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Grossballen lassen sich mit einem Ballen-Ladewagen leicht transportieren

Grossballen müssen beim Transport fachmännisch gesichert werden. Das führt bei offenen Ladebrücken rasch zum Zurrgurt-Salat. Selbstladende Ballenanhänger sichern die Ballen meistens formschlüssig, dafür haben sie eine geringere Ladekapazität.


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Kurz & bündig

  • Rundballen lassen sich einfacher als Quaderballen mit einem Selbstladesystem aufnehmen.
  • Im Transportrahmen sind die Ballen formschlüssig gesichert.
  • Die Ballen können im Ein-Mann-Verfahren geladen und transportiert werden.

In der Schweiz werden jährlich unzählige Grossballen gepresst. Diese müssen von den Landwirten vom Feld zum Hof transportiert werden. Patrick Buess aus Rothenfluh BL sammelt seine Rundballen mit einem selbstladenden Ballenanhänger mit einer Transportkapazität von vier Rundballen ein. Er schätzt die leichte Konstruktion und einfache Bedienung des Ballenwagens der Firma Wenger aus Melchnau BE. Manchmal würde er zwar gerne sechs bis acht Ballen auf eine Fuhre laden.

Dennoch überwiegen für Patrick Buess die Vorteile, weil er die Grossballen im Ein-Mann-Verfahren nach Hause spedieren kann. Mit einem kleineren Traktor mit 75 PS erfolgt dies auch verhältnismässig bodenschonend. Der Traktor benötigt zwei doppelt wirkende Hydraulikanschlüsse, um die Knickdeichsel und die Portalachsen zu bewegen.

Rundballen einfach aufnehmen und abladen

Beim Rundballen-Selbstlader von Wenger werden Holme unter den Ballen geschoben und dann mit den Portalachsen vom Boden angehoben. Die Funktion ist also wie bei einem einfachen Dreipunkt- oder Frontlader-Anbaugerät ohne zusätzliche Klemmeinrichtung. Die Konstruktion ist ein rohrförmiger Ballen-Käfig, der hinten offen ist.

Mit diesem Verfahren lassen sich sowohl Siloballen wie auch Heu- und Strohballen mit einem Durchmesser zwischen 100 und 180 Zentimeter aufnehmen.

Gute Sicht nach hinten ist gewährleistet

Buess fährt seinen Sammelwagen rückwärts an den Ballen. Was auf den ersten Blick schwierig erscheint, sei in der Praxis kein Problem. Buess hat eine gute Sicht auf die Holm-Enden, die er unter den Ballen schiebt. Mit etwas Salatöl auf den Tragholmen geht das ganz leicht.

Buess schiebt den Ballen nicht bis an die Stirnseite des Ballen-Käfigs, sondern belässt ihn ganz hinten. «Beim nächsten Ballen sind die Holmen am Boden dann verdeckt, aber ich richte meinen Blick mitten über den geladenen Ballen aus und peile so den nächsten Ballen an. Das ist einfacher, als es scheint. Das Risiko, die Ballenfolie zu verletzen, ist jedoch grösser als beispielsweise mit einer Ballenzange am Traktor.»

Zusätzlich sind am Rahmen Markierungen zur Ballenbreite angebracht. Diese zeigen, wie weit der Rahmen geschoben werden muss. Der Sammelwagen wird also von hinten nach vorne beladen.

Es gibt auch Rundballen-Sammelwagen mit einer Schwenkdeichsel. Dann ist der Ballen-Käfig auch vorne offen und der Ballen kann vorwärts angefahren werden. Durch den offenen Käfig ist jedoch die Belastung auf die Holmen grösser, die Konstruktion muss robuster gebaut sein.

Fahren statt absteigen spart Zeit und ist sicherer

Patrick Buess schätzt an seinem Ballenwagen die einfache und robuste Konstruktion. Obschon er ein Eigengewicht von nur 800 Kilogramm aufweist, kann er die Kräfte der Ballen gut aufnehmen. Das liegt auch daran, dass der Ballen-Käfig vorne geschlossen ist, was ihn stabilisiert. Das leichte Gewicht ermöglicht einen bodenschonenden Einsatz. Bei nassen Bedingungen führt Buess die Ballen mit dem Traktor am Feldrand zu einem «Vierer-Paket» zusammen. So kann der Sammelwagen in einem Zug alle vier Ballen aufnehmen, was die Leistung erhöht.

Zu Hause werden die Siloballen beim Lagerplatz abgeladen. Dabei wird der Ladekäfig abgesenkt, die Ballen liegen auf dem Boden auf und der Sammelwagen wird ausgefahren, ohne dass der Fahrer absteigen müsste. Das geht ruckzuck und sorgt dafür, dass trotz der beschränkten Ladekapazität hohe Transportleistungen möglich sind.

Gestapelt werden die Ballen mit einem Teleskoplader. Um das Ein-Mann-Verfahren konsequent umzusetzen, ist es ein Vorteil, wenn man am Abladeplatz 20 bis 30 Ballen abladen kann, bevor man sie stapelt.

Ballen müssen runde Form bis zum Verladen halten

Das Verfahren ist von schön geformten Ballen abhängig. «Wenn man spät im Herbst noch Siloballen produziert, muss man diese rasch abführen. Da sie sich mit der Zeit zwetschgenartig verformen und die Rundung verlieren, lassen sich die Holmen sonst nicht mehr unterschieben.»

Die Variante mit einem Plattformanhänger kam für Patrick Buess vor sieben Jahren nicht in Frage, als er den Betrieb übernommen hat. Er besitzt weder einen geeigneten Anhänger noch einen Frontlader am Traktor.

Zudem hat ein Anhänger und Frontlader im Ein-Mann-Betrieb zur Folge, dass der Anhänger zum Beladen auf dem Feld abgehängt werden muss. Das braucht Zeit und ist im Hügelgebiet nicht ungefährlich. Soll der Wagen nicht abgehängt werden, ist ein zweiter Traktor als Zugfahrzeug notwendig.

 

Betrieb Buess

Patrick Buess aus Rothenfluh BL transportiert jährlich rund 250 Rundballen (70 Silo- und Heuballen und gut 100 Strohballen). Er bewirtschaftet seinen Betrieb biologisch und hält 22 Milchkühe. Auf 30 Hektaren betreibt er Getreide und Futterbau. Er hat den Betrieb vor sieben Jahren übernommen, sein Vater arbeitet noch auf dem Betrieb mit. Nebenbei ist Patrick Buess als selbstständiger Kundenmaurer tätig.

Patrick Buess sieht das aktuelle Ballenverfahren nicht als dauerhafte Lösung für seinen Betrieb. Sein Wunsch ist es, die Futterkonservierung komplett auf Heu umzustellen und entsprechende Lagerkapazitäten einzurichten.

Die Lösung mit dem Ballensammelwagen war für Buess auch deshalb gut, weil keine grossen Investitionen notwendig waren und er in Zukunft flexibel bleibt, was das Futtermanagement auf seinem Betrieb betrifft.

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