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Kolumne «Plötzlich Bauer» von Sebastian Hagenbuch: Wie sich meine Sicht auf die Landtechnik verändert hat

In seiner Kolumne «Plötzlich Bauer» erzählt Sebastian Hagenbuch monatlich von Alltäglichem und Aussergewöhnlichem aus seinem Leben als Junglandwirt. Immer ehrlich, nicht immer ganz ernst. Diesen Monat: Wie sich seine Sicht auf die Landtechnik verändert hat.


Wer Landwirtschaft sagt, denkt automatisch auch an Landmaschinen. Traktoren, Mähdrescher, Feldhäcksler und Kartoffelvollernter sind für Nicht-Bauern bestens sichtbare Aushängeschilder unseres Berufsstandes. Ein Bauer, der arbeitet mit dem Traktor und im Stall.

Nur ist mir kürzlich aufgefallen, dass ich seit rund zwei Monaten kaum noch Traktor gefahren bin.

Das ist primär der Vegetationsruhe zuzuschreiben. Aber auch von Frühling bis Herbst dürfte meine Arbeitszeit auf dem Traktor verhältnismässig gering ausfallen – trotz einer Leidenschaft für Ackerbau und überbetrieblichem Maschineneinsatz. Die Schlagkraft der modernen Maschinen, die tägliche Arbeit mit den Tieren oder die üblicherweise vorhandene Passion des Lehrlings für Traktoren dürften mitverantwortlich dafür sein.

Ich muss hier klarstellen, dass ich kein besonders grosser Kenner von Landtechnik bin. Ich bin Anwender, und auch das nicht auf übertrieben hohem Niveau. Meistens wissen unsere Lehrlinge besser Bescheid über unsere Traktoren und können sogar schneller mit dem grossen Anhänger rückwärtsfahren als ich. Nachdem mich das während der Lehre noch beschäftigt hat, stört mich das heute nicht besonders.

Meine Sicht auf Landmaschinen hat sich verändert, seit ich auf dem Mühlehof tätig bin. Anders als früher habe ich weniger das Gefühl, dass wir alles selber haben müssen. Beispiel Hoflader: Seit einiger Zeit war das eine «idée fixe». Nun bin ich zum Schluss gekommen, dass ich vorläufig ohne dieses Gerät auskomme. Der alte Frontlader-Lamborghini darf seine Pension bei uns verbringen, und in der Nachbarschaft sind für den Fall der Fälle genügend Hoflader stationiert. Denn bis ein solches Gerät seinen Preis wieder in die Kasse spült, braucht es ziemlich viel Zeit.

Einen Hoflader (oder eine andere Landmaschine) besitzen heisst schliesslich auch, sie instand zu halten. Verschleissteile ersetzen, Service durchführen, schmieren, waschen, kontrollieren, neu spritzen und die Augen für einen allfälligen Ersatz offen halten. Das lohnt sich in erster Linie für Maschinen, die für den Betrieb strategisch wichtig sind, also häufig gebraucht oder für zentrale Arbeiten eingesetzt werden.

Bei Maschinen, die nur gelegentlich zum Einsatz kommen, bringt es mir mehr, wenn ich diese bei einem Berufskollegen ausleihen oder die Arbeit im Lohn machen lassen kann. Wir können uns derweil dafür seriös um die für uns wichtigen Maschinen kümmern: Traktoren, Feldspritze, Säkombination und Mischwagen.

Damit sinkt das Risiko von dummen und kostspieligen Fehlern. Übung macht den Meister, und dafür braucht es Stunden. So bin ich froh, wenn wir unsere Maschinen gut auslasten können, Erfahrung damit haben und gute Arbeit verrichten. Denn je grösser die Maschinen sind, desto mehr Gespür braucht es bei ihrem Einsatz.

Gespür braucht es auch zwischenmenschlich: Genau gleich, wie wir unsere Maschinen gerne überbetrieblich einsetzen, haben auch andere Landwirte Geräte, die sie auslasten wollen. Sich gegenseitig bei Arbeiten auszuhelfen, ist ein Gewinn für beide Seiten.

Eine gute Zusammenarbeit unter Berufskollegen verbindet und sorgt auch für regelmässigen Kontakt. Das ist nicht selbstverständlich, denn häufig ist der Mensch auf einem Landwirtschaftsbetrieb die mit Abstand am besten ausgelastete Ressource. Und zu deren «Instandhaltung» gehört noch etwas mehr Gespür als bei den Landmaschinen.

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