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Auch Drainagen brauchen Unterhalt

Drainagen entwässern feuchte Standorte und ermöglichen so eine wirtschaftliche Nutzung des Bodens. Damit sie funktionieren, müssen Drainagen gewartet werden. Tiefbauunternehmen oder Landwirte bieten ihre Dienste an.


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Drainagen in Schuss halten

  • Schächte kontrollieren
  • Regelmässig Leitungen spülen
  • Drainagen und Schächte auf Plänen einzeichnen
  • Schächte gut markieren und Beschädigungen vermeiden
  • Beschädigungen sofort reparieren
  • Beobachtung des Wasserhaushalts der Felder
  • Ausläufe der Drainagen kontrollieren: Gefahr von Verstopfungen durch Wurzeln von Schilf oder Hecken
  • Schilf regelmässig mähen

Matthias Schwab ist Landwirt und Lohnunternehmer aus Gals im Berner Seeland. Ohne Drainagen könnte er an seinem Standort nur sehr eingeschränkt Landwirtschaft betreiben. «Wir hatten früher sehr viele nasse Stellen in unseren Moorböden», erinnert sich Schwab.

Auf seinem Landwirtschaftsbetrieb hält er 100 Milchkühe in einer Betriebszweig-Gesellschaft mit Ueli Schär, dazu bewirtschaftet Schwab 70 Hektaren LN. Mitte der 1990er-Jahre war es sein Vater, der zum ersten Mal ein Drainage-Spülgerät angeschafft hat.

«Als wir unsere alten Leitungen spülten, förderte das viel Eisenocker zu Tage», berichtet Schwab. Die Rohre waren teilweise verstopft, die Drainagen haben nicht mehr «gezogen» und das Wasser konnte nicht ablaufen.

Vernässte Stellen im Land waren die Folge, die Felder waren nur eingeschränkt befahrbar und in nassen Jahren sind die Kulturen «ersoffen».

Heute ist das Spülen von Drainagen zu einem wichtigen Betriebszweig der Schwab Lohnunternehmen GmbH geworden. Matthias Schwab führt das Lohnunternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Markus. Drei Spülgeräte gehören zum Inventar der Lohnunternehmer. Sie sind vor allem im Seeland aktiv, wo meistens schwarze Böden vorherrschen.

Alle fünf bis sieben Jahre spülen

«In Torfböden sollten die Drainagen alle fünf bis sieben Jahre gespült werden», ist Schwab überzeugt. Bei entsprechendem Unterhalt beträgt die Lebensdauer einer Drainage-Leitung rund 40 Jahre. «Es kommt dabei aber auch immer drauf an, wie genau beim Erstellen der Leitung gearbeitet worden ist und wie der Boden bearbeitet wird», so Schwab.

Ein Problem in den schwarzen Böden ist zudem die Torfsackung: Bei intensiver Bodenbearbeitung können sich die Böden jährlich um ein bis drei Zentimeter absenken.

Der Grund: Nachdem der Wasserspiegel abgesenkt wurde, gelangt Sauerstoff in die Moorböden. Es kommt zu Oxidation, und der Torf geht als CO2 verloren. So kann es sein, dass auch ehemals tief verlegte Leitungen plötzlich in den Bearbeitungshorizont des Bodens kommen und mit Maschinen beschädigt werden. In solchen Fällen muss eine neue, tiefer gelegte Leitung erstellt werden.

Nebst dem Unterhalt der Drainage-Leitungen bieten die Gebrüder Schwab auch Neuanlagen von Drainagen an. Zu diesem Zweck haben sie im Jahr 2015 eine Drainage-Fräse angeschafft.

«Die Maschine fräst einen schmalen Graben für die Rohre. Zudem können wir direkt das Rohr einlegen und Kies auf die Leitung füllen», erklärt Schwab das Prinzip. Die Maschine ist mit einem Laser nivelliert und schafft bis zu 100 m Leitung pro Stunde. Besonders für Arbeiten im Gefälle-Grenzbereich und längere Distanzen kommen die Stärken dieser Maschine beim Lohnunternehmer zum Zug.

Bagger sind nicht ideal für den Bau von Drainagen

Landwirte verlegen manchmal Leitungen in Eigenregie. Dazu wird meist ein Bagger eingesetzt. «Nicht ideal», urteilt Schwab, der früher selbst mit diesem Verfahren gearbeitet hat. «Die Arbeit mit dem Bagger ist aufwändig. Es wird ein grösserer Graben ausgehoben, als nötig wäre. Entsprechend braucht es anschliessend mehr Kies, um die Leitung zu decken.» Die Fräse kommt lediglich bei Böden mit hohem Skelettanteil und grossen Steinen an ihre Grenzen. In Moorböden habe sie sich jedoch bestens bewährt.

Eigentlich wäre jetzt – nach der Getreideernte – ein idealer Zeitpunkt, um Drainagen zu spülen oder zu erneuern. «Die Felder sind abgeräumt, es ist oft trocken und der Boden somit gut befahrbar», so Schwab.

Also Hochsaison für sein Lohnunternehmer? «Nein», räumt er ein, denn «die meisten Arbeiten werden im Winter in Auftrag gegeben. Die Landwirte haben dann eher Zeit, sich um solche Anliegen zu kümmern. Zudem sind oft mehrere Felder von einer Drainage betroffen, und wenn auf einem Feld beispielsweise noch Mais steht, können wir noch nicht arbeiten.» Die Arbeit kann auch im Winter ausgeführt werden – idealerweise jedoch auf bewachsenem Boden, keinesfalls sollte bereits gepflügt worden sein.

Besonders, wenn intensive Ackerkulturen wie Karotten, Kartoffeln oder Zwiebeln angebaut werden, lohnt es sich, seine Drainagen im Schuss zu haben. Diese Kulturen stellen hohe Ansprüche an den Boden, Vernässungen schaden dem Ertrag, aber auch der Qualität. Je intensiver der Boden bearbeitet wird, desto häufiger sollten die Drainagen gespült werden, hat Schwab festgestellt.

«Auch wenn sehr häufig bewässert wird, hat das Folgen für die Böden: Es gibt weniger Trockenheitsrisse, welche Verdichtungen und Sauerstoff in tiefere Schichten gelangen lassen», sagt Matthias Schwab. Zudem wird mehr Feinerde zu den Rohren geschwemmt, welche die Schlitze verstopfen können.

Bis zu 100 Jahre alte Tonröhren im Boden

Während Matthias Schwab auf geschlitzte PVC-Rohre für Drainagen setzt, gibt es noch ein anderes, weitaus älteres System: Jenes mit Tonröhren.

Einer, der sich damit auskennt, ist Patrick Hofstetter von der Bauunternehmung Hofstetter AG in Benken im Kanton St. Gallen. Für ihn gibt es keinen Grund, auf PVC-Röhren zu wechseln. «Das System mit Tonröhren ist seit über 100 Jahren etabliert», so der Geschäftsführer in vierter Generation.

Im Unterschied zum System mit den PVC-Rohren brauchen die Tonröhren kein Filterkies. Hofstetter verwendet als Filterschicht Tannäste. «Im Boden verrotten die Äste nur sehr langsam und erfüllen ihren Zweck für eine lange Zeit», sagt Hofstetter. 80 Prozent der Arbeiten mit Drainagen sind bei Hofstetter Unterhalt, rund 20 Prozent Neuanlagen. Hauptsächlich ist Hofstetter im Linth-Gebiet aktiv, war aber auch schon von Zürich bis ins Bündnerland unterwegs.

Drainagen sind keine Lösung für verdichtete Böden

Bauunternehmer Patrick Hofstetter hat festgestellt, dass es manchmal nicht an den Drainagen liegt, wenn das Wasser nicht abfliesst. «Aufgrund der immer schwereren Maschinen ist der Boden manchmal so verdichtet, dass das Wasser gar nicht bis zu den Tonröhren gelangen kann», gibt er Auskunft.

Auch Matthias Schwab hält fest, dass Drainagen nicht die Lösung für alle Probleme sind. «Eine Drainage kann nur Wasser, das versickert, aufnehmen und ableiten. Nicht mehr und nicht weniger», so Schwab.

Für das Geschäft mit den Drainagen sind nasse Jahre ein Vorteil. Wenn es viel geregnet hat, werden vernässte Stellen oder defekte Drainagen deutlich sichtbar. In der Folge ziehen die Aufträge für Unternehmer wie Schwab und Hofstetter an. Beide sind sich jedoch einig, dass ein kontinuierlicher Unterhalt wichtig wäre.

Vier häufige Verstopfungsgründe

1. Zerdrücken

Durch hohen Bodendruck, beispielsweise von schweren Erntemaschinen, können hoch liegende Drainagerohre zerdrückt werden. Ist das passiert, müssen Rohre ersetzt werden. Neue Drainagen unbedingt genügend tief verlegen.

2. Wurzeln

Wurzeln, die in Drainagen hineinwachsen, gehören zu den hartnäckigsten Verstopfungsgründen. Oberhalb der Leitungen sollte möglichst kein Schilf und keine Hecken- oder Baumpflanzen stehen. Betroffene Leitungen müssen sehr häufig gespült werden.

3. Eisenocker

Der rötlich scheinende Eisenocker fällt aus und bildet Ablagerungen in den Rohren. So wird das Wasser immer mehr am Abfliessen gehindert. Auch hier hilft regelmässiges Spülen.

4. Schluff

In schluffigen Sandböden können feinkörnige Ablagerungen in den Leitungen entstehen. Ist der Boden sehr schluffhaltig, müssen die Drainagen häufiger als in anderen Mineralböden gespült werden.

 

Betriebsspiegel Matthias Schwab

Matthias Schwab, Gals BE

LN: 70 ha

Kulturen: Kartoffeln, Karotten, Zuckerrüben, Süsskartoffeln, Mais, Weizen, Raps

Tierbestand: 100 Milchkühe in Betriebszweiggesellschaft mit Ueli Schär

Arbeitskräfte: 2 Lehrlinge, 2 Angestellte

Besonderes: Co-Geschäftsführer und Mitinhaber der Schwab Lohnunternehmen GmbH

www.schwab-lohnunternehmen.ch

 

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