Ursache einer akuten und tiefen Entzündung der Gebärmutterwand beim Rind ist eine zu kurze oder eine verlängerte Trächtigkeit, ein gestörter Geburtsablauf, unzureichende Hygiene im Stall (Abkalbebox) oder der Geburtshelfer und unsachgemässe oder falsche Geburtshilfe. Zudem führt nicht angepasste Fütterung dazu, dass die Gebärmutterrückbildung beeinträchtigt wird, sich die Wiederkautätigkeit reduziert und sich die Tiere weniger bewegen.

Das Risiko einer Labmagenverlagerung nimmt stark zu. Steigt das Fieber über 39,5 Grad, werden die Kühe apathisch, die Milchleistung sinkt, sie scheiden einen übelriechenden rötlich-braunen Ausfluss aus, krümmen den Rücken und spannen die Bauchdecke mit leicht aufgezogenem Bauch. Sie zeigen ihre Schmerzen!

Verpasst man den richtigen Therapiezeitpunkt, wird der Gebärmutterausfluss eitrig und die Gebärmutterrückbildung verzögert sich oder steht still. Je nach Konstitution und in Verbindung mit einer Vormagenstörung oder einer akuter Mastitis und kritischem Allgemeinzustand, kann eine Gebärmutterentzündung zu einer Blutvergiftung mit Festliegen und zu ernsthaften Konsequenzen führen.

Bei milden Formen und der rein oberflächlich entzündeten Gebärmutterwand, welche man erst nach drei Wochen oder später feststellt, ist der Ausfluss oft trüb, geflockt, mitunter aber immer noch eitrig, das Allgemeinbefinden ist aber ungestört.

Da jede Gebärmutterentzündung, was das Wort aussagt, lokal schmerzhaft, fiebrig und mit einem Aufschwellen der Gebärmutterwand einhergeht, soll von einer selbst vorgenommen Behandlung abgesehen werden. Die gereizte Gebärmutterschleimhaut darf nicht zusätzlich weiter gereizt werden und die reine Applikation von Gebärmutterstäben ist nicht erfolgsversprechend. Die Heilungsrate sinkt unter 30 Prozent – was keiner Heilung entspricht – und die Zwischenkalbezeit verlängert sich unnötig.