Biobac-Systeme sind eine etablierte ökologische Lösung und werden zur Aufbereitung des Waschwassers von Spritzgeräten verwendet. Einige sehr hartnäckige Pflanzenschutzmittelrückstände entziehen sich allerdings noch immer ihrer Wirkung. In der Schweiz untersucht das Projekt Biobac, das von Agroscope geleitet und von der Direction générale de l’agriculture, de la viticulture et des affaires vétérinaires (DGAV) des Kantons Waadt finanziert wird, einen innovativen Weg: die Unterstützung des Systems durch schadstoffabbauende Pilze.
Im Rahmen des Projekts wurden über 800 Pilzstämme aus extrem verschmutzten Biobac-Substraten isoliert und bestimmt. Von diesen wurden Kandidaten ausgewählt, um komplexe Pflanzenschutzmittel-Moleküle abzubauen oder toxische Metalle zu binden.
Diese Erkenntnisse aus diesen Forschungsarbeiten ebnen den Weg für leistungsfähigere Biobac-Systeme, die Rückstände besser entfernen und gleichzeitig die Wartungskosten senken. In Laborversuchen wird nun versucht, die wirksamsten Stämme zu identifizieren und ihr Verhalten in einer kontaminierten Umgebung zu verstehen. Diese Forschung könnte zur Entwicklung biologischer Filter auf der Basis von Pilzbiomasse führen, die in Systemen zur Wasseraufbereitung in der Landwirtschaft oder zur Entgiftung kontaminierter Böden eingesetzt werden können.
Kommentar von Katia Gindro, Agroscope: Biologische Filter [IMG 2]
Die Identifizierung von Pilzen, die in stark verschmutzten Umgebungen überleben können, eröffnet neue Wege für die Entgiftung von Böden und die Reinigung von landwirtschaftlichem Abwasser. Diese Organismen, die über eine bemerkenswerte Toleranz und eine Vielfalt von Enzymen verfügen, sind ideale Kandidaten für den Abbau hartnäckiger Pflanzenschutzmittel.
Ein weiterer wichtiger Vorteil ist ihre Fähigkeit, toxische Metalle wie Kupfer, das auch im biologischen Landbau in besorgniserregenden Mengen eingesetzt wird, zu binden.
Unter bestimmten Bedingungen kann selbst die getrocknete oder inaktivierte Pilzbiomasse diese Eigenschaften beibehalten. Dadurch lassen sich biologische Filter entwickeln, die Kupfer und andere Schwermetalle aus dem Waschwasser von Spritzgeräten oder sogar aus kontaminierten Böden wirksam entfernen.
Das Biobac-Projekt zeigt das Potenzial von Pilzen für die Umweltsanierung an der Schnittstelle von Biologie, Agronomie und angewandter Ökologie im Dienste einer nachhaltigen Landwirtschaft.