Kurz und bündig
- An einem Feldtag in Bettwil AG präsentierte das New Holland Center Schweiz seine Mähdrescher-Palette.
- Grossmähdrescher werden immer öfter mit Fahrwerken für den Hangausgleich ausgerüstet.
- Weil die Dreschelemente nur in waagrechter Position die höchste Leistung bringen, erhält ein Hangausgleich die   Druschleistung.

Die Mähdrescherleistung nimmt stark ab, wenn die Drusch- und vor allem die Reinigungs-Elemente in Schräglage geraten. Auf dem Reinigungssieb wird das Material aus Kurzstroh, Spreu und den Körnern hangabwärts gerüttelt. Eine gleichmässige Belegung der Siebe ist nicht mehr gegeben und der Trennvorgang lässt sich nicht mehr kontrollieren. Das gleiche gilt für die Restkornabscheidung auf den Schüttlern.

Die Bemühungen sind gross, dies mit hangausgleichenden Fahrwerken zu korrigieren. Vollhang-Maschinen kennt man in der Schweiz schon lange und man staunt dabei, wie sie sich im Stile eines Menzi-Muck im Steilhang halten. Hier handelt es sich meistens um kleinere Drescher, die mit vier Schüttlern ausgerüstet sind. Das Ziel des Hangausgleichs besteht in solchen Situationen vor allem darin, den Hang überhaupt befahren zu können.

Interner und externer Hangausgleich beim Mähdrescher

Es gibt aber auch Einsatzbereiche, bei denen mit geringerer Hangneigung ein Ausgleich nicht in erster Linie notwendig ist, um die Maschine zu stabilisieren, sondern um die Druschelemente in der Waagrechte zu halten.

New Holland bietet bei seinen Mähdreschern seit vielen Jahren einen internen Hangausgleich an. Dabei wird die Seitenhangneigung bis zu 17 Prozent automatisch kompensiert.

Immer öfter werden zusätzlich externe Ausgleichsysteme an die Mähdrescher montiert. Dazu konnte New Holland an der Feldvorführung beispielsweise den CX 7.90 Everest präsentieren. Der Fünf-Schüttler hat einen seitlichen Ausgleich über die Achsen von 18 Prozent. Die 17 Prozent vom Siebkasten kann man zusätzlich dazurechnen. Um auch bergauf und bergab die Maschine flach zu stellen, wurde bei dieser Ausstattung ein Heckausgleich montiert. Zudem wird in diesen Situationen auch der Wind auf den Reinigungssieben reguliert: Bergauf weniger und bergab mehr. Das regelt die Maschine automatisch.

Der Rotormähdrescher ist weniger anfällig am Hang

Im Einsatz stand auch ein Rotormähdrescher. Der CR 7.80 drischt mit zwei Axialrotoren. Diese sorgen für den Ausdrusch wie auch für die Restkornabscheidung. Der interne Siebkastenausgleich erlaubt hier die volle Leistung mit bis zu 17 Prozent Seitenhangausgleich. Gegenüber der Schüttler-Technik ist die Restkornabscheidung in den Axialrotoren durch Hanglage kaum beeinträchtigt.

Ein zusätzlicher externer Hangausgleich mit Portalachsen liesse für diese schwere Maschine sowieso zu wenig Platz, um diese im Rahmen der möglichen 3,50 Meter Breite vernünftig zu bereifen. Um hier die Bodenschonung nicht ganz aus den Augen zu verlieren, war der Drescher mit einer Reifendruckregel-Anlage ausgerüstet. Damit kann der Innendruck dem gewichtsabhängigen Minimum angepasst werden und die maximale Reifenauflagefläche genutzt werden.

Widerspruch bei Gewicht und Bereifung

Um nicht an Druschleistung in Hanglage zu verlieren, sind Fahrwerke mit Hangausgleich eine gute Sache. Für die Bereifungsmöglichkeit sind solche Fahrwerke allerdings ein Nachteil. Für den Bewegungsraum braucht es Platz, weshalb die Breite für die Reifen begrenzt wird.

Ein Hangausgleich macht die Maschine mit seiner zusätzlichen Konstruktion schwerer, nimmt der Maschine aber auch gleichzeitig den Platz für die Bereifung. Hier muss darauf geachtet werden, dass die Bereifung trotzdem nicht allzu dürftig daherkommt. Nicht zuletzt sehen schmale Räder an einem grossen Mähdrescher einfach auch nicht gut aus.

Der Trend geht zu mehr Druschleistung
In der Schweiz ist man froh, wenn immer mehr leistungsstarke Mäh-drescher mit Hangausgleich ausgerüstet werden. So kann ohne Leistungseinbusse an Hanglagen geerntet werden.
Das ist ein Trend, den Ernst Widmer, Gebietsverkaufsleiter für Erntetechnik beim New Holland Center Schweiz, feststellt. Lohnunternehmer würden immer mehr leistungsstarke Drescher nachfragen. Es sei für sie immer schwieriger, geeignete Fahrer zu finden. Dies soll mit mehr Leistung pro Maschine kompensiert werden. Dabei würden auch mehr Rotormähdrescher nachgefragt, erklärte Ernst Widmer. Diese Drescher erfüllen zwei Aspekte. Einerseits sind sie in der höchsten Leistungsklasse angesiedelt und steigern die Leistung noch zu-sätzlich. Zum anderen sind Rotormähdrescher weniger anfällig gegen Verunkrautung im Erntegut. Bei anderen Druschsystemen drückt grünes Beikraut auf die Leistung. Lohnunternehmer wollen gewappnet sein, sollten dereinst, durch die Ökologisierung der Landwirtschaft, verunkrautete Bestände als normal gesehen werden.