Vermutlich braucht das Büchlein einen stabilen, zusätzlichen Schutzumschlag: Wer es wirklich mit auf den Acker nimmt, hat vermutlich mit Erde verschmierte Finger und reisst die eine oder andere Pflanze aus, um sie zu bestimmen.
Im Vorwort weist das Autorenteam darauf hin, dass die Begriffe Unkräuter und Ungräser nicht berücksichtigen, ob das Auftreten der Pflanzen wirtschaftlich bedeutend oder belanglos sei.
Deshalb werde mittlerweile häufig von Begleitpflanzen gesprochen. Die Aufgabe der Landwirtin oder des Landwirts ist es, das schädliche Massenauftreten zu erkennen und angepasste Regulierungsmassnahmen zu treffen. Deshalb ist es wichtig, die Leitunkräuter im jungen Stadium zu erkennen: Dann reagieren die Keimlinge und Pflanzen am empfindlichsten.
Rasche, einfache Hilfe beim Bestimmen der Pflanzen
Das 15 Zentimeter lange Nachschlagewerk ist nicht grösser als ein Handy, braucht aber keinen Strom und geht auch nicht kaputt, wenn es auf den Boden fällt. Die sachlichen, nüchternen Beschreibungen erfüllen genau das, was im Vorwort versprochen wird: Das Büchlein ist ein Bestimmungsschlüssel mit klaren, einfachen Zeichnungen, Bildern und informativen Texten.
Unterteilt sind die Pflanzen in einjährige Kräuter, ausdauernde Kräuter, einjährige Gräser, ausdauernde Gräser und ausdauernde Farnpflanzen. Die Fachausdrücke sind zu Beginn mit Zeichnungen erläutert. Es folgen ein Kräuter- und ein Gräserbestimmungsschlüssel, die zu den Beschreibungen der einzelnen Pflanzen oder Gräser führen. Lang-ovale Keimblätter mit abgerundeter Spitze etwa deuten auf (Winden-)Knöterich hin.
Beim ausführlichen Porträt der Pflanze sind Samenunkraut, Laubblatt und Keimblatt als Zeichnungen abgebildet. Ebenfalls gezeichnet sind die wichtigen Erkennungsmerkmale. Drei Bilder in unterschiedlichen Entwicklungsstadien helfen beim Erkennen vor Ort.
Schädliches Unkraut oder heilende Pflanze?
Die deutschen, lateinischen und französischen Namen der Pflanze sind teilweise mit ihrem Dialektnamen ergänzt. Der Ehrenpreis etwa ist vielen als Katzenäugli bekannt. Beschrieben sind Hauptkeimzeit, Vorkommen, besondere Merkmale, Samen, Schadpotenzial, Schadart, Besonderheiten und ähnliche Arten.
Wie fliessend der Übergang vom lästigen Unkraut zu einer Heilpflanze ist, zeigt sich vielleicht am besten bei der Kamille: Sie verunreinigt das Erntegut bei Konservenerbsen. Ihre Blütenköpfchen entsprechen nämlich in Form und Grösse den Erbsen und können deshalb kaum heraussortiert werden.
Im Acker ist es oft die Hundskamille, die stört. Die Echte Kamille hingegen ist eine grosse Hilfe bei kranken Kälbern und für Kinder mit Bauchschmerzen.
Mitmachen & gewinnen!
Wir verlosen drei Exemplare von «Was keimt in meinem Acker?» von Ueli Voegeli, Ronald Jaudas, Daniela Marschall, Heinrich Hebeisen. Füllen Sie das Formular aus, um mitzumachen. Teilnahmeschluss ist der 12. April 2026.