Zunehmend sieht man ein schönes gelbes Blümchen im Herbst blühen. So schön wie es aussieht, so gefährlich ist es. Es handelt sich um das Südafrikanische Kreuzkraut oder auch Schmalblättrige Kreuzkraut genannt. Es wächst 40 bis 100cm hoch, verzweigt stark, hat gelbe Blüten und schmale, sitzende Blätter. Es wurde ungewollt mit Schafwolle aus Südafrika eingeschleppt. Es verhält sich invasiv, das heisst es ist sehr konkurrenzstark und verdrängt einheimische Pflanzen. Das Südafrikanische Kreuzkraut ist mehrjährig, kann aber bis zu 30'000 Samen pro Pflanze und Jahr bilden.

Die Samen tragen ein «Fallschirmchen» wie die Samen des Löwenzahns und können mit dem Wind über grössere Distanzen verweht werden. Im Moment findet man die Pflanze vor allem auf Autobahn-Mittelstreifen oder Autobahnrändern und entlang von Strassen und Bahnlinien. Teilweise ist es aber bereits ins Landwirtschaftsland eingewandert und macht sich in Weiden breit. In Frankreich ist es in einigen Gebieten in Weiden bereits zu einem Problem geworden. Das Südafrikanische Kreuzkraut ist für das Vieh giftig, das Problem darf auch aus dieser Sicht nicht unterschätzt werden.

Als wichtigste vorbeugende Massnahme gelten das Ausreissen, bevor die Samen reif sind oder während der Blüte mähen. Die Samenreife wird relativ spät im Jahr erreicht: Also kontrollieren Sie auch jetzt noch, ob Sie die Pflanze auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche oder in angrenzenden Flächen finden.

Das Pflanzenmaterial sollte nur auf professionellen Komposten oder geschlossenen Biogasanlagen entsorgt werden, wo die Temperatur genügend hoch wird (einzelne Pflanzen im Hauskehricht). In Zusammenarbeit mit der kantonalen Pflanzenschutzstelle kann das Südafrikanische Kreuzkraut auch chemisch bekämpft werden. Nach einer chemischen Bekämpfung ist aber eine Erfolgskontrolle der Fläche wichtig wegen dem grossen Samenvorrat im Boden.