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Trinkwasser-Initiative kritisiert Bauern statt Konsumenten – Editorial von Jürg Vollmer

Die Trinkwasser-Initiative und die Pestizidverbots-Initiative werden 2021 die Schweizer Agrarpolitik beherrschen. Dabei ignorieren diese Initiativen die Importe umweltbelastender Landwirtschaftsprodukte und das bigotte Verhalten der Konsumenten.


Man muss kein Hellseher sein, um vorauszusagen, welche drei Themen das Jahr 2021 in der Schweizer Agrarpolitik beherrschen werden:

  1. Trinkwasser
  2. Trinkwasser
  3. Trinkwasser

Die Abstimmung über die Trinkwasser-Initiative und die Pestizidverbots-Initiative findet am 13. Juni 2021 statt. Bei einer Annahme hätten diese Initiativen massive negative Auswirkungen auf die Schweizer Landwirtschaft – und absurderweise auch auf die Umwelt. Das hat Agroscope wissenschaftlich bestätigt.

Eine Agroscope-Studie zur Trinkwasser-Initiative zeigt anhand von 18 Szenarien die Auswirkungen für die Schweizer Landwirtschaft auf:

Intensiv wirtschaftenden Betriebe würden aus dem Ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) aussteigen, also den Minimalstandard für die umweltgerechte Landwirtschaft in der Schweiz nicht mehr einhalten und keine Direktzahlungen mehr beziehen. Diese Betriebe würden noch intensiver wirtschaften. Die landwirtschaftliche Produktion in der Schweiz und damit der Selbstversorgungs-Grad unseres Landes würden weiter zurückgehen, wodurch mehr Nahrungsmittel in die Schweiz importiert werden müssten – was stante pede zu höheren Umweltbelastungen im Ausland führen würde.

Unter dem Strich würde die Trinkwasser-Initiative der Umwelt mehr schaden, als sie nützt. Für Umweltschützer ein verheerendes Fazit, das nicht wahr sein darf. Deshalb attackieren sie auch Agroscope. Zuvorderst – unbelastet von Fakten – der Verein «Sauberes Wasser für alle» von Initiantin Franziska Herren und das fanatische Trüpplein der «Vision Landwirtschaft» rund um Geschäftsführer Andreas Bosshard, der sich ironischerweise von einem Hoffmann-La Roche-Erben finanzieren lässt.

Dabei zeigte Agroscope schon 2017 in der detaillierten Analyse «Umwelt- und ressourcenschonende Ernährung» auf, wie die Umwelt- und Klimawirkungen um die Hälfte gesenkt werden könnten. Konkret:

  • Öko-Effizienz im Inland erhöhen (Landwirtschaft)
  • Importprodukte sorgfältiger auswählen (Handel)
  • Ernährungsverhalten grundlegend ändern und weniger Lebensmittel wegwerfen (Konsumenten)

Nur der erste Punkt betrifft die Schweizer Landwirte – die im Gegensatz zu Handel und Konsumenten intensiv daran arbeiten:

  • Seit 2008 ist der Verkauf von Pflanzenschutzmitteln für die konventionelle Landwirtschaft um 41 Prozent zurückgegangen.
  • Und von den 50'000 Schweizer Landwirtschaftsbetrieben werden heute schon 7300 als Bio-Betriebe und 18'500 als IP-Betriebe geführt. Gerne würden mehr Landwirte zu Bio Suisse und IP Suisse wechseln – wenn ein grösserer Markt dafür existieren würde.

Die Trinkwasser-Initiative ignoriert diese Fakten. Sie ignoriert auch die Importe umweltbelastender Landwirtschaftsprodukte und das bigotte Verhalten der Konsumenten, die sauberes Trinkwasser fordern, aber den Preis für «sauber» angebaute Landwirtschaftsprodukte nicht bezahlen.

An dieser Ignoranz der Initianten könnte man verzweifeln – oder daran wachsen. Zeigen wir Konsumenten, Medien und Politikern, dass die Schweizer Landwirtschaft viel besser ist als ihr Image. Beim Trinkwasserschutz, beim Tierwohl und beim Ressourcen sparen.

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