Kurz & bündig

  • Der Ersatzteil-Lieferant Winkler ergänzt sein Angebot in Eschlikon mit einem Agrarsortiment
  • Das Angebot umfasst unter anderem Nachrüstungen mit Rückfahrkameras.
  • Individuelle Lösungen werden beraten und als Systemlösung angeboten.

www.winkler.de/de/fahrzeuge/landmaschinen

 

Unfallsicherheit ist ein Dauerthema. Rund um einen Landwirtschaftsbetrieb lässt sich fast immer etwas verbessern. Dabei sind Absturzsicherungen in Gebäuden das eine, Rückfahrkameras an Fahrzeugen das andere. Daniel Arnold von der Firma Winkler in Eschlikon TG ist Spezialist für Kameraüberwachungen an Fahrzeugen.

«Im LKW Bereich bewähren sich Rückfahrkameras seit vielen Jahren. Die meisten Transportunternehmen rüsten ihre Fahrzeuge bedarfsgerecht nach. Ein Anhängerzug für Tiertransporte verfügt beispielsweise meistens über vier Kameras. Je eine Kamera im Zugfahrzeug und im Anhänger zur Überwachung des Laderaums und je eine Kamera für die Rückwärtsfahrt.»

Mit einer Kamera überwachen statt vom Traktor absteigen

Bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Maschinen ist der Einsatzbereich von Kameras schier grenzenlos. «Hier gibt es viele Einsatzmöglichkeiten, an die man oftmals gar nicht dran denkt und sich aus einem besonderen Kundenbedürfnis ergeben», so Daniel Arnold und nennt einige Beispiele:

  • Fahrkamera: Mit einer Rückfahrkamera am Mischwagen, wenn damit rückwärts in das Futtertenn manövriert wird. Den Fahrbereich überwachen ist auf einem Landwirtschaftsbetrieb sehr sinnvoll, wenn sich beispielsweise Kinder oder Hofladen-Besucher auf dem Betriebsgelände befinden. Hier kann eine Kamera eine Hilfsperson ersetzen.
  • Überwachen: Die Sicht in den Laderaum eines Mischwagens ist normalerweise nicht möglich. Man muss dazu meistens auf ein Podest steigen, um den Mischprozess zu kontrollieren. Dies kann auch mit einer Kamera gemacht werden. In diesem Fall wird sie zur Überwachungskamera. Der Fahrer, welcher den Mischwagen beschickt, kann den Bildschirm im Ladefahrzeug montieren und hat eine fortlaufende Kontrolle darüber, wie das Futter verarbeitet wird. In einem solchen Fall kommen Funk-Kameras zum Einsatz, da keine Kabelverbindung zwischen Kamera und Bildschirm möglich ist.
  • Kontrollieren: Bei Grossballenpressen nimmt die Kamera den Knoter ins Bild. Auf dem Bildschirm in der Kabine lässt sich die Bewegung der mechanischen Anzeigen besser überwachen und der Abwurf der Ballen wird auch sichtbar.

Neben dem Bild spielt auch der Ton eine Rolle

In einem anderen Fall wurde die Wirkung des Strohhäcksler an einem Mähdrescher in die Kabine übertragen. Dem Fahrer war es wichtig, die Strohzufuhr optisch zu Überwachen und als zusätzlichen Nutzen nicht nur das Bild im Auge, sondern auch den Ton im Ohr zu haben. Kameras übertragen auch den Ton.

Auch dies bringt dem Fahrer eine zusätzliche Sicherheit, wenn er weiss, dass alles normal tönt. Hier kann die Auslastung von Maschinenteilen besser abgeschätzt werden und zusammen mit weiteren maschinenseitigen Überwachungssensoren, wie beispielsweise der Drehzahl, die Maschine leichter an der Belastungsgrenze gefahren werden, ohne eine Überlastung zu riskieren.

In einer weiteren Anwendung wurde die Kamera am Auswurfende eines Häckslers angebracht um in den Anhänger zu sehen. Allerdings wurde das Kamerabild nicht in die Häckslerkabine, sondern auf Monitore in den Abfuhrfahrzeugen gesendet. Den Ladevorgang muss also nicht der Häckslerfahrer steuern, sondern der Abfahrer. Der Aufbau entspricht der Abbildung auf der linken Seite, bei welcher dies mit einer Kamera am Abtankrohr eines Mähdreschers dargestellt ist.

Signale mit Funk oder kabelgebunden empfangen

«Die Technik für solche Einrichtungen ist grenzenlos», so Daniel Arnold. Bei den erwähnten Beispielen mit der Befüllung des Mischwagens und der Abtransport beim Feldhäcksler kommen Funksysteme zum Einsatz. «Die Kamera sendet das Signal an den Monitor. Die Reichweite beträgt normalerweise 50 bis 80 Meter», so Arnold. Störungen seien dabei selten und wenn trotzdem ein Flimmern auf dem Bildschirm auftaucht, liege der Ursprung oft an Elektro- und Elektronikteilen im Fahrzeugbereich, die störende Magnetfelder erzeugen.

Mit einer Kabelverbindung ist die Übertragung am sichersten und wird immer dann angewendet, wenn ein Kamerasystem fix auf einem Fahrzeug montiert ist. Beispielsweise zur hinteren und seitlichen Überwachung bei Feldhäckslern, Mähdreschern oder weiteren grossen Selbstfahrern für Erntearbeiten.

Bei Anbaugeräten an Traktoren ist mit einem Stecker ebenfalls eine kabelgebundene Signalübertragung möglich. Hier ist dann jedoch die Flexibilität geringer als bei einer Funkkamera, wenn das System auf mehreren Fahrzeugen genutzt werden soll. Beim Funksystem hat es auf beiden Komponenten kurze Antennen, dies erfordert für die Kamera wie für den Bildschirm etwas mehr Einbauraum.

Daniel Arnold vom Ersatzteil- und System-Lieferanten Winkler setzt Produkte vom deutschen Anbieter Axion ein. Die erwähnten Systeme mit Kamera und Bildschirm sind ab 400 Franken erhältlich. Bei Funkverbindungen muss man mit rund 600 Franken rechnen. Es kommt dabei auch auf die Grösse des Bildschirms an. Die meisten haben eine Diagonale von 5 oder 7 Zoll. «Es ist auch möglich, das Bild auf einem bestehenden Traktorterminal zu zeigen. Allerdings zeigt es sich, dass die Bildschirme oft zu klein sind, weil die Oberfläche auch zur Bedienung und zur Überwachung anderer Fahrzeugkomponenten gebraucht wird.»

Um die Bilddaten an den Empfänger zu übermitteln, muss die Kamera an der Fahrzeugelektrik angeschlossen werden. Bei kabelgebundener Übertragung erfolgt die Stromversorgung vom Bildschirm her, welcher ebenfalls am Bordnetz angeschlossen wird. Bei einer Funkkamera erfolgt die Stromabnahme auf dem Anbaugerät oder Anhänger. Soll eine Kamera oft von einer Maschine auf eine andere gewechselt werden, gibt es auch solche mit einem integrierten Akku. Mit einem Magnetsockel kann diese rasch vielerorts genutzt werden.

Agrar-Ersatzteile bei Winkler in Eschlikon

[IMG 3] Winkler ist ein Ersatzteile-Lieferant für Nutzfahrzeuge und Landmaschinen mit drei Standorten in der Schweiz. Der Schweizer Hauptsitz befindet sich in Egerkingen SO. Die Aussenstandorte Etagnières VD und Eschlikon TG sorgen für eine gute geografische Abdeckung über die ganze Schweiz.

Ab Juli 2021 wird der Standort in Eschlikon mit Agrar-Teilen erweitert. Landwirte können Ersatzteile dort direkt bestellen. Die Auslieferung erfolgt per Post oder Express oder die Ersatzteile können abgeholt werden. Teile können online bestellt werden oder telefonisch, wobei auch eine Beratung möglich ist.

Kamerasysteme werden je nach Anforderungen bedürfnisgerecht konfiguriert.

 

Rechtliche Fragen beim Einsatz von Kameras

Es gibt keine Gesetze oder Vorschriften, die explizit den Einbau einer Rückfahrkamera vorschreiben. Im Strassenverkehrsgesetz steht:

Der Fahrzeugführer hat sich vor der Wegfahrt zu vergewissern, dass er keine Kinder oder andere Strassenbenützer gefährdet. Bei Fahrzeugen mit beschränkter Sicht nach hinten ist beim Rückwärtsfahren eine Hilfsperson beizuziehen, wenn nicht jede Gefahr ausgeschlossen ist. Die Rückfahrkamera kann somit eine Hilfsperson ersetzen.

Diese Vorschrift gilt auch auf privaten Plätzen und Höfen.

Geschieht ein Unfall trotz Abbiegesystem, das dem Fahrer den toten Winkel anzeigt, kann das System den Fahrer belasten oder entlasten. Das System bleibt jedoch eine Unterstützung für den Fahrer und er darf sich nicht nur darauf verlassen.

Ersetzt eine Kamera einen fahrzeug-seitigen Spiegel, wie beispielsweise den Frontspiegel bei neuen LKWs, muss das System als Ganzes mit Monitor und Kamera zertifiziert sein. Später kann also nicht der Monitor oder Kamera mit einem anderen Typ ersetzt werden. Das gilt auch beim Abbiegesystem.

Rückfahrkameras müssen nur das CE-Prüfzeichen aufweisen.

Bei Funksystemen müssen die Sende- und Empfangsfrequenzen in der Schweiz zugelassen sein.

Quelle: Daniel Arnold, Winkler