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Den Nassraum klug planen, damit der Schmutz draussen bleibt

Eine Schmutzschleuse erspart viel Arbeit und hält Schmutz von den Wohnräumen fern. Ist der Raum klug geplant, ist sie gleichzeitig Umkleideraum und Arbeitsplatz für die hauswirtschaftlichen Aufgaben auf dem Hof.


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In der Unterwäsche vom Umkleideraum in die Küche? Kann man machen. Obwohl eine Schmutzschleuse im Idealfall auch eine Umkleidegelegenheit bietet. Im besten Fall sogar einen abgetrennten Bereich mit Toilette und Dusche.

Ziel der Schmutzschleuse ist, möglichst viel Dreck «abzufangen» und gar nicht erst in die Wohnung zu bringen. Die Schmutzschleuse sollte deshalb in unmittelbarer Nähe des (Neben-)Eingangs sein oder direkten Zugang ins Freie haben.

Die Arbeitsschuhe werden sinnvollerweise auf einem in den Boden eingelassenen Rost abgeklopft, bevor es in den Umkleideraum geht. Dort werden sie nahe der Türe ausgezogen. Im Raum selber trocknen die Arbeitsschuhe entweder auf einem Schuh-gitter oder bei einer Garderobe. Erhältlich sind auch spezielle Teppiche, die Schmutz und Feuchtigkeit aufnehmen.

Den Raum klug durchplanen, um der Bäuerin Arbeit zu ersparen

Rita Steiner-Lippuner, Beraterin am Bildungszentrum Wallierhof SO, hat in den ersten Jahren ihrer Tätigkeit auch Bauberatungen für Küchen und Arbeitsräume gemacht. Mittlerweile unterrichtet und berät sie in erster Linie zum Thema Direktvermarktung.

«Wer die Gelegenheit hat, eine Schmutzschleuse neu zu bauen oder umzubauen, setzt sich am besten in Ruhe hin und skizziert einen Plan», rät sie. Denn ein sauber durchdachter Raum kann insbesondere der Bäuerin einiges an Arbeit abnehmen: Ein grosser Trog, in dem die Stiefel mit Bürste und Wasser gereinigt werden, erspart Gänge mit dreckigem Material durchs Haus.

Sinnvoll findet Rita Steiner-Lippuner eine Sitzgelegenheit nahe der Türe, eine Garderobe, an welcher Kleider, die nur staubig sind, aufgehängt werden und eine Möglichkeit, nasse Arbeitskleidung aufzuhängen. Damit diese auch im Winter trocknen, braucht es eine Heizung oder einen Entfeuchter.

Auf oder neben der Garderobe braucht es genügend Ablageflächen für Mützen, Handschuhe und Schals.

Nur Umkleideraum oder auch Arbeitsplatz für die Bäuerin?

Rita Steiner-Lippuner unterscheidet zwischen einer reinen Schmutzschleuse (Nassraum) und einem eigentlichen Hauswirtschaftsraum. In beiden Räumen findet sie ein Fenster sinnvoll, um zu lüften und Licht in den Raum zu bringen. Ein Hauswirtschaftsraum muss ein sauberer, ergonomischer Arbeitsplatz sein. Darin steht eine Waschmaschine, eventuell auch ein Tumbler. Und er bietet eine Möglichkeit, Wäsche zu trocknen. Der Raum braucht genügend Stauraum für Wasch- und Reinigungsmittel, Geräte und Hilfsmittel.

Sie rät auch hier zu einer Planskizze und dazu, sich die Arbeitsabläufe genau vorzustellen und zu überlegen, was im Raum erledigt wird: Zum einen ziehen sich die Familienmitglieder und Angestellten um. Wenn eine Duschkabine im Hauswirtschaftsraum steht, ist es sinnvoll, diese so abzutrennen, dass sich gleichzeitig eine zweite Person im Raum aufhalten kann und die Privatsphäre gewahrt ist. Es braucht dann auch genügend Stauraum für Frotteewäsche und die frische, saubere Kleidung.

Neben dem Umkleiden ist auch das Waschen und eventuell das Ausbessern von Kleidern im Hauswirtschaftsraum möglich: Welche Höhe ist ideal, um eine Waschmaschine und einen Tumbler zu befüllen? Kann ein Klapptisch montiert werden, damit so eine platzsparende Arbeitsfläche entsteht, auf der man Wäsche zusammen falten kann? Stauraum für ein Bügelbrett und die ganzen Utensilien sind dann zwingend nötig.

«Wer arbeitet schon gerne in einem kalten, hässlichen Kellerraum?», fragt Rita Steiner rhetorisch. Ist der Hauswirtschaftsraum weder ergonomisch noch praktisch eingerichtet, werden die Schuhe am Ende doch in der Küche gereinigt und draussen imprägniert.

Hat es dagegen in Hauswirtschaftsraum genügend Platz, wird die Arbeit dort erledigt. Und ein grosser Trog sei nicht nur fürs Stiefelputzen praktisch: «Auch die Rüebli aus dem Garten kann man kurz reinigen und der Schmutz bleibt an einem Ort», so Steiner.

Wohin mit Reinigungsmittelund schmutziger Wäsche?

Ein gut eingerichteter Raum kostet rasch einige tausend Franken, sagt Rita Steiner-Lippuner: Neben den Ausgaben für Haushaltsgeräte kosten sanitäre Arbeiten wie der Einbau einer Dusche und einer Toilette einiges an Geld. Wohin kommen die Steckdosen? Wie viele braucht es? Und wo braucht es einen Wasseranschluss?

Bei der Planung des Hauswirtschaftsraumes sei es wichtig, den Raum so zu gestalten, dass Arbeitsplätze für unreine und reine Arbeiten unterschieden und getrennt werden, sagt Rita Steiner-Lippuner. Bei der Materialauswahl – etwa beim Bodenbelag – lohne es sich darauf, zu achten, dass der Raum praktisch zum Reinigen sei.

Überlegen müssen sich die Betriebsleiterin und der Betriebsleiter aber auch, was wo genau verräumt wird. Sobald irgendwo Wasch- oder Putzmittel herumstehen, empfiehlt sich ein abschliessbarer Schrank – besonders, wenn kleine Kinder auf dem Hof sind. Vielleicht braucht es auch einen Schrank für saubere Arbeitskleider und ein Trennsystem mit verschiedenen Behältern für schmutzige Wäsche.

Dürfen Hund und Katze auch in die Küche?

Nicht nur die Menschen auf dem Bauernhof bringen Schmutz in die Wohnung. Auch Hund und Katze schleppen Schmutz in die Wohnräume. Ob die Haustiere auf einem Bauernhof in die Wohnung dürfen oder nicht, das muss jede Familie für sich entscheiden.

Aber wer an einem Regentag den Hund zuerst im Nassraum abtrocknet, seine Pfoten vom Schlamm befreit und diese trocken reibt, erspart sich mindestens das Bodenaufnehmen. Und vielleicht auch den strengen Geruch nach nassem Hund.

Wann braucht es eine Baubewilligung?

Bauliche Veränderungen benötigen eine Bewilligung. Zuständig für diese Bewilligungen ist die Wohngemeinde: Sie gibt auch Auskunft über das korrekte Vorgehen. Falls nötig, leitet sie die Gesuche an entsprechende Stellen weiter oder kann den den weiteren Weg aufzeigen.

(Umbau-)Beratungen können bei Baufachleuten und Handwerkern (Schreiner, Sanitär, Elektriker usw.) eingeholt werden. Für arbeitswirtschaftliche Beratungen stehen auch die bäuerlich-hauswirtschaftlichen Beratungsstellen zur Verfügung.

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