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6 Fakten zur Trinkwasser-Initiative (für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung)

Listicle mit 6 Fakten zur Trinkwasser-Initiative (Abstimmung am 13. Juni 2021). Die Volksinitiative fordert, dass Landwirte beim Einsatz von Pestiziden, importierten Futtermitteln oder prophylaktischen Antibiotika keine Direktzahlungen erhalten.


Was fordert die Eidgenössische Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz» (Trinkwasser-Initiative), über die am 13. Juni 2021 abgestimmt wird?

Das nachfolgende Listicle zeigt mit 6 Fakten, warum die Volksinitiative den Schweizer Landwirten beim Einsatz von Pestiziden, importierten Futtermitteln oder prophylaktischen Antibiotika die Direktzahlungen streichen will – und welche Folgen das für die Schweizer Landwirtschaft, die Umwelt und die Konsumenten hätte.

Was fordert die Trinkwasser-Initiative?

Die Eidgenössische Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz» (Trinkwasser-Initiative) fordert in der Bundesverfassung:

  1. Die Schweizer Landwirtschaft soll dafür sorgen, dass die Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser versorgt werden kann.
  2. Die Schweizer Landwirtschaft soll dafür sorgen, dass die Bevölkerung mit gesunden Lebensmitteln versorgt werden kann.
  3. Die Schweizer Landwirtschaft soll pestizidfrei produzieren.
  4. Schweizer Landwirte erhalten keine Direktzahlungen, wenn sie in der Tierhaltung Antibiotika prophylaktisch oder regelmässig einsetzen.
  5. Die Schweizer Landwirtschaft darf ihren Tierbestand nur mit betriebseigenem Futter füttern.
  6. Die Schweizer Landwirtschaft soll vom Bund überwacht werden, damit sie diese Vorschriften einhält. Der Bund soll die Öffentlichkeit regelmässig über die Ergebnisse dieser Überwachung informieren.

Quelle: Initiativ-Text der Eidgenössischen Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz»

Das nachfolgende Listicle erklärt die Punkte 1 bis 6 mit Fakten. Unter jedem Punkt ist die Quelle aufgeführt, damit sich die LeserInnen selbst ein Bild machen können.

Am Schluss des Listicle finden Sie die Parolen der Schweizer Parteien und Verbände zur Eidgenössischen Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz» (Trinkwasser-Initiative).

 

1. Ist das Trinkwasser in der Schweiz nicht sauber?

Die Trinkwasserqualität in der Schweiz ist hervorragend. Weltweit liegen wir sogar vor Neuseeland und Norwegen.

Beim Konsum von Schweizer Trinkwasser besteht keine Gesundheitsgefährdung. In 98 Prozent der Grundwasser-Messstellen wird der Wert von 0,1 Mikrogramm (0,0000001 Gramm oder 0,1 Millionstel Gramm pro Liter) Pflanzenschutzmittel-Wirkstoff pro Liter eingehalten. Zudem ist der Wert bei Pflanzenschutzmitteln im Vergleich zu anderen Stoffen extrem tief:

  • 10 Mikrogramm (100 Mal höher) Schwermetall Blei
  • 640 Mikrogramm (6400 Mal höher) Diabetes-Wirkstoff Metformin

Die Trinkwasser-Qualität hat sich nicht verschlechtert – die Analyse-Methoden sind viel feiner geworden. Da es mit der heutigen präzisen Analysemethoden den Wert Null nicht mehr gibt, wurde der Höchstwert bei 0,1 Mikrogramm pro Liter angesetzt. Dieser Wert entsprach lange der Nachweisgrenze. Der Wert ist also nicht toxikologisch festgesetzt, sondern entspricht einer Nulltoleranz. Selbst in Bio-Wein dürfen zum Beispiel die Rückstände von Chlorothalonil-Metaboliten höher sein als im Trinkwasser!

Zudem wird im Trinkwasser (fast) nur nach Pflanzenschutzmittel gesucht. Zum Vergleich, was jährlich den Rhein hinunterfliesst:

  • 64,8 t Industrie-/Haushaltschemie
  • 19,8 t künstlichen Süssstoffe
  • 16,9 t Arzneimittel
  • 0,9 t Pflanzenschutzmittel

Quellen: «Three Countries with the Best Water Quality in the World», Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: «Trinkwasser»

2. Produziert die Schweizer Landwirtschaft ungesunde Lebensmittel?

Die Schweizer Landwirtschaft produziert bereits heute gesunde Lebensmittel. Jährlich werden bei risikobasierten (!) Kontrollen nur sehr wenige Proben aus Schweizer Herkunft auf Pflanzenschutzmittel-Rückstände beanstandet.

Bei zufallsbasierten Kontrollen – wie sie im Ausland vorgenommen werden – wäre die Beanstandungsquote noch tiefer.

Beanstandungsquote bei Lebensmitteln (risikobasierte Kontrollen):

  • 1 % – 2 % Schweiz
  • 8 % – 10 % Importe
  • 30 % Importe aus Asien

Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft BLW: «Lebensmittelkontrollen»

3. Wieso produzieren Schweizer Landwirte nicht pestizidfrei?

Ohne synthetische Pflanzenschutzmittel würden die Erträge in der konventionellen Landwirtschaft um 30 % bis 50 % zurückgehen, bei Obst und Gemüse sogar bis 80 %. Der Bio-Landbau (mit 20 % bis 30 % weniger Ertrag als die konventionelle Landwirtschaft) hätte noch einmal bis 50 % weniger Ertrag.

In regnerischen Jahren sowie bei Spezialkulturen wie Reben, Gemüse, Obst, Kartoffeln, Zuckerrüben oder Raps müsste auch mal mit 100 % gerechnet werden – Totalausfall.

Der Pestizid-Einsatz in der Schweiz ist trotzdem viel niedriger als im Ausland. Im Vergleich mit Deutschland 42 % weniger Pflanzenschutzmittel. Und das, obwohl in der Schweiz – im Gegensatz zum Ausland – natürliche Wirkstoffe und Bio-Wirkstoffe mitgerechnet werden.

Quelle: Verantwortungsvolle Landwirtschaft: «Was wäre ohne Pflanzenschutzmittel?»

4. Wieso werden in der Schweizer Landwirtschaft Antibiotika eingesetzt?

Der im Initiativ-Text unterstellte prophylaktische (!) Antibiotika-Einsatz ist in der Schweiz längstens verboten und kann deshalb auch nicht subventioniert werden. Die Schweizer Landwirtschaft arbeitet zudem aktiv an der nationalen Strategie Antibiotika-Resistenzen (StAR) mit. Die in der Nutztier-Medizin eingesetzten Mengen haben sich seit 2010 mehr als halbiert.

Antibiotika dürfen bei Nutztieren nur aufgrund einer Diagnose und nach der Verschreibung durch einen Tierarzt angewendet werden.

Gemäss Tierarzneimittel-Verordnung darf der Tierarzt keine kritischen Antibiotika und keine Antibiotika zur Prophylaxe auf Vorrat abgeben. Weil sämtliche Antibiotika-Anwendungen in der Nutztier-Medizin in der Antibiotika-Verbrauchsdatenbank registriert werden müssen, ist der Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft vollkommen transparent und Betriebe mit hohem Einsatz können identifiziert werden.

Um die Tiergesundheit zu stärken und den Antibiotika-Einsatz weiter zu reduzieren wurden u.a. der Kälbergesundheitsdienst und der Schweinegesundheitsdienst aufgebaut. Mit der Trinkwasser-Initiative würde die Behandlung von kranken Tieren gefährdet – ein Rückschritt im Tierschutz.

Quelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: «Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) Tier»

5. Wieso fressen Schweizer Nutztiere nicht nur betriebseigenes Futter?

Raufutter-Verzehrer wie Kühe, Kälber, Rinder, Schafe, Ziegen oder Pferde erhalten zu 92 % Schweizer Futter.

8 % sind Kraftfutter, meist Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie: Getreidekleie (Mühlen), Rübenschnitzel (Zuckerfabrik) und Schotte (Käserei) würden in Biogas-Amlagen und Kehrrichtverbrennungs-Anlagen landen – ein ökologischer Unsinn.

Konventionelle Tierhaltungs-Betriebe kaufen auch Heu von Bio-Betrieben ohne Tierhaltung.

Futter-Importe braucht es für Schweine und Hühner, denn diese sind keine Grasfresser. Und nicht jeder Betrieb – speziell solche im Hügel- oder Berggebiet – kann auf seinen Flächen Ackerbau betreiben.

Quelle: Swissmilk: «Sehr viel Swissness beim CH-Raufutter»

6. Wieso sollte der Bund die Landwirte mehr überwachen?

Der Bund überwacht bereits heute die Landwirtschaft und informiert die Bevölkerung im jährlichen Agrarbericht über die Entwicklung und Wirkung der agrarpolitischen Instrumente.

Der Bundesrat evaluiert alle vier Jahre die Agrarpolitik und deren Wirkung (Stichwort AP22+). Zur Antibiotika-Verwendung und Antibiotika-Resistenzüberwachung verfasst der Bund ebenfalls jährlich einen Bericht (ARCH-Vet).

Die Trinkwasser-Initiative fordert eine Überwachung und Überprüfung der Schweizer Landwirtschaft, die schon längst stattfindet.

Quelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: «Antibiotika-Vertrieb»

Die Parolen von Parteien und Verbänden zur Trinkwasser-Initiative

Für die Eidgenössische Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz» (Trinkwasser-Initiative) haben die Parteien und Verbände folgende Parolen gefasst:

Parteien

Grüne GPS Ja
Grünliberale GLP Ja
SP Ja
EVP Ja
Die Mitte Nein
FDP Nein
SVP Nein

Verbände

Agrarallianz Keine Parole
Agrotec Suisse, ein Fachverband des AM Suisse Nein
Bio Suisse Noch offen (folgt im April 2021)
IG Bio Schweizer Bio-Lebensmittel-Unternehmer aus Handel, Verarbeitung und Logistik Nein
IP Suisse Nein
Kleinbauern-Vereinigung Stimmfreigabe
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB Nein
Schweizer Bauernverband SBV Nein
Schweizerischer Bäuerinnen- und Landfrauen-Verband SBLV Nein
Schweizer Milchproduzenten SMP Nein
Uniterre Nein

Quelle: Auskünfte und Mitteilungen der Parteien und Verbände

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