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«Schweizer Lohnunternehmer leisten mehr, als das Gesetz verlangt»


Romain Fonk ist Geschäftsführer von Lohnunternehmer Schweiz. Bild: Beat Schmid

Romain Fonk ist Geschäftsführer von Lohnunternehmer Schweiz. Bild: Beat Schmid

 

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Der Geschäftsführer von Lohnunternehmer Schweiz vergleicht die Diskussion um Pflanzenschutzmittel in der Schweiz und seinem Heimatland Belgien. Romain Fonk erlebt Lohnunternehmer hierzulande als Experten, die Kunden beraten und sich untereinander austauschen.

 

Publikationsdatum: 24.07.2019 / 06:00
Autor: Beat Schmid

Romain Fonk

Romain Fonk (33) ist Geschäftsführer von Lohnunternehmer Schweiz. Der Belgier führt im Nebenerwerb ein kleines Lohnunternehmen im deutschsprachigen Landesteil Belgiens. Im Dreiländereck zu Deutschland und Luxemburg hat er sich auf Futterernte und den Gülleaustrag spezialisiert. Rund zehn Tage pro Monat weilt er in der Schweiz.

Romain Fonk hat einen Bachelor in Agrarwissenschaften. Er lebt in Burg-Reuland in Belgien mit seiner Partnerin und seinen zwei Kindern. 

«die grüne»: Sie führen in Belgien, im Grenzgebiet zu Luxemburg und Deutschland, ein Lohnunternehmen. Ist die Pflanzenschutzmittel-Diskussion ebenso heftig wie in der Schweiz?

Romain Fonk: In Belgien steht der Pflanzenschutzmittel-Einsatz auch in der Kritik, aber nicht so stark wie in der Schweiz. In der Schweiz ist die Diskussion viel öffentlicher.

Wie berichten die Medien in Belgien darüber?

Über Glyphosat wurde auch viel berichtet. Aber nach dem die Zulassung weiterhin erfolgt ist, war das Thema schnell wieder vergessen. Und seither ist Pflanzenschutzmittel-Einsatz in den Medien kein Thema mehr. Dies ist ein grosser Gegensatz zur Schweiz, wo derzeit täglich darüber berichtet wird.

Wie war das für Sie, zu sehen, was eine Trinkwasser-Initiative bewegen kann?

Es ist erstaunlich, wie einige wenige Verfechter extremer Ansichten so etwas vorantreiben können. Sie machen viel Lärm, aber ich bin überzeugt, dass sie im Endeffekt trotz 100'000 Unterschriften nicht die Mehrheit der Bevölkerung vertreten.

Würde die Trinkwasser-Initiative angenommen, hätte dies Auswirkungen auf die Lohnunternehmer. Spüren Sie deswegen eine Nervosität bei ihren Mitgliedern?

Weil die produzierende Landwirtschaft sehr stark betroffen wäre, spürt man schon eine gewisse Nervosität. Die Lohnunternehmer sind ja vor allem an der produzierenden Landwirtschaft beteiligt.

Wenn Pflanzenschutzmittel verboten werden, eröffnen sich jedoch auch neue Geschäftsfelder. Wir haben am Pflanzenschutz-Tag der Lohnunternehmer auch Hacken für die mechanische Unkrautbekämpfung gesehen. Das ist eine Technik für Lohnunternehmer, weil sie sich nur im überbetrieblichen Einsatz lohnt. Dadurch können sich auch wieder neue Geschäftsfelder für Lohnunternehmer öffnen.

Ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln wäre also nicht das Ende der Lohnunternehmer?

Auf keinen Fall. Man muss sich jedoch im Klaren sein, dass die Produktion drastisch reduziert würde. Es gäbe also weniger zu tun. Noch mehr gibt mir jedoch der jetzt schon tiefe Selbstversorgungs-Grad der Schweiz zu denken, welcher noch mehr sinken würde.

In Belgien versorgen wir uns selbst und exportieren noch. Die Schweiz geht das Risiko ein, in schwierigen Zeiten nicht mehr den Zugang zu allen Produkten zu haben.

Was unternimmt der Lohnunternehmerverband gegen die Trinkwasser-Initiative?

Wir haben uns der Allianz um den Schweizer Bauernverband SBV angeschlossen. Der Lohnunternehmerverband erarbeitet zurzeit das Gütesiegel «Anerkannter Fachbetrieb Pflanzenschutz». Schon heute sind Pflanzenschutz-Lohnunternehmer miteinander vernetzt und tauschen sich aus, um Verbesserungen voranzutreiben.

Pflanzenschutz ist ein sehr komplexes Thema, welches pflanzenbauliche und technische Kenntnisse erfordert. Zusammen mit Smart Farming wird der Pflanzenschutz immer komplexer, aber auch präziser.

Lohnunternehmer sind führend, wenn es um präzise Applikation und schonendem Umgang gegenüber der Umwelt geht: Das wollen wir mit dem Gütesiegel gegenüber der Gesellschaft aufzeigen.

Will ein Lohnunternehmer nicht sein Betriebsgeheimnis für sich behalten, statt im Austausch mit Kollegen preiszugeben?

Beim Pflanzenschutz funktioniert der Austausch sehr gut, mit Sicherheit besser als dies bei anderen Themen wie zum Beispiel beim Mähdrusch der Fall wäre. Beim Pflanzenschutz geht es um vieles, man muss Kulturen kennen, gut beobachten und die Arbeiten genau dokumentieren. Lohnunternehmer in dieser Nische beraten oft auch ihre Kunden. Deshalb ist die Gefahr geringer, dass ein Kunde zu einem Mitbewerber abspringt.

Schafft das Gütesiegel in der Gesellschaft nicht den Eindruck, dass in der Schweiz zwar anerkannte Fachleute, aber auch ungebildetes Personal mit Pflanzenschutzmitteln hantiert?

Wir möchten natürlich möglichst viele Anwender ermuntern, das Gütesiegel zu erfüllen. Damit wollen wir als Branche aufzeigen, dass wir selber vorangehen und mehr leisten, als vom Gesetz gefordert ist. Davon profitieren alle.

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