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Die beiden Maisanbau-Verfahren Streifenfrässaat und konventionell gedeihen im Jahr 2020 vielversprechend

Die beiden Maisfelder in Schwarzenburg BE sind prächtig gediehen. Die Verfahren mit Streifenfrässaat und konventionellem Anbau unterscheiden sich kaum. Der grösste Unterschied zeigt sich bei der Bodenfestigkeit.


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Kurz & bündig

  • Der Starkregen im Juli hat keinen Schaden angerichtet.
  • Erosion konnte auf beiden Maisfeldern verhindert werden.
  • Die Pflanzen sind innerhalb zweier Monate knapp drei Meter gewachsen und haben einen starken Kolbenansatz gebildet.
  • Bei der Streifenfrässaat ist der Boden fester und tragfähiger.
  • Beide Felder werden im Herbst als Ganzpflanzensilage gehäckselt.

Manchmal hat es geregnet wie verrückt und bis zu 40 Millimeter in wenigen Stunden geschüttet.» Lohnunternehmer Oskar Schenk blickt auf die Monate Juni und Juli 2020 zurück. Er ist froh, wurden die Kulturen und das Gras gut mit Regen versorgt und bleiben vor Trockenheit, wie in den letzten beiden Jahren, verschont. «Viele Landwirte können in diesem Jahr wieder etwas Futterreserven bilden.»

Das Wetter interessiert im Sommer 2020 besonders. «die grüne» begleitet Lohnunternehmer Oskar Schenk aus Schwarzenburg BE bei den Feldkontrollen während dem Wachstum und im Herbst bei der Ernte zweier Maisfelder, die mit unterschiedlicher Bodenbearbeitungstechnik für die Saat vorbereitet wurden. Der erste Beitrag zeigte die Entwicklung der Pflanzen wenige Wochen nach der Saat.

Standortgerechte Verfahren sollen Erosion verhindern

Beide Parzellen befinden sich in der Nähe von Schwarzenburg. Ein Feld mit teilweise starker Hanglage wurde mittels Streifenfrässaat-Technik angebaut. Eine andere Parzelle, welche topfeben in Richtung Mamishaus liegt, wurde mit konventioneller Pflugsaat angesät. Dabei wurde nach dem Umbruch mit dem Pflug das Feld mit einer Säkombination gleichzeitig geeggt und gesät.

Bei der Parzelle mit Hanglage wurde bewusst die reduzierte Bodenbearbeitung mit Streifenfrässaat gewählt. Dadurch wird die Erosionsgefahr reduziert. Oskar Schenk sieht darin ein taugliches Verfahren, das für die meisten Anbaubedingungen geeignet ist.

Auf beiden Parzellen gedeiht der Mais prächtig

Auf der flachen Parzelle ist der Anteil an Feinerde zum Saatzeitpunkt grösser, welche bei einem Starkregen und Hanglage abgeschwemmt werden könnte. Auf der Ebene stellt die Feinerde allerdings kein Risiko dar. Anfangs Juni 2020 präsentierte sich die junge Saat beider Felder mit prächtigen Saatreihen. Die Vor- und Nachteile der beiden Verfahren wurden noch nicht aufgedeckt.

Ein Sommer mit viel Regen und viel Action auf den Feldern

Anfangs August 2020 blickt Oskar Schenk auf eine intensive Woche zurück. Rund 90 Prozent des Getreides wurden innert sieben Tagen gedroschen und das Stroh geborgen. Dann kam der nächste Regen und Schenks Mitarbeiter bringen die intensiv genutzten Maschinen wieder auf Vordermann. Der Chef findet nun Zeit für die nächste Feldbegehung.

Das Wachstum der Maispflanzen ist beeindruckend

Die erste Parzelle mit teilweise starker Hanglage wurde mit der Streifenfrässaat-Technik gesät. Das Verfahren bearbeitet nur den Saatstreifen und lässt den übrigen Ackerboden unberührt. Auf diesem Bodenteil verbleiben Ernterückstände auf der Bodenoberfläche zurück. Diese halten Regenwasser zurück. Der Boden hat mehr Zeit, um das Wasser zu schlucken. Zudem sind die Bodenporen stabil und können allein deshalb schneller und mehr Wasser aufnehmen.

Wir sind gespannt, ob die Bodenporen trotz des vielen Regens noch stabil sind und ob Erosion verhindert werden konnte. Diesbezüglich ist Oskar Schenk sehr zuversichtlich.

Er setzt das Saatverfahren seit vielen Jahren ein. Deshalb ist er überzeugt, dass wir die Feinerde dort finden, wo sie hingehört und auf den ebenen Parzellenbereichen auch keine Schäden entstanden sind, wie etwa Verschlämmungen und verstopfte Poren.

Der Mais hat sich prächtig entwickelt

Die Fahrt zum Feld führt entlang weiterer Maisfelder, bei denen sich Schenk an deren weit entwickelten Stadium erfreut. «Der Mais beeindruckt mich jedes Jahr aufs Neue. Es ist imposant, wie schnell die Kultur sehr viel Pflanzenmasse bilden kann. Vor zwei Monaten suchte man die kleinen Pflanzen am Boden und bereits jetzt, anfangs August, überragen sie einem um über einen Meter.»

Der Boden blieb dort,wo er hingehört

Die Parzelle, die wir in diesem Jahr beobachten, ist bisher sehr gut gelungen. Die Stängel sind sehr massiv und der Kolbenansatz stark. «Hier wird der Häcksler zu tun haben», freut sich Oskar Schenk. Oberhalb des Bodens ist also alles super. Das deutet darauf hin, dass der Boden intakt ist und der Wasser- und Luftaustausch funktioniert. Wie bei der ersten Begehung Anfang Juni sind noch Ernterückstände sichtbar, deren Rottevorgang hat jedoch bereits eingesetzt.

Das Streifenfrässaat-Verfahren hat also seine Erwartungen erfüllt. Die Ernterückstände und die unbearbeiteten Bodenbereiche haben das Wasser zurückgehalten und aufgenommen. In den bearbeiteten Streifen konnte der Mais gut wurzeln und hat einen guten Zugang zu Nährstoffen und Wasser.

Das konventionelle Verfahren hat den Vorsprung verteidigt

Beim konventionellen Anbauverfahren präsentiert sich der Mais sogar noch weiter entwickelt. Den Vorsprung des um 25 Tage früheren Saattermins gegenüber der Streifenfrässaat blieb bestehen.

«Als der starke Regen einsetzte, war der Mais bereits weit entwickelt. Die Blätter konnten die Starkniederschläge bremsen und der Boden wurde nicht verschlämmt. Die Pflanzen hatten auch bereits gut gewurzelt. Sind die Pflanzen noch klein, wenn Starkregen die Bodenoberfläche verschlämmt, ist der Luftaustausch erschwert. Das Wachstum leidet darunter.»

Eine solche Kruste kann mit einem Hackgerät gebrochen werden. Das Pflugverfahren eignet sich auch gut für das mechanische Hacken gegen Unkraut. Die Streifenfrässaat mit ihren Ernterückständen an der Oberfläche lässt dies nicht zu.

Obschon das konventionelle Anbauverfahren anfälliger gegenüber Wetterkapriolen jeglicher Art ist, scheint es sich hier zu bewähren. Auffallend ist jedoch die Bodenfestigkeit. Der Boden ist durch die ganzflächige Bearbeitung spürbar weicher. Bleibt dies bis zu Ernte so, könnte sich dies in Fahrspuren mit einem erhöhten Risiko für Verdichtungen zeigen.

Feld-Begleitung bis zur Ernte

«die grüne» ist mit der Videokamera dabei, wenn Lohnunternehmer Oskar Schenk in Schwarzenburg die beiden unterschiedlich angebauten Maisfelder kontrolliert. Aktuell gibt es keine qualitativen Unterschiede.

In der nächsten Folge sind wir bei der Ernte als Ganzpflanzensilage dabei. Wir sind gespannt, ob sich bis dann Unterschiede offenbaren.

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Pflugloser Maisanbau hat sich bewährt
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