Wie soll eine Ernährungspolitik für die Schweiz aussehen, die bis 2030 allen Menschen gesunde, nachhaltige, tierfreundliche und fair produzierte Lebensmittel zur Verfügung stellt?

An insgesamt elf Treffen sollen 100 zufällig ausgewählte Personen aus der ganzen Schweiz diese Frage diskutieren und konkrete Empfehlungen entwickeln.

Der BürgerInnenrat für Ernährungspolitik (BEP) wird von einem Konsortium verschiedener Organisationen − unter anderem vom Verein «Landwirtschaft mit Zukunft» − getragen und von den Bundesämtern BLW, BLV und BAFU unterstützt. Sie nehmen damit einen Impuls des Bundesrats auf. Dieser strebt mit seiner «Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030» einen Wandel hin zu einem nachhaltigen Ernährungssystem nach Art. 104 der Bundesverfassung an und setzt dabei auf Dialog.

Der BürgerInnenrat wird von der Forschungsgruppe Agrarökologische Transitionen der ETH Zürich sowie von führenden Politikwissenschaftlern der Universität Zürich wissenschaftlich begleitet.

Im Fokus steht dabei die Ernährungsdemokratie. Im Rahmen eines SNF-Projekts untersuchen wir Forschenden, ob und wie sich Meinungen und Diskurse im Verlauf der Diskussion ändern, und was die erarbeiteten Vorschläge zu den Nachhaltigkeitszielen beitragen können.

 

Kommentar von Johanna Jacobi, ETH Zürich: Neue Impulse [IMG 2]

Landwirtschaft und Ernährung werden viel diskutiert. Die ver-schiedenen Positionen befinden sich nach der sistierten Agrarpolitik ab 2022 und den beiden Agrar-Initiativen 2021 jedoch nicht im konstruktiven Dialog. Während sich die Expertinnen und Experten streiten, sterben Arten aus, und Klimawandel, Bodenerosion, Gewässerbelastung und das Höfe-Sterben schreiten voran. Bürgerpanels suchen konstruktive Lösungen in einer zuweilen festgefahrenen Diskussion. Sie wollen die regulären demokratischen Entscheidungsprozesse nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Der BürgerInnenrat für Ernährungspolitik ist ergebnisoffen: Die Trägerorganisationen haben weder Einfluss auf die Auswahl der Teilnehmenden noch auf die wissenschaftlichen Inputs. Als Forschende im Bereich Ernährungsdemokratie bin ich dabei, wenn es darum geht, die Durchführung kritisch zu begleiten und später den Nutzen der Vorschläge zu analysieren. Ich jedenfalls freue mich auf die ersten Gespräche und bin gespannt.