Aufgrund der Daten aus dem mehrere Jahre dauernden Projekt «Mais-Net» hat Agroscope die N-Düngungsnorm bei Mais aktualisiert. Diese wird flexibler und mit der Berücksichtigung des Ertrages spezifischer. Die aktuellen Maissorten verfügen über sehr hohe Ertragspotenziale. So kann die N-Nachlieferung aus der organischen Substanz zum begrenzenden Faktor werden. In diesen Fällen ist eine höhere N-Ergänzungsdüngung ertragswirksam. Neu wird die Standard-N-Düngungsnorm bei Mais in Abhängigkeit des Ertrages spezifisch nach oben bzw. nach unten angepasst (Wegleitung Suisse-Bilanz, Version 1.20, Dez. 2025). Bei Körnermais beträgt die Korrektur 1,2 kg N pro dt Ertragsdifferenz zum Standardertrag, bei Silomais 0,7 kg N.

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Hohe N-Aufnahme ab 8-Blatt

Während der relativ langsamen Jugendentwicklung nimmt Mais nur 2 % der gesamten Stickstoffmenge auf. 85 % werden ab 8-Blatt-Stadium bis Ende Blüte aufgenommen. Die Herausforderung ist, dass der Stickstoff in dieser Zeitspanne pflanzenverfügbar ist.

Variable Mineralisierung

Die Mais-Net-Daten zeigen eine grosse Variabilität in der N-Mineralisierung, je nach Standort und Witterung. Knackpunkt für eine bessere Ausnutzung des gedüngten Stickstoffs bleibt eine verlässliche Vorhersage der ortsspezifischen N-Nachlieferung des Bodens. Dies wird im laufenden Projekt «Optifert» unter Einbezug der enzymatischen Aktivität des Bodens angestrebt. Bis es so weit ist, bleiben Nmin-Proben oder die Schätzmethode der korrigierten Norm (GRUD 2017) unverzichtbare Hilfsmittel für die Einschätzung der möglichen N-Nachlieferung und eine entsprechende Anpassung der Düngergaben.