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Paralandwirtschaft in der Schweiz unter der Lupe

Agroscope hat herausgefunden, dass der durchschnittliche Stundenlohn von paralandwirtschaftlichen Betriebszweigen besser ist, als jener in der Landwirtschaft. Die Bandbreite innerhalb der Betriebszweige ist aber hoch.


Publiziert: 24.04.2019 / 07:30

 Schule auf dem Bauernhof, Schlafen im Stroh, Direktvermarktung, Lohnarbeiten – das ist nur ein kleiner Auszug aus der Paralandwirtschaft. Es handelt sich um Aktivitäten mit engem Bezug zur Nutztierhaltung oder dem Pflanzenbau. Sie machen in der Schweiz knapp 10 Prozent der Rohleistung landwirtschaftlicher Betriebe aus.
Agroscope hat in insgesamt auf 2339 Betrieben die paralandwirtschaftlichen Betriebszweige auf ihre Wirtschaftlichkeit untersucht. Die Betriebszweige sind wie folgt gruppiert:

  • Arbeit für Dritte (Ausführen von Lohnarbeiten)
  • Direktvermarktung
  • Tourismus (Ferien auf dem Bauernhof, Schlafen im Stroh, Gastwirtschaft, Kostgänger)
  • Dienstleistungen (Schule auf dem Bauernhof, Reitschule, Pflege- und Betreuungsdienstleistungen)

Die vier paralandwirtschaftlichen Betriebszweige können mit einem Stundenlohn von durchschnittlich 17 bis 40 Franken wirtschaftlich durchaus interessant sein. In der Analyse geht Agroscope von einem durchschnitt-
lichen landwirtschaftlichen Stundenlohn von 16 Franken aus. Interessant ist das ganze Paket «Paralandwirtschaft» vor allem deshalb, weil der Betriebszweig «Arbeit für Dritte» mit 
40 Franken den höchsten durchschnittlichen Stundenlohn hat. Denn dieser Betriebszweig macht 61 Prozent aller analysierten Betriebszweige aus (siehe Kästchen).
Allerdings zeigen alle analysierten Betriebszweige in sich grosse Kostenunterschiede. Gerade der besagte Betriebszweig «Arbeit für Dritte».

Diese Betriebe wurden ausgewertet

Agroscope analysierte 2339 paralandwirtschaftliche Betriebszweige aus Referenzbetrieben der Zentralen Auswertung. Diese teilen sich auf folgende vier Betriebszweige auf:
Umsatzbereich pro Betriebszweig: Fr. 10 000.– bis Fr. 100 000.–
Um eine gewisse Homogenität zu erhalten, wurden 
kleine, nur sporadisch betriebene Aktivitäten 
und Betriebszweige mit kaum Arbeitsaufwand 
(z. B. Maschinenvermietung) ausgeschlossen:

  • Maschinenvermietung
  • Kelterei
  • Heu- und Strohhandel
  • Maislabyrinth
  • Eigenleistung für Investitionen
  • nicht zuteilbare paralandwirtschaftliche Aktivitäten

Die Analyse von Agroscope «Wirtschaftlichkeit paralandwirtschaftlicher Betriebszweige» erschien in der Zeitschrift «Agrarforschung Schweiz» (11–12), 2018.

Text

Arbeit für Dritte: Von himmelhoch bis abgrundtief

Innerhalb des Betriebszweiges «Arbeit für Dritte» stellte Agroscope die grössten Abweichungen des Stundenlohns fest. Während der unterste Viertel einen negativen Stundenlohn von minus 1 Franken hat, erwirtschaftet der beste 
Viertel 89 Franken pro Stunde!
Die untere Gruppe hat in allen Kostenpositionen signifikant höhere Kosten. Agroscope erklärt dies zum Teil durch 
den Standort: Der Anteil Betriebe aus der Bergregion ist 
in der unteren Gruppe doppelt so hoch wie in der oberen.
Der grösste Unterschied zwischen den beiden Gruppen betrifft die Maschinen-
Kosten: Die untere Gruppe hat auf Stufe Betrieb sehr hohe Maschinen-Kosten. Diese Kosten übersteigen die Plankosten um gut einen Drittel. Im oberen Viertel ist es gerade umgekehrt.
Der Gemeinkosten-Anteil von 97 Prozent dominiert die Kostenstruktur des Betriebszweigs «Arbeit für Dritte». Fast zwei Drittel machen die Maschinen-Kosten aus, 
und fast ein Drittel die Arbeits-Kosten.
Die 1420 analysierten Betriebe mit Betriebszweig «Arbeit für Dritte» verdienen im Schnitt 40 Franken in der Stunde – das liegt weit über den 16 Franken, die man in der Landwirtschaft im Schnitt verdient.

 

 

 

 

 

Direktvermarktung: Stundenlohn von 25 Franken

709 Betriebe analysierte Agroscope hinsichtlich der Direktvermarktung. Hier verdient der unterste Viertel 5 Franken pro Stunde, während der oberste Viertel 53 Franken verdient. Im Schnitt beträgt der Stundenlohn 25 Franken, was deutlich weniger ist als im Betriebszweig «Arbeit für Dritte», aber immer noch deutlich mehr als in der Landwirtschaft.
Im Gegensatz zum Betriebszweig «Arbeit für Dritte» dominieren bei der Direktvermarktung die Direktkosten mit 60 Prozent die Kostenstruktur. Hier stellte Agroscope die grössten Unterschiede zwischen den Betrieben fest. Auch bedeutend sind die Arbeitskosten mit 35 Prozent.

 

Beim Tourismus schenken die Gebäude-Kosten ein

Beim durchschnittlichen Stundenlohn ist der Betriebszweig «Tourismus» mit 24 Franken ähnlich wie der Betriebszweig «Direktvermarktung». Der untere Viertel verdient im Schnitt 6 Franken pro Stunde, der obere 49 Franken. Fast die Hälfte aller Kosten sind Arbeits-Kosten. Der Anteil Gebäudekosten ist in diesem Betriebszweig mit 18 Prozent, verglichen zu den anderen drei Betriebszweigen, am höchsten.
Sämtliche Kostenpositionen sind in der unteren Gruppe signifikant höher als in der oberen. Die grössten Unterschiede stellte Agroscope bei den Direktkosten fest.

 

 

Dienstleistungen sind am arbeitsintensivsten

Der Betriebszweig «Dienstleistungen» ist der arbeitsintensivste der analysierten Betriebszweige. Mit einem durchschnittlichen Stundenlohn von 17 Franken verdient man deutlich weniger als in den anderen drei Betriebszweigen.

Obwohl der durchschnittliche Stundenlohn tiefer ist, hat der unterste Viertel immer noch einen Stundenlohn von 9 Franken. Im Unterschied zum oberen Viertel mit einem Stundenlohn von 32 Franken, weist die untere Gruppe in allen Positionen höhere Kosten aus – vor allem bei der Arbeit.

 

 

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