Haben Sie noch kein Abo von «die grüne»?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits «die grüne»-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 12:00 Uhr und
13:30 - 17:00 Uhr

Haben Sie noch kein Abo von «die grüne»?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits «die grüne»-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 12:00 Uhr und
13:30 - 17:00 Uhr

Die anspruchsvolle Königin Luzerne

Die Luzerne wird klimabedingt an Bedeutung gewinnen. Dennoch bleiben andere Klee-Gras-Mischungen für viele Betrieb erste Wahl. Wieso das so ist, erklärt Herbert Schmid, Futterbauspezialist an der Liebegg.


Previous Next

Warum ist die Luzerne die «Königin der Futterpflanzen»?

Herbert Schmid: Diese hochwachsende, aber tiefwurzelnde Kleeart liefert auch unter sehr trockenen Bedingungen grosse Erträge. Ihr hoher Eiweissgehalt, die gute Verdaulichkeit und der Struktureffekt der rohfaserreichen Stängel macht sie zu einer beliebten Pflanze, über die trockenheitsgefährdeten Regionen hinaus.

Die Luzerne ist eine Leguminose aus dem persischen Raum, wo sie für «die edlen Pferde der Stütereien der Könige» kultiviert wurde. Sie breitete sich vor über 2000 Jahren allmählich über Griechenland, Italien, Spanien und Südfrankreich nach Mitteleuropa aus und gewinnt mit dem fortschreitenden Klimawandel berechtigterweise an Bedeutung.

Wo wird Luzerne hauptsächlich eingesetzt?

Die Luzerne wird als kleebetonte Klee-Gras-Mischung und in besonders trockenen Gebieten auch als Reinsaat angebaut. Sie wird primär zum Silieren verwendet, dient aber auch der Herstellung von künstlich getrockneten Luzerneballen, der Rundballentrocknung und in Nichtsilo-Zonen der Herstellung von Belüftungsheu. Da sie sehr nutzungselastisch ist, kann im Sommer bei Futtermangel auch mal ein Schnitt zum Eingrasen verwendet werden.

Für welche Betriebe kann Luzerne als Dürrfutter interessant sein?

In sommertrockenen Gebieten, wo die Jahresniederschläge 900 mm regelmässig unterschreiten, die Böden sandig oder skelettreich sind, ist der Ertragsgewinn grösser als die erhöhten Bröckelverluste. Stauende Nässe erträgt sie nicht. Für Gebiete mit mehr als 1000 mm Niederschlag empfiehlt sich die Luzerne zur Dürrfutterbereitung in der Regel nicht mehr.

Voraussetzung ist in jedem Fall, dass man Bröckelverluste vermeidet: Lange Schönwetterperiode, leistungsfähige Heubelüftung (Sonnendach, Warmluftofen, Luftentfeuchter), nicht zu trocken machen, keine Aufbereitung, so wenig und schonend kreiseln wie möglich, bei Taubildung bearbeiten und schwaden.

Der Schwadwender ist extrem schonend und deshalb für Luzerne besonders geeignet. Er ermöglicht es, in sommertrockenen Gebieten und einer mindestens einwöchigen Schönwetterperiode auch Bodenheu zu bereiten, erst recht bei der Herstellung von Quaderballen, um Schimmelbildung und Nacherwärmung zu vermeiden.

Im Zweifelsfall müssten solche Ballen wie Feuchtheu behandelt werden.

Was ist bezüglich Schnitthöhe der Luzerne zu beachten? Welches Schnittregime ist angezeigt?

Luzerne will sauber geschnitten werden (Doppelmesserbalken), um die 10 cm hoch und – als wichtigste Einflussgrösse – nicht mehr als vier Mal im Jahr. Der letzte Schnitt darf nicht zu spät erfolgen, damit die Luzerne gut angeschossen in den Winter geht.

Die Mischungen eignen sich wegen verschiedenen Luzerne-Krankheiten lediglich für zwei Überwinterungen. Nach dem zweiten Hauptnutzungsjahr werden die Bestände lückig.

Welchen Stellenwert wird die Luzerne zukünftig in unseren Klee-Grasmischungen haben?

Die Bedeutung wird klimabedingt weiter steigen. Für viele Betriebe bietet aber die trockenheitsverträgliche Mattenklee-Gras-Mischung (SM 300, 310) noch etwas mehr Flexibilität bei der Verwendung.
Die grösste Bedeutung behalten bei nicht allzu trockenen Verhältnissen die vielseitig nutzbaren, gülleverträglichen Gras-Weissklee-Mischungen mit Knaulgras, wie der SM 330 oder 430.

Gibt es weitere Pflanzen, welche in Futterbau-Mischungen an Bedeutung gewinnen könnten? Sind neue Züchtungen in der Pipeline?

Mischungen mit Wiesenfuchsschwanz, Rohrschwingel, Knaulgras und Wiesenrispe sind zwar etwas Rohfaser-reicher, aber robuster und nehmen an Bedeutung zu.
Dazu zählen zum Beispiel die Standardmischungen 362, 442 und 462, aber auch einzelne Hausmischungen unserer vier Samenhändler, wie der Typ Bergwiesenmischung, welcher auch für Tallagen interessant ist.

Bedarf an Schweizer Bio-Luzerne steigt

Die grössten Bio-Futterhändler (1) importierten 2017 rund 5600 t und 2018 rund 11'200 t Bio-Raufutter. Über 70 Prozent dieser Importe waren Luzerne.

Importe in diesem Umfang werden bald nicht mehr möglich sein. Ab diesem Jahr dürfen Knospe-Betriebe nur noch 10 Prozent ihres Raufutters importieren. Und ab 2022 darf nur noch inländisches Bio-Futter verwendet werden. Ausserdem wird der Anteil Kraftfutter ab 2022 auf 5 Prozent der Ration begrenzt.

Gemäss Berechnungen von Bio Suisse werden in einem trockenen Jahr wie 2018 folgende zusätzliche Mengen nötig: 

  • mindestens 870 ha für Knospe-Luzerne
  • mindestens 220 ha für Knospe-Heu

Quelle
(1) Direktimporte durch Landwirte und kleinere Händler wurden nicht berücksichtigt.

 

Gefällt Ihnen, was Sie lesen?

Wir haben noch mehr für Sie auf Lager! Lesen Sie ab sofort all unsere Inhalte mit unserem neuen Abo: Der digitale Jahres-Pass! Ein ganzes Jahr voller Zugriff auf alle Online-Artikel und unser ePaper-Archiv seit 2013. Für nur CHF 104.— erhalten Sie 12 Print-Ausgaben sowie den kostenlosen Online-Zugriff.

Gleich hier bestellen
War dieser Artikel lesenswert?
Kommentar erfassen
Luzerne heuen und emden
26.06.2020
Landwirt Oliver Bürgi erntet Luzerne als Dürrfutter. Die Luzerne wächst auch in äusserst trockenen Jahren sehr gut. Beim Mähen, Heuen und Emden muss Bürgi auf speziell schonende Verfahren achten. Die Bröckelverluste wären sonst zu hoch.
Artikel lesen
Kurz & bündig Landwirt Oliver Bürgi mäht die Luzerne viermal pro Jahr mit der Haybine. Zwei Profilwalzen quetschen die groben Stängel der Luzerne. Wenn das Wetter mitspielt, heut resp. emdet Bürgi die ersten drei Schnitte. Kaum jemand macht das, denn mit herkömmlichen Heuerntemaschinen sind die Bröckelverluste sehr hoch. Anstatt eines Kreiselheuers und eines Schwaders setzt Bürgi ...
Werbung
Werbung
Folgen Sie uns