In beiden konventionellen Schweizer Brütereien soll ab Ende 2023 das Geschlecht im Brutei bestimmt werden, so dass nur noch weibliche Küken schlüpfen werden. Das schreibt Gallo Suisse in einer Medienmitteilung, die Ende April 2022 verschickt wurde.

«Mit dieser Lösung zeigt die Schweizer Eierbranche ihre Fähigkeit, gemeinsam mit allen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette bis und mit Konsumenten komplexe Herausforderungen anzunehmen. Nachhaltigkeit und Tierwohl stehen für alle im Zentrum», wird Gallo Suisse-Präsident Daniel Würgler zitiert.

Ein Haufen KükenGeflügelZweinutzungshuhn und Geschlechtsbestimmung: Ein Ende in Sicht beim KükentötenFreitag, 10. Dezember 2021 Wie «die grüne» 2021 berichtete, luden Gallo Suisse und das Aviforum die Eier-Branche zu einem runden Tisch ein. Von den Brütereien über die Geflügelhalter und den Detailhandel bis hin zu den Konsumentenorganisationen kamen alle, um den Ausstieg aus dem Kükentöten zu diskutieren. Dabei einigte man sich darauf, dass der Hauptfokus beim Ausstieg auf der Geschlechtserkennung im Ei (in ovo) liege.

Eine Arbeitsgruppe von Gallo Suisse und Aviforum wollte daraufhin erarbeiten, welche in ovo-Methode für die Schweizer Eierproduktion geeignet sei. Der ausgearbeitete Vorschlag wurde der Eier-Branche unterbreitet - und diese hat sich nun also geeinigt.

Die Maschine «Ella» bestimmt das Geschlecht am 9. Bruttag

Konkret will die Schweizer Eier-Branche künftig mit «In Ovo» zusammenarbeiten. Die niederländische Firma hat einen Prozess entwickelt, mit dem am 9. Bruttag die Geschlechtserkennung im Ei durchgeführt werden kann. Die Schweizer Arbeitsgruppe besuchte die Firma im März 2022 und konnte die erste Maschine (die übrigens «Ella» heisst) bei ihrer Arbeit besichtigen.

«In Ovo» befinde sich nun im Prozess der Inbetriebnahme, heisst es in der Medienmitteilung von Gallo Suisse. Nach den ersten zwei Maschinen sollen im Jahr 2022 noch weitere gebaut und in Brütereien in Betrieb genommen werden.

Bis Ende 2022 sollen die Praxis- und Leistungsfähigkeit der Geschlechtsbestimmung mit «Ella» in einer Brüterei bestätigt werden. Gleichzeitig müssen die beiden Schweizer Brütereien ihre Investitionen in einem stark steigenden Kostenumfeld bereitstellen, schreibt Gallo Suisse. Grosse Herausforderungen stellten nebst den Kosten aktuell auch die Lieferunsicherheiten von Technologie und Baumaterialien dar.

Mit den Behörden abklären und die Kostenfrage diskutieren

Mit den Schweizer Behörden werde in der Zwischenzeit der gesetzeskonforme Unterbruch des Brutprozesses der männlichen Hühnerembryonen festgelegt. Die Einführung der niederländischen Technologie soll dann wie geplant ab Januar 2024 starten können. 

Abschliessend erinnert Gallo Suisse an Folgendes: «Der Ausstieg kann nur umgesetzt werden, wenn alle Partner die Kosten der
Geschlechtserkennung über den Eierpreis mittragen.»

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