Kurz & bündig

  • Ian Aeschlimann machte eine Zweitausbildung als Landmaschinenmechaniker.
  • Er absolvierte die Zweitlehre in drei statt vier Jahren.
  • Seine Zukunft sieht er in der Landtechnik-Branche.
  • Er plant eine Weiterbildung als Diagnosetechniker.
  • Werkstätten entwickeln sich zu Hightech-Betrieben und bieten attraktive Arbeitsplätze.

Gibt es in der Landtechnik-Branche einen Fachkräftemangel, fehlt dies bestimmt nicht an Ian Aeschlimann. Für den Bauernsohn aus Vordemwald AG war bereits zu Schulzeiten klar, dass er Landwirt und danach Landmaschinenmechaniker lernen möchte. Dies hat er nun in die Tat umgesetzt und vor kurzem die Lehrabschlussprüfung seines Zweitberufes abgelegt.

Als Landmaschinenmechaniker lernt man die Zusammenhänge kennen

«Die Technik hat mich schon immer fasziniert und ich wollte einen Traktor nicht nur fahren, sondern auch wissen, wie sein Innenleben funktioniert. Beispielsweise die Vorgänge im Getriebe oder beim Motor nachvollziehen. Eine Alternative zum Landmaschinenmechaniker gab es für mich deshalb nicht wirklich. Zwar habe ich auch im Anlage- und Apparatebau geschnuppert, aber bei der Landtechnik sieht man mehr in die Zusammenhänge hinein, wie beispielsweise Hydraulik oder Elektronik.»

Sein Werdegang führte Ian Aeschlimann zwischenzeitlich zu einem Lohnunternehmen, wo er anstelle eines geplanten Zwischenjahres, gleich drei Jahre blieb. Mit 23 Jahren begann er dann die Ausbildung bei der Serco Landtechnik AG in Oberbipp BE.

Während der Zeit beim Lohnunternehmen hatte er mit Claas Traktoren und Maschinen zu tun, die gleiche Marke die sein Ausbildungsbetrieb importiert. «Die Erfahrungen, die ich als Nutzer der Technik sammeln konnte, waren wertvoll. Ich konnte mit guten Grundkenntnissen aus Sicht des Anwenders starten.»

Landmaschinenmechaniker-Lehre in drei statt vier Jahren absolviert

Von der Berufsbildung wurde ihm empfohlen, trotz der Möglichkeit der verkürzten Ausbildungsdauer als Zweitausbildung, die Lehrzeit in den üblichen vier Jahren zu absolvieren. «Ich drängte jedoch auf die verkürzte Ausbildung von drei Jahren, dies war nicht zuletzt auch eine finanzielle Frage.» Dafür musste er jedoch einiges leisten und im ersten Jahr den Stoff von zwei Jahren erlernen.

«Ich bin mir bewusst, dass ich ein gefragter Berufsmann bin. Das motiviert mich und ich werde im Lehrbetrieb weiterarbeiten. In Zukunft möchte ich mich im Diagnostikbereich weiterbilden und mich in diesem wichtigen Teil der Landtechnik noch weiter spezialisieren.»

Ein Landmaschinenmechaniker arbeitet an neuen Maschinen oft mit dem Laptop. «Der Laptop ist fast so wichtig wie es der 13er-Schlüssel in der Werkzeugkiste ist», sagt Ian Aeschlimann und schmunzelt. Es komme zwar vor, dass ein Kunde nicht immer verstehe, wenn beispielsweise die Software einer Maschinensteuerung aktualisiert werde und man ja eigentlich wie nichts gemacht habe. Die meisten haben jedoch Verständnis für diese modernen Bereiche der Landtechnik und wissen, dass auch Handys oder Büro-Rechner ab und zu ein Update benötigen.

Erfolgserlebnisse, wenn Störungen gefunden und behoben sind

Am meisten Freude macht Ian Aeschlimann sein Beruf dann, wenn er bei einer Maschine eine Störung beheben kann und der Landwirt froh ist, dass wieder alles rund läuft. Solche Erfolgserlebnisse sind sowohl bei einer geplanten Reparatur in der Werkstatt, wie auch bei einer Notreparatur auf dem Feld möglich.

Besonders im zweiten Fall, muss ein Landmaschinenmechaniker auch kreativ sein und improvisieren können, da die Bedingungen immer anders sind. Und oft ist dann auch nicht der Laptop das Werkzeug der Stunde, sondern der Schlüssel und Muskelkraft, um beispielsweise ein Pulli beim Keilriemen oder einen Hydraulikmotor zu ersetzen. Hier zeigt sich dann die gesamte Bandbreite des Berufes.

Als Landmaschinenmechaniker in Australien

Zunächst will Ian Aeschlimann noch internationale Erfahrung sammeln. Für den kommenden Winter ist ein Ausland-Aufenthalt geplant. Er möchte für ein halbes Jahr nach Australien reisen und dort landtechnisch tätig sein. Hier werden zusammen mit dem Arbeitgeber Möglichkeiten mit Claas geprüft. Die Serco Landtechnik AG importiert nebst weiterer Marken Maschinen von Claas für den Schweizer Markt.

Wie das Beispiel von Ian Aeschlimann zeigt, gibt es verschiedene Varianten auf dem Weg zum Landmaschinenmechaniker, auch als Zweitlehre. Seine Dienste sind gefragt und er leistet auch Pikettdienst, damit Saisonmaschinen rund um die Uhr einsatzfähig sind.

Bemühen sich Landtechnikfirmen um solche Fachkräfte, kommt dies letztlich der Landwirtschaft zugute.