Kahle Stellen am Hals, Rücken oder Schwanzansatz des Rinds? Ständiges Kratzen an allen möglichen und unmöglichen Stellen im Stall? Dies sind deutliche Anzeichen für äussere Parasiten. Äussere Parasiten wie Läuse, Haarlinge und Räudemilben sind nicht nur lästig für das Tier. Diese sogenannten Ektoparasiten leben vom Blut des Wirtstieres und können bei einem starken Befall, insbesondere bei jüngeren Tieren, eine Blutarmut verursachen.

Bei einer klassischen Parasitenbehandlung werden die Tiere geschoren, und anschliessend mit einem Parasitenmittel gewaschen. Bei Bedarf kann diese Prozedur einfach wiederholt werden. Bei Laufstalltieren, wie Jungrindern oder Mutterkühen mit Nachzucht, ist die Behandlung schwieriger als im Anbindestall. Es gibt zwar sogenannte Pour-On-Mittel, welche systemisch auf alle möglichen inneren und äusseren Parasiten wirken. Diese Mittel wirken in der Regel gut und sind einfach in der Anwendung. Allerdings wird oft vergessen, dass Wirkstoffe dieser Mittel auch noch wirken, wenn sie das Tier schon lange verlassen haben. Besonders bedenklich ist, dass beim Kot auf der Weide kuhfladen-zersetzende Insekten ebenfalls in ihrer Entwicklung gestört werden.

Wer auf solche Mittel verzichten möchte, findet im Biobereich Mittel auf Pyrethrum- oder Neembasis. Mit diesen Mitteln kann man die geschorenen Tiere in Abstand von Wochen einsprühen. Bei einer Behandlung sollte man auch gleich Scheuerstellen im und am Stall mit dem gewählten Mittel behandeln.