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Selbstbedienungs-Milchautomat in Steffisburg BE gibt 100'000 l Vollmilch in zweieinhalb Jahren

Aus dem ersten Selbstbedienungs-Milchautomaten der Schweiz wurden in zweieinhalb Jahren 100'000 Liter «abgezapft». Der Milchautomat steht beim Tankstellen-Shop in Steffisburg BE. Pasteurisierte Vollmilch wird aus einem Tank in wiederverwendbare Glas-Flaschen abgefüllt und mit Münzen, Noten, Karten oder Twint bezahlt.


Genau 100'000 Liter hoffrische pasteurisierte Vollmilch haben die Kunden am Selbstbedienungs-Milchautomaten in Steffisburg BE in zweieinhalb Jahren selbst «abgezapft».

Der Selbstbedienungs-Milchautomat steht direkt neben der Eingangstüre des Agrola TopShops in Steffisburg. In Grossformat sind auf dem Automaten die Fleckvieh-Milchkühe der lokalen Viergenerationen-Bauernfamilie Evelyne und Hansruedi Peter vor den schneebedeckten Gipfel der Stockhorn-Kette aufgedruckt.

«Normale» Milchautomaten auf landwirtschaftlichen Betrieben sind meist mit Rohmilch befüllt. Die Familie Peter hat sich nebst dem Milchautomaten auch einen Pasteur angeschafft: «Die Kundschaft schätzt die längere Haltbarkeit der Pastmilch, die trotzdem sehr naturbelassen ist und aufrahmt, weil sie nicht homogenisiert ist.»

Für den mobilen Selbstbedienungs-Milchautomaten braucht es keine Baubewilligung

Für den Standort beim Agrola Tankstellen-Shop in Steffisburg brauchte der Landwirt Hansruedi Peter keine Baubewilligung, denn der Selbstbedienungs-Milchautomat ist mobil. Den Stellplatz mieten die Peters.

Der Selbstbedienungs-Milchautomat wurde in Italien hergestellt und über die deutsche Firma Milch Concept GmbH angeschafft. In Deutschland sind zurzeit über 40 solcher Outdoor- und über 120 Indoor-Milchautomaten im Einsatz, viele davon bei Lebensmittelläden wie Rewe.

In der Schweiz hat offenbar die Familie Peter als einzige einen solchen Selbstbedienungs-Milchautomaten im Einsatz. Dabei ist Hansruedi Peter überzeugt: «In der Schweiz würde das auch an anderen Standorten funktionieren.»

Der Selbstbedienungs-Milchautomat ist eine gute Investition

Der Selbstbedienungs-Milchautomat mit den Wechsel-Tanks kostete 55'000 Franken. Hinzu kamen der Durchlauf-Pasteur, ein Milch-Tank, eine Spülstation und ein Anbau, um die ganze Anlage unterzubringen. Knapp 120'000 Franken haben die Peters insgesamt investiert.

Die Milch wird im 100 Meter langen Durchlauf-Pasteur mit drei Wärmetauschern auf 72,5 Grad erhitzt, danach im Tank auf maximal 4 Grad herunter gekühlt und als Pastmilch in die Wechsel-Tanks mit je 200 Litern Volumen abgefüllt.

Ein Liter pasteurisierte Vollmilch kostet am Selbstbedienungs-Milchautomaten 1.70 Franken, ein halber Liter 90 Rappen. Nach Abzug aller Kosten im Zusammenhang mit dem Automaten und dem Pasteur bleiben den Peters 80 Rappen pro Liter.

«Rund einen Drittel unserer Milch setzen wir über den Automaten ab», erklärt der Landwirt. Einzelne Grosskunden wie Bäckereien und ein Gastro-Betrieb holen die Milch direkt ab Hof. Die restliche Milch geht für 50 Rappen pro Liter als Industriemilch zur Aaremilch AG.

Deshalb betreiben Hansruedi und Evelyne Peter vom Hof Schlafhus in Steffisburg neu ein zweites Modell des Selbstbedienungs-Milchautomaten in der Landi Thun sowie je einen Dispenser bei Frischer Fritz in Thun und bei der Dorfmetzgerei Wölfli in Uetendorf BE.

Milchmischgetränke mit Kaffee und Schokolade sowie hausgemachte «Steffisburger Glace»

Bei der Direktvermarktung hofeigener Milch setzen sie neu auch auf Milchmischgetränke namens «Käfele» und «Schöggele» – nomen est omen – mit kaltlöslichem Kaffee-Pulver respektive Schokolade-Pulver in vorbefüllten Flaschen und mit Nachfüllbeuteln.

Seit September 2020 gibt es auch die hausgemachte «Steffisburger Glace»: Drei Sorbets und sieben Rahmglaces in Portionenbechern und Schalen. Im Gegensatz zu den Milchmischgetränken lässt sich die «Steffisburger Glace» nicht am Automaten kaufen, weil dieser keine Tiefkühleinheit hat. Stattdessen gibt es sie dank gezielter Förderung regionaler Produkte durch die Landi Thun in deren Läden in Steffisburg und Uetendorf, im Agrola TopShop Steffisburg und im HohmadShop Thun (einem Landi-Quartierladen am Rande einer Neuüberbauung).

«So komme ich meinem Ziel, die gesamte Milchmenge des Betriebes direkt zu vermarkten, immer näher», freut sich Landwirt Hansruedi Peter. Und die Investition von 120'000 Franken in den Selbstbedienungs-Milchautomaten zahlt sich für Evelyne und Hansruedi Peter zurück.

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