Im Februar ist es abgesehen von der Düngung im Futterbau meist noch ruhig. Im Gras hingegen nicht. Die Fotosynthese (die Herstellung von Zucker aus Sonnenlicht, CO₂ und Wasser) kennt keine harte Nullgradgrenze. Herrschen über mehrere Tage kalte Temperaturen um 0 bis 2 Grad bei gleichzeitig sonnigem Wetter, betreiben Futtergräser mit grünen Blättern weiterhin eine geringe, aber anhaltende Fotosynthese.
Da Wachstum und Stoffwechselprozesse temperaturbedingt stark verlangsamt sind, kann der gebildete Zucker zunächst kaum umgesetzt werden und reichert sich im Pflanzengewebe in geringen Mengen an. Ab etwa 5 bis 7 Grad nimmt der Zuckerumsatz langsam wieder zu und Kohlenhydrate können vermehrt für das Wachstum genutzt werden. Bei Temperaturen von rund 10 bis 15 Grad läuft der Stoffwechsel der Gräser deutlich aktiver und Zucker wird schneller umgesetzt.
Für Tiere auf der Winterweide bedeutet dies, dass das Futter nicht zwangsläufig energiearm ist, wie häufig angenommen wird. Je nach Witterung und Temperatur kann die Energiezufuhr durch das Weidegras höher sein als erwartet und für den Stoffwechsel der Tiere relevant werden. Schafe verfetten aus guten Gründen auf Winterweiden. Für sie ist es wichtig, ausreichend Rohfaser zum Wintergras zu bekommen, um die Pansenfunktion zu stabilisieren. Besonderes Augenmerk ist auf Pferde auf Winterweiden nach sonnigen Kälteperioden zu legen. Höhere Fruktangehalte im Gras erhöhen bei stoffwechselempfindlichen Tieren das Risiko für Hufrehe und weitere Erkrankungen.