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Der Rindergesundheitsdienst empfiehlt: Klauendesinfektion entweder ganz oder gar nicht

Gliedmassen- und Klauenerkrankungen sind in der Schweiz die dritthäufigste Abgangsursache beim Rind. Fruchtbarkeits- und Euterprobleme sind häufig die Folge von Klauen-Erkrankungen. Deshalb ist es wichtig, für gesunde Klauen zu sorgen.


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Kurz & bündig

  • Eine Desinfektion ist erst nach einer vorhergehenden Reinigung wirksam.
  • Das Klauenbad ist eine Hygienemassnahme und keine Behandlung.
  • Kein Baden von Tieren mit Verbänden und aktiven Mortellaro-Stadien.
  • Klauenbadmasse:
  • Länge: mindestens 3 m
  • Breite: 50 bis 60 cm
  • Höhe: 20 bis 28 cm (Flüssigkeitsniveau: 15 cm)

Regelmässiges Reinigen und Desinfizieren der Klauen liefern einen wertvollen Beitrag zur Klauengesundheit. Eine gute Hygiene trägt dazu bei, ansteckende Klauen-Erkrankungen wie Mortellaro («Erdbeeri») zu verringern. Gute Hygiene verringert auch Ballen- und Klauenfäule.

Umsetzungsmöglichkeiten sind zum Beispiel automatische Klauenwaschanlagen, Sprühbehandlungen mit einer Rückenspritze oder Sprühanlagen im automatischen Melksystem. Die bekannteste Methode zur Durchführung einer Klauendesinfektion ist das Klauenbad. Erfolge lassen sich nur erzielen, wenn auf einige wichtige Punkte geachtet wird.

Ohne Reinigung der Klauen ist die Desinfektion sinnlos

Eine Desinfektion der Klauen sollte erst in Erwägung gezogen werden, wenn sicher gestellt ist, dass Boden- und Liegeboxen sauber sind. Bevor dies nicht erfüllt ist, werden sich die Erfolgserlebnisse mit dem Klauenbad geringhalten. Klauenbäder sind nicht geeignet, um Managementprobleme zu korrigieren.

Vor dem Baden müssen die Klauen von groben Verschmutzungen befreit werden. Denn Schmutzkrusten können von keinem Mittel durchdrungen werden. Werden Kühe mit stark verschmutzten Klauen in das Desinfektionsbad getrieben, wird daraus schnell ein Infektionsbad. Die Situation im Betrieb kann sich unter diesen Umständen sogar verschlechtern.

Die Vorreinigung kann durch ein vorgeschaltetes Wasserbad, manuell mit einem Wasserschlauch oder mit einer automatischen Sprühanlage erfolgen. Landwirte sollten eine Angewöhnungsphase einplanen: Je weniger Stress die Tiere beim Durchschreiten des Bades haben, desto weniger Kot setzen sie ab und desto sauberer bleibt das Bad.

Wer bei der Länge des Klauenbades spart, spart am Effekt

Wannen gibt es auf dem Markt in allen Varianten und Grössen. Wichtig ist, dass das Klauenbad einen trittsichereren Untergrund hat. Nur bei einer Länge von mindestens drei Metern wird sichergestellt, dass jede Klaue beim Durchschreiten mindestens zwei Mal in die Flüssigkeit eintaucht. Bei kürzeren Wannen sollten zwei Wannen nacheinander aufgestellt werden.

Das Flüssigkeits-Niveau sollte ungefähr bis zu den Afterklauen (zirka 15 cm) reichen. Eine Einstiegshöhe in die Wanne von 20 bis 28 cm bremst die Kühe beim Betreten des Bades und verhindert Flüssigkeitsverluste. Ein Ausweichen muss mit erhöhten abgeschrägten Seitenbegrenzungen verhindert werden. Ein weiterer Vorteil ist die Reduktion vom Flüssigkeitsverlust.

Die Qual der Wahl bei der Klauenbad-Lösung

Klauenbad-Lösungen gibt es genügend auf dem Mark. Die Entscheidung darf nicht nur preisorientiert erfolgen. Das Baden dient unabhängig vom verwendeten Produkt der Klauenhygiene und teilweise der Festigung des Klauenhorns. Der Einsatz von registrierten Biozidprodukten, die den Keimdruck an der Klaue reduzieren, stellt demnach eine Hygienemassnahme und keine Behandlung dar.

Die Auswahl eines Biozidproduktes gibt eine rechtliche Sicherheit. Glutaraldehyd und organische Säuren sind Biozide und werden als biologisch abbaubar deklariert.

  • Formalin bzw. Formaldehyd sollte aufgrund der nachgewiesenen krebserregenden Wirkung auf den Menschen und der Reizung der Schleimhäute im Atmungstrakt nicht mehr verwendet werden.
  • Quaternäre Ammonium-Verbindungen sind ebenso Biozide, Bakterien können gegen diese Stoffgruppe jedoch Resistenzen bilden.
  • Schwermetallhaltige Klauenbäder (Kupfer, Zink) müssen als Sondermüll entsorgt werden. Zudem sind diese Rohstoffe schädlich für die Umwelt und nicht als Biozid zur Anwendung am Tier registriert.
  • Antibiotikahaltige Klauenbäder sollten aufgrund der Resistenzproblematik keine Anwendung mehr finden!

Rinder mit aktiven Mortellaro-Stadien und Verbänden gehören nicht ins Klauenbad

Werden Tiere mit Verbänden und mit aktiven Mortellaro-Stadien gebadet, kann dies die Heilung sogar verzögern. Aktive Stadien sind offene Wunden: Die Badelösungen sind meist sauer und wirken deshalb ätzend.

Durchnässte Verbände stören die Wundheilung und verlangsamen die Abheilung. Dies bestätigt: Klauenbäder sind eine Hygienemassnahme und keine Behandlung.

Um Mortellaro im Betrieb langfristig reduzieren zu können, müssen Einzeltiere mit aktivem «Erdbeeri» zuerst konsequent bestenfalls im Klauenstand behandelt werden.

Sind aktive Erkrankungsfälle eingedämmt, eignet sich das Bad, um Neuinfektionen vorzubeugen und das Wiederaufflammen der Krankheit bei vermeintlich geheilten Tieren zu verhindern.

Wer badet, sollte dies häufig und konsequent durchführen. Die Herstellerangaben variieren in den Empfehlungen zur Häufigkeit. Grundsätzlich kann jedoch ein einwöchiger oder zweiwöchiger Rhythmus gewählt werden, wobei jeweils zwei bzw. vier Mal im Abstand von zwölf Stunden gebadet wird. Die Flüssigkeit sollte nach 100 bis 150 Tieren gewechselt werden.

Es braucht einen passenden Standort für das Bad. Bewährt hat sich die Installation des Klauenbads direkt am Ausgang des Melkstands. Baden vor dem Melken wird wegen der Gefahr der Milchverunreinigung nicht empfohlen.

Eine Überdachung des Klauenbads schützt vor Verdünnung durch Regen und vor Verdunstung der Flüssigkeit im Sommer. Nach dem Bad sollten die Tiere mindestens 30 Minuten auf einer sauberen und trockenen Fläche stehen.

 

Das Projekt «Gesunde Klauen»

Im Projekt «Gesunde Klauen – das Fundament für die Zukunft» beschäftigen sich Mitarbeitende des Rindergesundheitsdienstes und der Wiederkäuerklinik der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern intensiv mit der Durchführung von Klauenbädern und vielen weiteren Themen zur Verbesserung der Klauengesundheit. 

Fragen rund ums Klauenbad oder um die Klauengesundheit werden gerne unter der Nummer 075 500 06 01 oder per Mail vom Projektteam entgegengenommen.

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