Kurz & bündig

  • JCB baut mit dem 525-60E einen Teleskoplader mit 2,5 Tonnen Hubkraft und elektrischem Antrieb.
  • Zwei Elektromotoren für das Fahren und die Arbeitsbewegungen werden mit einem Lithium-Ionen Akku angetrieben.
  • Eine Akku-Ladung reicht für bis zu fünf Stunden.
  • Bremsenergie wird rekuperiert.

Am Markt werden immer mehr Fahrzeuge mit elektrischen Antrieben angeboten. In der Landwirtschaft werden seit einigen Jahren vor allem kleinere Hoflader mit dem emissionsfreien Antrieb bereits eingesetzt.

JCB hat einen elektrischen Teleskoplader mit 2,5 Tonnen Hubkraft vorgestellt, womit die «elektrischen Vorteile» nun auch im höheren Leistungsbereich möglich sind. «Vor allem keine Abgase sowie weniger Lärm und Schall, was beispielsweise in Ställen für Mensch und Tier angenehmer ist», so Christian Keller, Produktmanager für JCB bei der Serco Landtechnik AG.

Das Modell 525-60E hat dieselben Leistungswerte wie das gleiche Modell mit Verbrennungsmotor. «Wir sind sehr zufrieden mit dem neuen Modell. Der elektrische Lader deckt einen grossen Einsatzbereich in der Landwirtschaft ab und eignet sich auch für viele kommunale Einsätze.»

Der JCB-Teleskoplader läuft bis zu fünf Stunden ohne Steckdose

Die Energie lagert beim JCB in Lithium-Ionen-Batterien. Diese sind besonders leicht, haben eine flexible Ladecharakteristik und ertragen so Zwischenladungen problemlos.

Gemäss Christian Keller reicht eine Ladung für drei bis fünf Stunden vollen Einsatz. Hier komme es auf die Bedingungen an, wie zum Beispiel die Aussentemperatur oder die Intensität der Arbeit. Für die meisten Arbeiten auf einem Landwirtschaftsbetrieb reicht dies völlig aus. Zumal bei einem Arbeitsunterbruch auch kurzzeitig nachgeladen werden kann.

Mit einer Photovoltaik-Anlage lässt sich der «Treibstoff» sogar selber herstellen. Mit dem serienmässigen Bordladegerät (240 Volt) kann innert fünf Stunden der Akku von 25 auf 80 Prozent geladen werden. Eine Voll-Ladung von 0 auf 100 Prozent dauert acht Stunden. Mit einer Schnell-Ladestation kann das «Tanken» auf 35 Minuten respektive 60 Minuten reduziert werden.

Zwei Motoren bringen den elektrischen JCB-Teleskoplader in Bewegung

Der Elektro-JCB ist mit zwei Elektromotoren ausgerüstet. Ein 17 kW-Motor sorgt für den Fahrantrieb und ein 22 kW-Motor bringt die Hydraulikpumpe in Schwung. Der Fahrantrieb erfolgt direkt elektrisch, während die Arbeitsbewegungen, wie beim Standardmodell mit Verbrennungsmotor, hydraulisch ausgeführt werden. Bei der Bedienung in der Kabine ändert sich für den Fahrer nicht viel.

Der JCB-Teleskoplader hat einen sparsamen Umgang mit dem Strom

Der Lader hat einen Allradantrieb und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h. Beim Bremsen wird die Energie zurückgespeichert, wie auch beim Absenken des Teleskopmasten. Der elektrische Antrieb sorgt für einen besseren Wirkungsgrad der eingesetzten Energie.

Deshalb bringen die insgesamt 53 PS der beiden Elektromotoren die gleiche Ladeleistung wie das 75 PS starke Diesel-Pendant. Der Verbrennungsmotor verliert viel Energie in der Abwärme.

Weniger Wartungskosten und weniger Energieverbrauch beim JCB-Teleskoplader

Beim Wirkungsgrad profitiert der JCB 525-60E, indem beispielsweise die Ölfördermenge über die Drehzahl des Elektromotors geregelt wird. Dabei wird das Öl nicht nur weniger bewegt und erhitzt, dadurch kann auch auf einen Ölkühler verzichtet werden. Dies senkt den Energieverbrauch gleich doppelt.

Weitere Optimierungen zum Stromsparen finden sich bei der Beleuchtung, welche aus sparsamen LED besteht. Die Kabinen-Scheiben und der Fahrersitz werden direkt beheizt.

Die Anschaffungskosten für das Elektromodell sind etwa einen Fünftel höher als beim «Diesler». Der Mehrpreis kann im Verlauf der Lebensdauer mit günstigerem «Treibstoff» und geringeren Wartungskosten eingespart werden. So fallen beispielsweise alle Wartungskosten weg, die beim Dieselmotor anfallen.

Elektrifizierung vor allem bei Hof-Fahrzeugen

Elektrische Antriebe sind bei Fahrzeugen in der Landwirtschaft nicht neu. Ladefahrzeuge wie Hoflader oder Teleskoplader sind besonders geeignet für diese Antriebsart. Im Gegensatz zu einem Traktor ist ihr Einsatzbereich meistens auf dem Hofareal und die meisten Arbeiten sind mit kurzen Einsätzen erledigt. Tagelange Nonstop-Einsätze gibt es normalerweise nicht. Die Akkus lassen sich also immer wieder aufladen.

Bei Traktoren mit stundenlangen Einsätzen auf dem Feld bestimmt die Grösse des Dieseltanks die Einsatz-dauer. Für schwere Zugarbeiten kann noch zuwenig elektrische Energie gespeichert und mitgeführt werden.

Allerdings gibt es elektrische Traktoren wie beispielsweise den Rigitrac SKE 50 Electric. Dieser wurde auf maximale Energie-Effizienz getrimmt und hat fünf Elektromotoren für die Achsen, die Zapfwellen und die Hydraulik. So dreht sich nur, was benötigt wird. Der Traktor leistet gut 100 PS und eine Batterieladung soll bis zu acht Stunden ausreichen.