Der Schweizer Milchmarkt ist angespannt. 2025 wurden 3,43 Milliarden Kilogramm Milch eingeliefert. Das sind 94 Millionen Kilogramm (+2,8 %) mehr als im Vorjahr. Die Branchenorganisation Milch (BOM) senkte den Richtpreis für Molkereimilch per Februar 2026 um 4 Rappen auf 78 Rappen pro Kilogramm. C-Milch wird erstmals seit 2018 wieder gehandelt.
Die Situation hat auch die Politik erreicht. SVP-Nationalräte forderten Agrarminister Guy Parmelin auf, Importe von Milch und Milchgrundstoffen sofort zu stoppen und den aktiven Veredelungsverkehr transparenter zu regeln. Nationalrat Rudi Berli (Grüne, GE) verlangt in einem Vorstoss verbindliche Lieferverträge und eine freiwillige B-Milch.
Die Forderungen der Milchbranche
Die Branche reagiert: Der Schweizer Bauernverband verabschiedete im April 2026 eine Resolution. Darin fordert er ein flexibles Instrument zur Mengensteuerung auf Betriebsebene sowie monatliche Transparenz beim C-Milch-Erstkauf. Die Delegiertenversammlung der Schweizer Milchproduzenten (SMP) vom 16. April 2026 betonte die Notwendigkeit einer gerechteren Lastenverteilung und mittelfristig eines stabileren Marktmechanismus. Die Genossenschaft Mooh verlangte von der SMP, dass alle Produzenten gleichmässig zur Marktentlastung beitragen, und forderte von der BOM verbindliche Spielregeln mit Sanktionen. Faire Märkte Schweiz wiederum plädiert für strukturelle Reformen: Mengensteuerung durch die Produzenten, Richtpreis ab Hof statt franko Rampe und eine Schliessung der Lücken im Grenzschutz.
Wie viele dieser Forderungen umgesetzt werden, hängt von der weiteren Marktentwicklung ab. Es ist davon auszugehen, dass sich diese im Sommer 2026 beruhigt.