Was ist Diesel?

Diesel-Kraftstoff, auch Dieselöl oder Diesel genannt, besteht aus einem Gemisch von Kohlenwasserstoffen der Molekülgrössen C10 (10 Kohlenstoff-Atome) bis C22 und verfügt über einen Siedebereich von 170 Grad bis 370 Grad. Ähnlich wie Benzin wird Diesel aus Rohöl gewonnen, enthält aber höhersiedende Destillatfraktionen. [IMG 4]

 

Synthetische Treibstoffe

Eine Alternative zu Diesel sind synthetische Treibstoffe, sogenannte Synfuels, die aus CO2, Wasser und Strom produziert werden. Sie verbessern die Treibhausgas-Bilanz massiv und es ist nach aktuellem Stand keine Anpassung der heutigen Technik von Benzin- oder Dieselfahrzeugen nötig. Die Fahrzeuge könnten mit Synfuels genauso wie mit fossilem Benzin oder Diesel laufen.
Die Herstellungsverfahren für diese neue Art von Treibstoffen sind bereits erprobt. Der nächste Entwicklungsschritt ist die grossindustrielle Herstellung von Synfuels zu konkurrenzfähigen Preisen.

 

Ist Diesel und Heizöl dasselbe?

Technisch waren Heizöl «extra leicht» und Dieselkraftstoff bis Mitte der 1990er-Jahre nahezu identisch. Heute sind sie jedoch nicht mehr zu vergleichen. Beim Dieseltreibstoff ging die Entwicklung der letzten 25 Jahre in Richtung bessere Zündwilligkeit, höhere Kälteresistenz und geringere Russbildung.
Zudem liegt der Schwefelgehalt bei Diesel mit 10ppm niedriger als jener von Öko-Heizöl mit max. 50ppm Schwefelgehalt.

 

Kein Heizöl in den Fahrzeugtank

Dieselöl zur Verwendung als Treibstoff unterliegt der Mineralölsteuer und dem Mineralölsteuer-Zuschlag. Um dies zu kennzeichnen, sind Lagerinhaber und Importeure gemäss Mineralölsteuer-Verordnung verpflichtet, Heizöl extraleicht, das bei der Einfuhr nicht gefärbt und gekennzeichnet ist, vor Entstehung der Steuerforderung zu färben und zu kennzeichnen.

 

Diesel ist vom Weltmarktpreis abhängig

Die Preise der Brenn- und Treibstoffe sind abhängig von den Weltmarktpreisen für Beschaffung und Fracht. Zudem fliessen auch Faktoren wie regionale Marktgegebenheiten, Transportwege und Infrastrukturkosten in die Preisbildung mit ein. Angebot und Nachfrage sowie andere Wettbewerbsfaktoren führen zu Preisschwankungen. Entsprechend lässt sich keine allgemein gültige Aussage treffen, wann Diesel am günstigsten ist.

 

Nimmt Diesel bei der Lagerung Schaden?

Diesel muss nach örtlichen Vorgaben und gemäss den Vorgaben des Tankanbieters gelagert werden und kann somit für definierte Zeiten qualitativ haltbar gelagert werden. Diesel kann nach mehrjähriger Lagerung Schaden nehmen und sollte bei Wiederaufnahme des Einsatzes bestenfalls labortechnisch überprüft werden.

 

Wie lange kann Diesel gelagert werden?

Generell sind Diesel und Benzin bei luftdichter Lagerung lange Zeit haltbar. Im Fahrzeugtank ist das aber nicht der Fall: Da der Kraftstoff mit Sauerstoff in Berührung kommt, verliert er an Qualität. Je länger Benzin oder Diesel gelagert werden, umso mehr der leichten, entzündlichen Stoffe entweichen, wodurch der Kraftstoff unbrauchbar wird. Wie lange Diesel oder Benzin halten, hängt stark von der Zusammensetzung ab, bzw. in welchem Umfang der Kontakt mit dem Sauerstoff stattgefunden hat.

 

Ist Biodiesel dasselbe wie Diesel?

Diesel kann auch Biokomponenten enthalten, wie beispielsweise FAME (Fatty Acid Methyl Ester = Fettsäure-methylester = Biodiesel) oder HVO (Hydrotreated Vegetable Oil). Dieser sogenannte Biodiesel ist ein biosynthetischer Kraftstoff pflanzlichen Ursprungs, hergestellt aus verschiedenen Pflanzenölen und Methanol. In der Schweiz gilt der Grundsatz, dass Pflanzen zuerst als Nahrungsmittel, dann als Futtermittel und erst zuletzt als Treibstoff verwendet werden sollen (Teller-Trog-Tank-Prinzip). Der hierzulande eingesetzte Biodiesel besteht zu 100 Prozent aus Altspeiseölen oder Schlachtabfällen. [IMG 6]

 

Vorschriften bei der Hoflagerung

Bau und Betrieb von Lager- und Umschlagsanlagen für wassergefährdende Flüssigkeiten bedürfen nach geltendem Recht grundsätzlich einer kantonalen Bewilligung. Genaue Vorschriften sind beim jeweiligen Kanton bzw. bei einer Fachfirma für Lageranlagen zu erfragen. [IMG 3]

 

Der Weg von der Rohöl-Förderung bis zur Zapfsäule

Förderung des Rohöls und Transport in die Raffinerie.
Destillation des Rohöls in der Raffinerie. Dabei wird das Rohöl aufgetrennt, mit verschiedenen Verfahren sortiert und neu zusammengesetzt. Dabei entstehen Fertigprodukte wie Diesel, Benzin, Heizöl, Kerosin, Schmierstoffe und vieles mehr.
Transport der raffinierten Fertigprodukte, darunter Diesel, ins Tanklager als Fracht via Rhein, Pipelines oder Logistik auf Strasse und Schiene.
Verlad und Transport zur Tankstelle oder zum Endkunden via Schiene und Strasse. [IMG 2]

 

Gibt es verschiedene Dieselqualitäten?

Die Qualitätsanforderungen für Diesel sind in der Norm SN EN 590 festgelegt.
Von motorentechnischer Bedeutung ist die Cetanzahl CN, das Mass für die Zündwilligkeit des Treibstoffs. Der an Schweizer Tankstellen verkaufte Diesel verfügt über eine Cetanzahl von mindestens 51.
Gewisse Premium Kraftstoffe wie beispielsweise Agrola Diesel Cleanline erreichen höhere Werte von 60 CN oder in besonderen Fällen (Synthesekraftstoffe) sogar bis zu 80 CN. Eine hohe Zünd-willigkeit ist für die Verwendung in Motoren (vor allem in schnell laufenden) wichtig, um eine gleichmässige und vollständige Verbrennung erreichen zu können.

 

Winterdiesel und Sommerdiesel

Bei Agrola verzichtet man auf den Verkauf von Sommerdiesel und bietet ausschliesslich Winterdiesel (Ganzjahresdiesel) an, welcher der Schweizerischen Norm SN 590 entspricht und von den Gross-Tanklagern zur Lagerung angenommen wird. Winterdiesel kann auch im Sommer problemlos eingesetzt werden.
Der Einsatz von Sommerdiesel macht Sinn, wenn der Tankinhalt bis zum Einbruch der kälteren Temperaturen sicher aufgebraucht ist. Zum Beispiel bei Grossverbrauchern wie Transporteuren, weil Sommerdiesel ein schlechteres Kälteverhalten (bis zirka –10 Grad) hat als Winterdiesel (bis ca. –20 Grad).

 

Traktoren haben Dieselmotoren

Dieselmotoren leisten ein hohes Drehmoment bei geringer Drehzahl gegenüber Benzin betriebenen Motoren. Das macht sie bei langsamen und harten Zugarbeiten widerstandsfähiger und zäher als Ottomotoren (Benziner). [IMG 5]

 

Rudolf Diesel erfand den Dieselmotor

Rudolf Diesel brachte seinen ersten Motor 1893 in einem Labor der Maschinenfabrik Augsburg (MAN) zum Laufen. Diesel wurde Namensgeber des Motors und des zugehörigen Treibstoffs. Der Motor arbeitet in vier Takten mit Ansaugen, Verdichten, Arbeiten und Ausstossen. Der Treibstoff entzündet von selbst, wenn er in die durch Kompression heisse Luft im Zylinder eingespritzt wird. [IMG 7]

 

Unterschied zwischen Diesel und Benzin

Diesel unterscheidet sich unter anderem in folgenden Aspekten von Benzin:
Diesel ist schwerer als Benzin. Das liegt daran, dass Benzin aus den leichten Anteilen des Rohöls gewonnen wird. Diesel hingegen aus den schweren Ölbestandteilen.
Die Zündwilligkeit des Kraftstoffes Benzin ist höher als die von Diesel.Diesel hat also einen deutlich höheren Flammpunkt als Benzin. [IMG 1]

 

Quelle
Die Fragen zu Diesel wurden von der Agrola AG beantwortet. Die Agrola AG ist eine Geschäftseinheit der Fenaco und betreibt ein Tankstellennetz mit über 400 Standorten.