Beim Raps hatten die Produzenten in früheren Jahren Angst vor Ernteausfällen durch vorzeitiges Aufplatzen der Schoten. «Das führte dazu, dass Raps oftmals mit über 10 Prozent Feuchtigkeit angeliefert wurde», erinnert sich David Villiger von der Eichmühle in Beinwil Freiamt.

Heute wird auch der Raps meist trocken angeliefert. «Das liegt auch daran, dass die neuen Sorten platz-festere Schoten aufweisen als die alten Züchtungen», so der Geschäftsführer der Eichmühle. Die Produzenten können bei geringerem Ausfallrisiko länger mit der Ernte zuwarten.

Die Rapsblüte dauert vier Wochen

Den idealen Erntezeitpunkt im Raps zu bestimmen ist nicht einfach. Die Blüte erstreckt sich über vier Wochen. Entsprechend reifen auch die Schoten gestaffelt ab.

Das weiss auch Lohnunternehmer Adrian Wälchli. «Man darf sich nicht von den obersten Schoten täuschen lassen. Diese sollten nämlich bereits teilweise geöffnet sein, wenn man den Drescher anfordert», so Wälchli. Der Ertrag kommt im Raps grösstenteils aus dem unteren Bereich. Zudem beschleunigen Wind und Sonne die Abreife der obersten Schoten.

Beim Raps ist die Probenahme schwieriger als im Getreide: Hier kann ein mobiler Handdrescher gute Dienste leisten, um ein Muster zu entnehmen. Und ansonsten gilt gleiches wie beim Getreide: Jahrelange aufmerksame Beobachtung und Abgleich mit den Messwerten hilft, sich selber zu eichen.