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Nach dem Nein zu Trinkwasser- und Pestizid-Initiative: 10 Vorschläge für eine konstruktive Agrarpolitik

Nach dem Nein zu Trinkwasser- und Pestizid-Initiative brauchen wir eine Agrarpolitik, die Landwirtschaft, Umwelt, Raumplanung, Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft kohärent aufeinander abstimmt. Im Editorial macht Chefredaktor Jürg Vollmer 10 Vorschläge für eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft.


Die im März 2021 schubladisierte Agrarpolitik AP22+ und die am 13. Juni 2021 abgelehnten Trinkwasser-Initiative und Pestizid-Initiative haben etwas gezeigt: Eine von allen anderen Faktoren abgekoppelte Agrarpolitik funktioniert nicht.

Die Schweiz braucht eine Agrarpolitik, die Landwirtschaft, Umwelt, Raumplanung, Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft kohärent aufeinander abstimmt.

Und weil der Mensch nun mal so funktioniert, braucht es nicht nur Anreize, sondern auch Lenkungsmassnahmen und Verbote.

Hier sind 10 Vorschläge für eine nachhaltige, ökologische und tiergerechte Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft. Diese werden wir in den nächsten Monaten mit kompetenten Fachleuten Punkt für Punkt durchgehen.

  1. Massive Erhöhung der Forschungsmittel für die Landwirtschaft. Aber keine Alleingänge der Schweizer Wissenschaft. Mehr Forschungsmittel gibt es nur, wenn international zusammengearbeitet wird.
  2. Die unsägliche Agrar-Bürokratie auf allen Ebenen abbauen. Das Ziel muss eine massive Entlastung der Landwirte sein – und mehr Entwicklungsmöglichkeiten für die Landwirtschaft zum Beispiel in der Genehmigung neuer Bauten.
  3. Die Agrarpolitik AP22+ komplett «umbauen» zur Zukunftsstrategie für Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette – und zu einer integrierten Ernährungs- und Konsumstrategie.
  4. Regionale Produzenten und Vermarktungsstrukturen stärken. Dazu gehören auch verbindliche Vorgaben für Kantinen und Grossküchen öffentlicher Einrichtungen. Österreich macht uns das mit der Initiative «Österreich isst regional» vor.
  5. Lenkungsabgaben auf alle Pflanzenschutzmittel (auch im Bio-Landbau, siehe Kupfer) und Düngemittel einführen. Dabei sollen sehr risikoreiche Produkte stärker besteuert  werden. Die Erlöse aus den Lenkungsabgaben fliessen zurück zu den Landwirten, um Einkommensverluste zu begrenzen.
  6. Drastische Strafen für «Schwarze Schafe», die mit Pflanzenschutzmitteln oder Hofdünger fahrlässig Gewässer verunreinigen. Ein einziger Ignorant, der Gülle in den Bach spritzt, zerstört das Image von 50'000 Landwirten im ganzen Land.
  7. Verfahren wie Crispr-Cas (also Gentechnik ohne Einbau artfremder Gene) in der Schweiz in Forschung und Praxis möglichst schnell erlauben.
  8. Wirksame Gesetze gegen unfaire Handelspraktiken einführen. Die Rolle der Landwirte gegenüber der vorgelagerten und nachgelagerten Branchen sowie dem Handel muss gestärkt werden. Faire Preise für die Landwirtschaft sind dazu die Grundlage.
  9. Eine wirksame Information der Konsumenten über die Folgen ihres Handelns (kein perfektes Obst und Gemüse, kein Billig-Fleisch, kein Food Waste usw.).
  10. Eine wirksame Einschränkung des Einkaufstourismus. Es ist ein Hohn, wenn Schweizer im grenznahen Ausland jährlich für 3 Milliarden Franken Milch- und Fleischprodukte kaufen, die oft unter schlimmsten Bedingungen produziert werden – aber Schweizer Landwirte als «Giftbauern» verleumden.
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