strohfeuchte macht sich an der Abscheideleistung beim Dreschwerk und bei der Reinigung bemerkbar.

Die Leistung wird spürbar durch die Druschverluste begrenzt. Für den Mähdrescherfahrer ist es schwierig, eine optimale Einstellung zu finden, weil die Ähren einen unterschiedlichen Reifegrad aufweisen.

Bei Zwiewuchs im Korn lohnt sich Zuwarten auf den besseren Drusch-Termin nicht, zumal sich aus den zwiewüchsigen Ähren ohnehin keine Qualität generieren lässt. Beim Raps lohnt sich ein Zuwarten, weil die modernen Sorten recht platzfest sind und oben weniger verloren geht, als unten nachreift. Aber auch hier kann nicht auf die allerletzten Spätaustreiber gewartet werden.

Scharfe Mähdrescher-Dreschwerk-Arbeitswerkzeuge erleichtern die Arbeit

Für zwiewüchsige Bestände reserviert man die trockensten und heissesten Erntestunden des Tages. Das erleichtert den ohnehin schwierigen Drusch.

Bei Ernteerschwernissen kommt es massgeblich auf den guten Zustand der Arbeitsorgane an. Das beginnt beim Messer am Schneidwerk.

Klingen mit abgenutzten Zähnen, Brüchen oder Riefen sollen ausgetauscht werden. Die Klingen rupfen und reissen am Stroh. Das kostet Kraft, Diesel, Leistung und Nerven. Auch ohne Ernteprobleme lohnt sich nicht, dort zu sparen.

Die Abstreifer werden so nah wie möglich an die Windungen gestellt, zum hinteren Abstreifer nicht mehr als 5 mm. Ist der Abstand zu gross «kotzt» die Schnecke und wirft das Erntegut an der Bordwand wieder hoch. Auch auf den richtigen Abstand der Schnecke zum Bodenblech kommt es an. Bandlaufwerke sind hier oft besser dran.

Auch der Zustand der Dresch- und Korbleisten am Mähdrescher ist entscheidend. Sind diese zu sehr abgenutzt, ziehen sie nicht mehr durch, die Abscheidung verschlechtert sich, die Verluste steigen an, Trommelwickler können drohen.

Weniger Wasser im Erntegut dank langen Stoppeln

Das Druschgeschäft mit Abschneiden, Abscheiden und allenfalls Häckseln, wird einfacher, je weniger Wasser durch die Maschine gefördert wird. Bei Zwiewuchs ist im unteren Strohabschnitt und in den Halmknoten noch enorm viel Feuchtigkeit. Jeder Zentimeter mehr an Stoppelhöhe verbessert die Situation.

Bei Raps wird ohnehin direkt unterhalb des Schotenpaketes abgeschnitten. Das erspart dem Mähdrescher etwa 4000 l Wasser je Hektar im Vergleich zur kurzen Stoppel.

Das Schneidwerk zieht nur das Schotenpaket ein, das Dreschwerk hat weniger sperriges Material zu verarbeiten, das Gut entmischt besser, die Körner kleben nicht am feuchten Material und die Verluste sinken.

So «intelligent» moderne Mähdrescher auch heute schon sind mit ihren Sensoren, die Echtzeitwerte liefern, bei Ernte-Erschwernissen ist verstärkt der Fahrer gefordert.

Bei Zwiewuchs wird die Dreschtrommeldrehzahl erhöht und der Korb weiter gestellt, um den Gutfluss in Gang zu halten und Verstopfungen zu vermeiden. So wird zwar auch mehr Zellsaft aus dem zweiwüchsigen Stroh geschlagen, aber der weite Korb und die höhere Drehzahl sorgen für den sogenannten Fegeeffekt, womit auch die Feuchtigkeit schneller abgeführt wird.

Der Ausdrusch von zwiewüchsigen, noch grünen Körnern wird nicht angestrebt. Die Druschschärfe richtet sich am Ergebnis des Ausdrusches sowie am Bruchkorn aus. Der Bruchkornanteil soll unter drei Prozent liegen.

«Hartnäckige» Ähren über die Überkehr nachdreschen

Schwer auszudreschende Ähren bzw. Ährenspitzen kann man über die Überkehr nachdreschen, indem das Untersieb weiter geschlossen wird. Ein doppelter Rundlauf ist jedoch immer mit erhöhter Bruchkorngefahr verbunden, was man abwägen muss.

Durch den Einbau von Druschsegmenten im Vorkorb, zum Beispiel bei Beschleuniger-Dreschwerken, intensiviert man den Drusch im Vorfeld und kann den gesamten Hauptkorb besser nutzen.

Die klebrige Matte braucht viel Wind

Zwiewüchsiges Erntegut ist feuchter und klebriger. Man benötigt deutlich mehr Wind, um die schwere Matte über dem ersten Drittel der Siebe anzuheben und in der Schwebe zu halten. Dann treten die Körner leichter durch die Matte und können von den Sieben besser abgeschieden werden.

Das gilt auch im Besonderen für Raps. Die Körner sind auf Grund ihrer runden Form nicht sehr windanfällig. Andernfalls kleben sie gern an den feuchten Strohteilen und verursachen sehr hohe Verluste. Um die Verluste zu kontrollieren, müssen die Messgeräte kalibriert werden. Bei Feuchte besteht die Gefahr, dass die Sensoren stärker verschmutzen.

Je schwieriger die Bedingungen sind, desto intensiver muss man die Verluste prüfen, weil sie schnell «ausreissen» können. Gerade bei Zwiewuchs entsteht viel Feuchtigkeit, die Körner kleben in der Matte und eine Abscheidung wird erschwert.

Mit der Prüfschale kann man die Verluste schnell und sicher erfassen und das Verlustmessgerät auf die tatsächlichen Gegebenheiten kalibrieren.

Nur so kann man auch bei schwierigen Druschbedingungen am akzeptierten Verlustniveau arbeiten und unterliegt nicht der Gefahr unkontrollierter Verluste.

Dreschwerkeinstellung bei grünen Halmen

       

Arbeitsorgan

 

Anpassung der Mähdreschereinstellung

 

Trommel/Rotor

U/min

+ 150 bis 200

Schärfer, jedoch nur so hoch, dass ein genügender Ausdrusch erfolgt, aber wenig Wiederbefeuchtung durch ausgequetscht Zellsaft, Achtung, auf Bruchkorn achten

Dreschspalt

mm

+ 2 bis 4

So eng wie nötig und so weit wie möglich für gute Förderungund Fegeeffekt

Ober-/Untersieb

mm

+ 2 bis 4

Stärker öffnen für gute Abscheidung, bei weitem Untersiebauf Überkehr achten

Gebläse

U/min

+100 bis 150

Erhöhen, um die schwerere Gutmatte anzuheben und die Körner besser abzuscheiden, Kümmerkorn soll mit in das Schwad befördert werden

Durch die Erhöhung der Drehzahl an der Dreschtrommel bleibt der Gutfluss in Gang und zusammen mit dem weiteren Dreschspalt wird Feuchtigkeit schneller abgeführt.

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