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Pro & Contra «antibiotikafreies Schweinefleisch» von Porco Sano

«Porco Sano vermarktet Fleisch von Schweinen, die nie mit Antibiotika behandelt worden sind», sagt Michael Knoch. «Schweizer Schweinefleisch enthält gar keine Antibiotika-Rückstände, die Unterscheidung ist daher völlig unnötig», kontert Suisseporcs-Präsident Meinrad Pfister. Ein Pro & Contra.


Publiziert: 26.06.2019 / 10:00

Der «AgrarTalk» als Video und Podcast

Die Marke «Porco Sano» vermarktet seit April 2019 Fleisch von Schweinen, die nie mit Antibiotika behandelt worden sind. Dies stösst allen anderen Schweizer Schweineproduzenten sauer auf: «Schweizer Schweinefleisch enthält gar keine Antibiotika-Rückstände, die Unterscheidung ist daher völlig unnötig», erklärt Suisseporcs-Präsident Meinrad Pfister.

Was meinen Sie zu «Porco Sano»? Diskutieren Sie mit!

«die grüne» hat das «Pro & Contra» von Michael Knoch und Meinrad Pfister zusammengefasst. Sie können mitdiskutieren: Schreiben Sie Ihre Meinung unter diesem «Pro & Contra» in die Kommentar-Spalte.

Pro: Michael Knoch, «Porco Sano»-Forschungsleiter

Unsere neue Marke «Porco Sano» vermarktet seit April 2019 Fleisch von Schweinen, die nie mit Antibiotika behandelt worden sind. Hinter «Porco Sano» steht der Futtermittel-Hersteller Utro Fikovit AG in Rotkreuz ZG und Emmenbrücke LU.

In der Schweizer Schweinehaltung haben aufkommende Krankheiten ihre Ursachen in Fütterungs- und Managementfehlern. Wir haben deshalb ein eigenes Fütterungs- und Management-System entwickelt.

Im Unterschied zu den meisten handelsüblichen Futtermitteln besteht Utro Fikovit-Schweinefutter hauptsächlich aus natürlichen Vitalstoffen und hochwertigem Getreide und zeichnet sich durch eine hohe Energieverfügbarkeit aus. Ferkel, Muttersauen und Mastschweine erhalten jeweils das optimale Futter. Damit wird die Krankheitsbildung grösstenteils unterbunden. Wir versuchen alles, um die Tiere nicht krank werden zu lassen.

Mit dieser Fütterung ferkeln die Sauen termingerecht. Der Vorteil dabei sind die hohen Geburtsgewichte, die im Durchschnitt bei 1,5 Kilogramm liegen. Die Würfe sind ausgeglichener und die Ferkel vitaler.

Das Anfüttern der Ferkel erfolgt um den 8. bis 10. Tag herum. Die Ferkel sollen bis zum Absetzen von der Muttersau am 28. Säuge-Tag die Gesamtmenge von 800 bis 1000 Gramm Futter gefressen haben, um ihr Verdauungs- und Immunsystem auf die schwierige Phase des Absetzens von der Muttersau bestmöglich vorzubereiten.

Durch die richtige und angepasste Fütterung in jedem Produktions-Abschnitt gibt es so gut wie keine Durchfall-Erkrankungen mehr.

Auch in unseren «Porco Sano»-Betrieben erkranken einzelne Tiere, die dann mit Antibiotika behandelt werden müssen. Behandelte Tiere werden mit einer Ohrmarke markiert, und ihr Fleisch wird nicht als «Porco Sano»-Fleisch verkauft.
Die Zahl der am «Porco Sano»-Modell beteiligten Landwirte und die Anzahl Schweine, die produziert werden, möchten wir noch nicht bekannt geben. Das Fleisch wird vor allem in Deutschland abgesetzt. Weitere Absatzkanäle von Mitteleuropa bis Asien werden aufgebaut.

Contra: Meinrad Pfister, Suisseporcs-Präsident

Störend für mich ist, dass mit «Porco Sano» den Konsumenten suggeriert wird, Schweizer Schweinefleisch könne Rückstände von Antibiotika enthalten. Dies führt zu einer völlig unnötigen Verunsicherung. Gemäss Untersuchungen durch das nationale Fremdstoff-Untersuchungsprogramm enthält Schweizer Schweinefleisch keine Rückstände von Antibiotika. Es ist deshalb fahrlässig, mit einer solchen Marke das Schweizer Schweinefleisch in zwei Klassen einzuteilen.

Ich begrüsse es, wenn dieses Fleisch im Export abgesetzt wird. Sollte Herr Knoch Absatz für dreimal so teures Fleisch wie das örtliche finden, werde ich der Erste sein, der ihm dazu gratuliert. Für den Schweizer Markt brauchen wir aber einen einheitlichen Gesundheits-Status mit einer 95-prozentigen Abdeckung unserer Gesundheitsprogramme.

Seit 1999 ist in der Schweiz der Antibiotika-Einsatz zur Leistungssteigerung verboten. Zur Behandlung von kranken Tieren darf Antibiotika einzig mit einem Rezept des Bestandes-Tierarztes eingesetzt werden.

Die Behauptung von Michael Knoch, alleine mit optimierter Fütterung und einem ausgeklügelten Management den Antibiotika-Einsatz im Schweinstall praktisch überflüssig zu machen, finde ich doch sehr gewagt. Vitalstoffe und hochwertiges Getreide findet sich in jedem Qualitäts-Schweinefutter.

Michael Knoch spricht viel von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Versuchen. Er legt aber keine Resultate vor oder sagt nicht, von wo diese Resultate stammen. Termingerechte Geburten, hohe Geburtsgewichte und Futteraufnahmen sind gute Praxis und werden von allen fortschrittlichen Betrieben angestrebt.

Gemäss Checkliste von «Porco Sano» sind Impfungen gegen Circovirose und Lawsonia ausdrücklich verboten. Es macht doch absolut keinen Sinn, hochwirksame Impfungen zu verbieten. Geht es hier um eine Glaubensfrage oder sollen Impf-Gegner angesprochen werden?

Auch nicht nachvollziehbar ist, dass es keine Zusammenarbeit mit dem bestehenden Schweinegesundheitsdienst SGD und den Gesundheitsprogrammen gibt. Wir müssen unseren hohen Gesundheits-Status gemeinsam erhöhen. Dies flächendeckend und nicht mit Solo-Läufen. Nur so erreichen wir die grösste Wirkung und können das Vertrauen in Schweizer Schweinefleisch stärken.

Ich anerkenne, dass es zur unternehmerischen Freiheit gehört, sich mit Alleinstellungs-Merkmalen am Markt zu profilieren. Aber bitte nicht mit dem Thema Antibiotika!

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«AgrarTalk» über Schweinehaltung ohne Antibiotika und «Porco Sano»
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