Der Erreger der Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln, Phytophthora infestans, verändert sich ständig. Neue Stämme sind oft anpassungsfähiger und können sowohl Pflanzenschutzmittel als auch die natürlichen Abwehrkräfte robuster Kartoffelsorten schwächen. In Europa sind Stämme bekannt, die Resistenzgene überwinden oder weniger empfindlich auf wichtige Fungizide reagieren. Im ungünstigsten Fall kann dies dazu führen, dass sowohl resistente Sorten als auch behandelte Parzellen von verstärkten Ausbrüchen der Kraut- und Knollenfäule betroffen sind.

Bislang ist wenig bekannt, welche Stämme in der Schweiz vorkommen und wie sie sich verbreiten. Deshalb wird ein landesweites Monitoring aufgebaut. Ziel ist es, den Erreger genauer zu beobachten und praxisnahe Empfehlungen für den Anbau zu entwickeln. Die gesammelten Proben werden genetisch untersucht, um Zusammensetzung und Entwicklung der Population besser zu verstehen.

Gemeinsam mit der Kartoffelbranche erforschen die Agroscope, die BFH-HAFL und das FiBL:

  • Das Zusammenspiel von Erreger, Sorten und Fungiziden
  • Methoden zur frühen Erkennung besonders gefährlicher Stämme
  • Geeignete Regionen für ein Frühwarnsystem
  • Den Einfluss von Anbaupraktiken auf die Entwicklung des Erregers

Das Projekt läuft von 2025 bis 2029 und wird vom Bundesamt für Landwirtschaft sowie von der Kartoffelbranche finanziert.


Standpunkt

Schützen, was unsere Ernte schützt
Spätestens nach der Kartoffelsaison 2024 wurde allen wieder bewusst, welches Schadpotenzial die Kraut- und Knollenfäule hat. Wer seine Bestände nicht genau beobachtete und den Fungizidschutz nicht konsequent aufrechterhielt, musste unter Umständen mit einem Totalausfall rechnen. Auch die unterschiedlichen Krautfäuleanfälligkeiten der einzelnen Sorten wurden in diesem Extremjahr besser sichtbar denn je. [IMG 2]

Nach 2024 war das Fazit klar: Wirksame Fungizide und robuste Sorten sind und bleiben der zentrale Baustein im Kartoffelbau, wenn es um die Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule geht. Dazu müssen die verbleibenden Fungizide ihre Wirkung auch weiterhin behalten.

Auch die wenigen verfügbaren Resistenzgene in den neuen Kartoffelsorten dürfen nicht «verheizt» werden. Damit das gelingt, muss die Kraut- und Knollenfäule besser verstanden werden, insbesondere die Frage, welche Pilzstämme in unseren Feldern vorkommen.

Dafür sind wir auf möglichst viele Proben aus den Feldern angewiesen.

Weitere Informationen: www.diegruene.ch/vskp-proben