Beim Soil-Evolution-Festival auf dem Berner Hausberg Gurten geht es nicht um Musik. Obwohl die Ausstellung «Sounding Soil» erlebbar macht, wie sich ein gesunder Boden anhört. «Unsere Veranstaltung ist einzigartig, weil sie sich auf den Themenkomplex Boden fokussiert», sagt Reto Minder von Swiss No-Till. Dazu gehören Bodenaufbau und -fruchtbarkeit. Minder betont, dass die Wissensvermittlung und der Austausch unter Praktikern im Vordergrund stehen. Er selbst stellt an der Tagung nicht nur das Projekt Staffelkulturen vor, sondern empfängt auf seinem Betrieb in Jeuss FR am 2. Juni 2026 auch interessierte LandwirtInnen.

Vier Tage lang steht die konservierende Landwirtschaft im Mittelpunkt. Soil Evolution ist eine gemeinsame Veranstaltung der drei deutschsprachigen Praktiker-Organisationen Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung e. V. (Deutschland), Boden. Leben (Österreich) und Swiss No-Till (Schweiz). Die letzten zwei Veranstaltungen in Deutschland (2022) und Österreich (2024) zeigten, dass das Interesse an Wissen hoch ist.

Erstmals mit Praxisbesuchen und zweisprachig

Andreas Wyss leitet das Organisationsteam in der Schweiz, Reto Minder arbeitet als Präsident von Swiss No-Till intensiv mit. 2026 bringt einige Neuerungen: Erstmals gibt es Praxisbesuche, die Veranstaltung findet auf Deutsch und Französisch statt und die Zielgruppe ist grösser.

Zum ersten Mal will Soil Evolution auch einem nichtlandwirtschaftlichen Publikum den Boden näherbringen. Die beiden Dauerausstellungen «Brennpunkt Boden» und «Sounding Soil» richten sich an die interessierte Bevölkerung. Vorgesehen ist zudem ein spezielles Programm für Schulklassen der Region Bern.

Vorträge, Workshops, Austausch und Exkursionen

Das Vortragsprogramm gliedert sich in die Schwerpunkte Praxis der konservierenden Landwirtschaft, Ökonomie & Markt sowie Wasserkreislauf und Grünland. Auf dem Ausstellungsgelände steht die konservierende Landwirtschaft bei rund 50 verschiedenen Herstellern im Mittelpunkt.

«Wir wollen den Austausch unter den Praktikern fördern», sagt Reto Minder. An der Veranstaltung treten Referenten auf, die sonst nie in der Schweiz seien. Auch die Thematik sei in dieser Tiefe einzigartig. So steht zum Beispiel ein Referat über die Bedeutung der Wasserqualität beim Pflanzenschutz auf dem Programm. Wissenschaft und Praxis zu verbinden, das ist Minder ein grosses Anliegen.

Der Ticketschalter ist offen: Tickets (für Mitglieder) gibt es ohne Exkursion ab 76 Franken, ein Zwei-Tages-Pass (inklusive zwei Exkursionen und Lunch) kostet 232 Franken. «Wissen hat einen Wert», sagt Minder. Pro Tag kann ein Besucher aus zwölf Vorträgen und acht Workshops auswählen. «In Deutschland und Österreich sind es sich die Landwirte stärker gewohnt als wir in der Schweiz, dass sie für Beratung und Wissen zahlen.»

Das Interesse der Berufsschulen ist hoch, bereits sind rund 380 Anmeldungen eingegangen. «Praktiker melden sich oft erst kurz vor der Veranstaltung an», weiss Minder aus Erfahrung. Wer sich jetzt schon entscheidet und von weiter entfernt anreist, kann beim Ticketkauf eine Unterkunft und zum Beispiel den Transport vom Gurten zum Exkursionsort dazubuchen.