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Ehrliche, vorsichtig gerechnete Zahlen

Marco Senn, stv. Leiter Treuhand bei Agriexpert, findet es sinnvoll, wenn Betriebsleiter Vollkostenrechnungen selber durchführen.


Publiziert: 23.02.2019 / 12:18
Marco Senn, wann lohnt sich eine Vollkostenrechnung?

Marco Senn: Eine Vollkostenrechnung ist sinnvoll, um einen Betrieb oder einen einzelnen Betriebszweig zu durchleuchteten. Dies kann für eine anstehende Investition sein, wenn der Betriebsleiter einen neuen Betriebszweig aufnehmen will oder als Entscheidungshilfe, um einen bestehenden Betriebszweig weiter hoch- oder herunterzufahren.

Eine Vollkostenrechnung hilft auch, wenn eine akute Überlastung dem
Betriebsleiter zu schaffen macht. So kann er herausfinden, welche Betriebszweige im Verhältnis zum Ertrag am meisten Arbeitszeit brauchen.

Wichtig ist, dass man sich mit Schätzungen und Annahmen nicht selbst hintergeht: Etwa, wenn der Entscheid ansteht, ob bei einem Betriebszweig weiter in die Mechanisierung investiert werden soll, weil da der Deckungsbeitrag besonders gut ist und Mechanisierung Arbeitsaufwand eingespart.

Letztlich geht es darum, Zahlen zu erhalten, auf die man sich stützen kann und von denen man weiss, dass diese Zahlen ehrlich und vorsichtig gerechnet wurden.

Welche Gefahren bringt eine Vollkostenrechnung mit sich?

Letztlich sind Annahmen und Schätzungen einiger Parameter unumgänglich. Hier liegt eine grosse Verantwortung beim Betriebsleiter.

Wenn man die Vollkostenrechnung über einige Jahre erstellt, muss man darauf achten, dass die Jahre vergleichbar sind. Die einmal geschätzten Parameter und Verteilschlüssel müssen immer gleich bleiben oder entsprechend berücksichtigt werden.

Vielfach erhofft man sich zu viel aus dem Erstellen einer Vollkostenrechnung. Man kann nicht erwarten, dass die Vollkostenrechnung Antworten auf alles gibt. Sie ist ein Betriebsführungsinstrument – Entscheidungen treffen müssen die Betriebsleiter selber.

Wichtig ist auch, dass der Betrieb als Ganzes betrachtet wird: Vielleicht gibt es einen Betriebszweig, der nicht viel zum Gesamtergebnis beiträgt. Er passt aber gut zum Betriebsleiter und der Familie, die Gebäude sind dazu gut eingerichtet oder er passt hervorragend in die Fruchtfolge.
 

Wie wichtig ist die Vergleichbarkeit zu anderen Betrieben? Wie kommt man zu den Vergleichs-Zahlen?

Bei Vergleichen mit anderen Betrieben kann man insbesondere auf Arbeitskreise setzen. So weiss der Betriebsleiter, mit was und wem er seinen Betrieb vergleicht. Arbeitskreise sind mittlerweile gut verbreitet und akzeptiert. Wichtig ist die Verschwiegenheit nach aussen, wenn man die Buchhaltungszahlen der Nachbarn und Berufskollegen kennt.

Ein Vergleich mit anonymisierten Referenzbetrieben ist auf Höhe vergleichbarer Deckungsbeitrag besonders empfehlenswert. Vergleichszahlen erhält man im Grundlagenbericht von Agroscope.

In welchen Fällen raten Sie, die Vollkostenrechnung bei einem Treuhandbüro rechnen zu lassen?

Wenn möglich soll die Vollkostenrechnung vom Betriebsleiter selber erarbeitet werden. Wenn nötig, kann ihn ein Treuhänder unterstützen. Es gibt keine bessere Möglichkeit, seine Buchhaltung und die gesamte wirtschaftliche Situation vertieft kennenzulernen.

Wenn die Vollkostenrechnung für amtliche Stellen oder Kreditprüfungen (zum Beispiel bei Bauvorhaben) verwendet wird, empfiehlt sich eine kritische Durchsicht und Beurteilung einer Fachperson auf jeden Fall.

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