Kurz und bündig
-Eine Triebachse am Anhänger verbessert die Hangtauglichkeit eines Gespanns.
-Die Antriebe am Gespann müssen synchronisiert sein.
-Die Trachsel Technik AG setzt am X-Trailer einen hydraulischen Antrieb ein.
-Dank der hydraulischen Druck-regelung, braucht es keine aufwändigen Schnittstellen.

Auf Anhänger-Achsen lagert meistens das Hauptgewicht eines Traktor-Anhänger-Gespanns. Es ist nur logisch, die Anhängerräder anzutreiben. Dank der Last der Ladung haben sie eine gute Adhäsion und im Gelände muss der Traktor weniger Zugkraft aufbringen. Ein solches Gespann kann mit einem leichteren Traktor gefahren werden, da er die Adhäsion für das gesamte Betriebsgewicht nicht allein aufbringen muss.

Die Trachsel Technik AG aus Mettmenstetten ZH hat zu diesem Zweck bereits verschiedene Anhänger namens X-Trailer entwickelt. Zum Teil werden sie auch im Flachland beim Gemüsebau eingesetzt. Auch dort geht es wie im Steilhang darum, die Triebkraft eines Gespanns zu verbessern.

Der Antrieb erfolgt hydraulisch und ist druckgeregelt

Die Kunst einer solchen Antriebs-Kombination liegt darin, die Geschwindigkeit von Traktor und Anhänger zu synchronisieren. Dies kann beispielsweise mit der Wegzapfwelle erfolgen. Dort wird über den Getriebeausgang des Traktors mit einer Zapfwelle die Drehzahl auf den Anhänger übertragen. Dazu müssen jedoch Traktor und Anhänger getriebemässig aufeinander abgestimmt sein und über eine mechanische Schnittstelle verfügen.

Die Trachsel Technik AG setzt hier auf eine hydraulische Kraftübertragung. Als Basis nutzt sie das Trailer Drive System der Paul Forrer AG.

Anhand des hydraulischen Betriebsdrucks an den Radmotoren erfolgt die Geschwindigkeitsregelung.

Adrian Vogel, Techniker FH bei der Trachsel Technik AG, präsentierte die neuste Variante des X-Trailer Anfang August 2021. Dabei zeigte sich, dass jeder Traktor ohne weitere Anpassungen an den X-Trailer gekoppelt werden kann. Einzige Voraussetzung ist eine dreipolige Steckdose für die Stromversorgung der Bedieneinheit. Die Bedieneinheit wird in der Kabine platziert. Eine solche Steckdose hat jeder neuere Traktor oder sie kann einfach nachgerüstet werden.

Sensorik erkennt den Einschlagwinkel der Kugel

Der Anhänger wird optional mit einer Lenkung ausgerüstet. Diese kann von Hand bedient werden oder mit einer automatischen Nachlauflenkung ausgestattet sein. Bei der automatischen Nachlauflenkung muss der Einschlagwinkel der Zugdeichsel gegenüber dem Traktor erfasst werden.

Hierzu setzt die Trachsel Technik AG die Scharmüller Lenkkugel K80 EAMS ein. Eine Sensorik erfasst dabei den Einschlagwinkel in der Kugel. Deshalb kann nicht eine beliebige Kugel eingesetzt werden.

Das wäre aber auch die einzige Schnittstelle. Dank dieser Lenkwinkel-Erkennung kann auf ein elektronisches Winkelgeber-Gestänge verzichtet werden.

Das ist besonders dann ein Vorteil, wenn mit dem Geräteträger-Anhänger Futter geladen und dabei grosse Schwaden überfahren werden.

Der Hydraulikdruck wird mit einer Pumpe auf dem Anhänger erzeugt. Die Axialkolben-Verstellpumpe wird mit der Zapfwelle angetrieben. Dank eigenem Ölhaushalt kommt es nicht zur Vermischung und Verschmutzung, wenn der Anhänger mit verschiedenen Traktoren gefahren wird. Der Nebenantrieb für den Antrieb des Aufbaugeräts wird mit einer Kupplung zugeschaltet. Dies wird an der mitgelieferten Bedieneinheit betätigt.

Der Geräteträger kann mit Schnittstellen für die Aufnahme aller gängigen Aufbauten ausgerüstet werden. Zudem ist das Fahrwerk höhenverstellbar, was beim An- und Abbau der Aufbauten nützlich ist. Bei diesem Arbeitsvorgang kann für das Manövrieren die Lenkung auch manuell an der Bedieneinheit betätigt werden. So kann der Vorgang rasch und präzis erfolgen.

Das Fahrwerk mit einem Hub von 18 Zentimetern kann auch als Hangausgleich genutzt werden. Je nach Breite und Form des Aufbaus können der Lenkwinkel und der Hangausgleichswinkel begrenzt werden. In der Bedieneinheit sind die Werte für jedes Aufbaugerät hinterlegt, damit keine Kollision entsteht. Wird also der entsprechende Aufbau gewählt, stellen sich die Werte automatisch ein.

Im coupierten Gelände erfolgt die Höhenführung der Pick-up ebenfalls über die Position der Achse. Mit dem Fahrwerkszylinder wird am Ladeaggregat ein zusätzlicher Hub von 28 Zentimetern erreicht. Dieser kann neben dem Hub durch die Knickdeichsel von 50 Zentimetern zusätzlich verwendet werden.

Die Antriebsleistung passt sich automatisch dem Gelände an

Der Fahrantrieb wird über den Druck im Ölstrom geregelt. Die Antriebslogistik steuert den Öldruck automatisch. So bringt dieser unter ändernden Fahrbedingungen immer die optimale Leistung auf die Triebräder. Der Antrieb kann eine Leistung von bis zu 40 kW übertragen.

Als variable Parameter für die Antriebsleistung werden das Gewicht und die Hangneigung berücksichtigt. Mit zunehmendem Ladungsgewicht und Hangneigung bergauf wird der Druck im Radmotor erhöht.

Im normalen Fahrantrieb regelt sich dies alles automatisch. Bei Bedarf kann der Fahrer an der Bedieneinheit jedoch den Schub manuell erhöhen oder reduzieren, um besondere Situationen, zum Beispiel eine Nässe, zu meistern.

Bergab bremst das Antriebssystem die Räder ebenfalls mittels hydraulischer Druckregelung. Die Positionen bergauf und bergab werden mit einem Neigungssensor erkannt. Die Bremswirkung basiert auf der Adhäsion der Räder unter normalen Bedingungen. Bei Nässe und geringerer Adhäsion kann die Wirkung reduziert werden, damit die Räder nicht ins Rutschen geraten.

Der X-Trailer verfügt über eine Druckluft-Zweileiter-Bremsanlage. Eine Zweileiter-Öldruckbremse ist auch verfügbar.

Die Triebachse unterstützt den Vorschub bis zu einer Geschwindigkeit von 12 km/h. Darüber gehen die Räder in den Freilauf. Wenn das System bergab jedoch bremst, bleibt dieser Zustand aus Sicherheitsgründen auch bei höherer Geschwindigkeit erhalten. Es wird nicht auf den Freilauf umgestellt.

Wird im Arbeitsmodus die Fahrtrichtung geändert, wird das Rückwärtssignal des Traktors, welches an der Steckdose abgenommen wird, genutzt. Andernfalls ist auch eine manuelle Umstellung der Fahrtrichtung an der Bedieneinheit möglich.

Die Zusatzhydraulikventile werden proportional bedient

Die Hydraulik verfügt über zwei doppelwirkende und zwei einfachwirkende externe Hydraulikanschlüsse, welche proportional bedient werden können. Die individuellen Einstellwerte für jeden Aufbau lassen sich in der Bedieneinheit abspeichern. Die elektrischen Bedienwippen werden dann als Zusatzhydraulikventile für die Gerätebedienung genutzt. Die Bedienwippen können bei vielen Hydraulikanschlüssen doppelt belegt und die Ölfördermenge eingestellt werden.

Der Triebachsanhänger funktioniert während der Arbeit automatisch und erfordert keinen Eingriff des Fahrers. Er kann sich auf den Traktor und die Arbeit konzentrieren. Bei der Lenkung am Anhänger kann die Automatik in Schichtlinie so eingestellt werden, dass ein Einschlag von bis zu fünf Grad gegen den Hang möglich ist, um Abdrift auszugleichen.


X-Trailer Trachsel Technik AG
Der X-Trailer wird als Basis in zwei Varianten mit 7200 kg- und 10 500 kg-Gesamtgewicht angeboten.
Die Bedieneinheit kann gerätespezifisch belegt werden und die Ölfördermengen lassen sich verstellen. In der Grundausrüstung ist die Betätigung für alle gängigen Laderaufbauten ausgelegt und vorprogrammiert. Andere Geräte können im Terminal individuell hinterlegt und die Bedienschalter speziefisch belegt werden.